Ex-Bundesbank-Chef Hans Tietmeyer ist tot

Er war der letzte Bundesbank-Chef, der noch über die D-Mark herrschte - und er leitete 1982 den Bruch der rot-gelben Koalition ein. Jetzt ist der frühere Präsident der Bundesbank Hans Tietmeyer gestorben.

DPA

Der frühere Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 85 Jahren, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch auf Anfrage in Frankfurt mitteilte. "Hans Tietmeyer war ein herausragender Präsident, dessen Handeln stets klaren und festen Linien mit dem Ziel der Geldwertstabilität folgte", erklärte der heutige Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Den Angehörigen des Verstorbenen drückte er seine Anteilnahme aus.

Tietmeyer stand vom 1. Oktober 1993 bis 31. August 1999 an der Spitze der Notenbank. Der Diplom-Volkswirt war der letzte Bundesbank-Chef mit der ganzen Machtfülle der D-Mark - und der erste, der die deutschen Interessen im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) vertrat.

Als CDU-Mitglied verfasste er 1982 für den damaligen FDP-WirtschaftsministerOtto Graf Lambsdorff das "Lambsdorff-Papier", das den Bruch der sozialliberalen Regierung und den Sturz von Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) einleitete.

Tietmeyer begann seine Karriere 1962 als Beamter im Bonner Wirtschaftsministerium. Zwanzig Jahre später wechselte er als Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium. Als persönlicher Beauftragter bereitete er für den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) die internationalen Wirtschaftsgipfel vor. Die terroristische RAF scheiterte 1988 mit einem Anschlag auf ihn. Nach seiner Zeit in Frankfurt saß Tietmeyer in zahlreichen Gremien und Aufsichtsräten.

mik/dpa



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