Handelsstreit Trump-Berater Bolton droht China mit härterer Gangart

Gerade haben die USA neue Sonderzölle gegen China verhängt - da verschärft Trump-Berater Bolton den Ton weiter: Sein Land werde Pekings egoistischen Kurs in Handel und Politik nicht mehr tolerieren.

John Bolton
JIM LO SCALZO/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

John Bolton


Im Dauerwirtschaftsstreit mit China legt das Weiße Haus nach und kündigt ein noch härteres Vorgehen gegen Peking an. Das Verhalten der chinesischen Regierung in der Handelspolitik sowie im internationalen, militärischen und politischen Bereich müsse angepasst werden, sagte John Bolton, Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, in einem am Freitag veröffentlichten Radiointerview.

Trump gehe davon aus, dass China schon zu lange sich Vorteile von der internationalen Weltordnung verschafft habe. Bislang hätten sich die Amerikaner nicht ausreichend dagegen gewehrt. "Jetzt ist die Zeit gekommen, das zu tun", sagte Bolton.

Erst am Donnerstag hatte sich der US-Präsident selbst zu den Reibereien mit China geäußert - und einen ähnlich rauen Ton angeschlagen. "Ich kann noch viel mehr machen", behauptete er im Gespräch mit dem TV-Sender Fox News. Auch er betonte: Die Chinesen hätten zu lange zu gut gelebt.

Die beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte überziehen sich seit Anfang Juli mit Straf- und Vergeltungszöllen. Im September hatte Trump den Handelskonflikt durch neue Sonderzölle auf Chinaimporte im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar befeuert. Das chinesische Handelsministerium reagierte umgehend und kündigte Vergeltung an. So sollen US-Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar mit Extrazöllen belegt werden.

Beruhigt ein Treffen bei G20 die Gemüter?

Trump, der China Marktabschottung und unfaire Beihilfen für die eigene Wirtschaft sowie Technologiediebstahl vorwirft, hatte schon im Wahlkampf mit dem Thema Stimmung gemacht. An den Märkten gibt es die Sorge, dass sich der Streit zu einem Handelskrieg ausweitet, der auch andere Regionen belasten könnte.

Möglicherweise sei Chinas Präsident Xi Jinping beim G20-Treffen in Argentinien im kommenden Monat bereit, Klartext zu einigen dieser Themen zu reden, sagte Bolton. Am Freitag hatte US-Finanzminister Steve Mnuchin erklärt, Trump könne Xi bei dem Gipfel treffen, wenn es Erfolg versprechend sei. Bevor jedoch Handelsgespräche mit China wieder aufgenommen würden, müsste die Regierung in Peking Strukturreformen einleiten.

jok/Reuters



insgesamt 75 Beiträge
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power.piefke 13.10.2018
1. eines muss klar sein :
Wenn ein Land den anderen Ihre Positionen (notfalls mit Gewalt) rein drückt, dann die USA und keinesfalls China. Wenn es um den Handel mit materiellen Gütern geht kann man nur schmunzeln : wenn ich nichts habe, liebe USA, dann kann ich auch nichts verkaufen! Außer Waffen und Agrarprodukte könnt ihr nichts. Der Rest kann ein anderer besser und günstiger....
rieberger_2 13.10.2018
2. Nur noch nützliche Idioten
Wäre es nicht Trumps Motto "America first", könnte es sich die EU überlegen, die USA zu unterstützen. Denn Chinas Wirtschaftspolitik ist restriktiv und nicht offen, militärisch sind sie aggressiv-expansionistisch. Da aber die USA unter Trump dem Nationalismus huldigen, wird alles, was sie tun, unter diesen Vorzeichen zu beurteilen sein. Sie werden ausschließlich ihre Eigeninteressen verfolgen. Freunde oder Verbündete kennen sie nicht mehr, sondern nur nützliche Idioten.
frenchie3 13.10.2018
3. Auch wenn nicht alles falsch ist
was da gesagt wird: SO verhandelt man nicht, Asiaten haben da eh ganz eigene Vorstellungen. Jeder auf diese Art erreichte Erfolg wird irgendwann zum Bumerang. Das einzig wahre wäre eine Allianz von USA und Europa um China klare Grenzen auf "freundliche" Art aufzuzeigen. Aber das hat ja mit einer vernünftigen amerikanischen Regierung schon nicht geklappt......
Alm Öhi 13.10.2018
4. Das letzte Aufbäumen
Wenn ich mir die Maßnahmen betrachte komm ich nur zur Schlussfolgerung das Trump die amerikanische Wirtschaft zerstört. Es gibt eine Steuererleichterung nach der andern. Der Staat hat 20 Billionen Schulden angehäuft, und zahlt diese nicht zurück. Der amerikanische Staat hat keine Steuereinnahmen, aber dank Sanktionen wird gegenfinanziert. China sollte in diesem Fall auf den roten Knopf drücken und alle amerikanischen Staatsanleihen verkaufen. Innerhalb von Monaten wäre Amerika Bankrott, und wir hätten eine neue Weltordnung!
claus7447 13.10.2018
5. Der Scharfmacher
Bolton mutiert zu einer gefährlicheren Figur wie Bennon. Er redet Donald nach dem Mund und der hat keine Ahnung über Auswirkungen. Und ich frage mich was Spahn mit diesem Typ zu reden hat.... Gutes kam von dort noch nie.
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