Hartz-IV-Empfänger 1,3 Millionen müssen aufstocken

Oft reicht ihr Lohn nicht zum Leben: 1,3 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr zusätzlich zum Job Hartz IV bezogen. Nicht wenige von ihnen arbeiteten sogar in Vollzeit.


Duisburg - Die Zahl der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger sinkt stetig, die der Aufstocker bleibt jedoch nahezu unverändert. So gab es im vergangenen Jahr rund 1,33 Millionen Menschen, deren Arbeitseinkommen nicht für den Lebensunterhalt reicht oder die Hartz IV beziehen und etwas dazuverdienen. Ihr Anteil an allen erwerbsfähigen Leistungsempfängern habe damit 30,4 Prozent ausgemacht, berichtete das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen (IAQ) am Montag. Im Jahr zuvor hatte es 1,36 Millionen Aufstocker gegeben.

Von den Aufstockern im vergangenen Jahr seien 44 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen, mehr als jeder zweite von ihnen sogar mit einer Vollzeitstelle. "Hier werden Niedriglöhne, von denen man nicht leben kann, aus Steuermitteln subventioniert", sagte Gerhard Bäcker vom IAQ. Vor allem in den neuen Bundesländern sei das häufig der Fall.

Das Institut hat Daten aus der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. So gab es den Angaben zufolge im Jahr 2007 knapp 5,3 Millionen erwerbsfähige Leistungsempfänger. Davon waren 1,22 Millionen Aufstocker. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt rund 4,4 Millionen Leistungsempfänger, davon 1,33 Millionen Aufstocker. Ihr Anteil stieg damit von 23,1 Prozent auf 30,4 Prozent.

yes/dpa

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insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
gog-magog 15.04.2013
1.
Zitat von sysopOft reicht ihr Lohn nicht zum Leben: 1,3 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr zusätzlich zum Job Hartz IV bezogen. Nicht wenige von ihnen arbeiteten sogar in Vollzeit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-empfaenger-1-3-millionen-muessen-aufstocken-a-894408.html
Die Subvention von Niedriglöhnen aus Steuermitteln muss ein für alle Mal aufhören. Wer nicht zu normalen Tarifen wirtschaften kann und kein Personal bekommt, ohne dieses vom Steuerzahler finanzieren zu lassen, der muss vom Markt verschwinden. Alles andere wäre keine Marktwirtschaft. Nur im Kommunismus bezahlt die Allgemeinheit für Lohnsklaverei zum Wohl einer kleinen Nomenklatura.
Callimero 15.04.2013
2. ...und man sichert sich damit
...die Altersarmut von morgen. Heute Aufstocker mit Niedriglöhnen, morgen als Rentner mit Grundsicherung bei der Tafel und in der Suppenküche. Und wir alle subventionieren noch die Armut mit unseren Steuern, damit sich Firmen, deren Geschäftsmodell nur funktioniert, wenn sie solch niedrige Löhne zahlen, bereichern können. Erschwerend kommt hinzu, dass auf diese Weise Firmen, die ihren Mitarbeitern faire Löhne anbieten wollen, nicht mehr konkurrenzfähig sind. Mieser geht es nicht.
Europa! 15.04.2013
3. Zu pauschal
Zitat von sysopOft reicht ihr Lohn nicht zum Leben: 1,3 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr zusätzlich zum Job Hartz IV bezogen. Nicht wenige von ihnen arbeiteten sogar in Vollzeit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-empfaenger-1-3-millionen-muessen-aufstocken-a-894408.html
Irgendetwas stimmt mit diesen Zahlen nicht. Wo arbeiten die "Aufstocker"? Warum arbeiten sie in diesen Betrieben? Sind es womöglich soziale Einrichtungen? Ohne Einzelheiten kann man das nicht beurteilen.
Phoenix2006 15.04.2013
4. Hartz-IV-Empfänger: 1,3 Millionen müssen aufstocken
Literaturtipp: Kaltes Land - Gegen die Verrohung der Bundesrepublik - Für eine humane Demokratie! Die Hartz-Gesetzgebung ist von einer Menschenverachtungv die seinesgleichen sucht!!! Phoenix2006, die Unbestechlichen
de-fakto 15.04.2013
5. Soziale Marktwirtschaft, was ist aus Dir geworden?
Zitat von sysopOft reicht ihr Lohn nicht zum Leben: 1,3 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr zusätzlich zum Job Hartz IV bezogen. Nicht wenige von ihnen arbeiteten sogar in Vollzeit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-empfaenger-1-3-millionen-muessen-aufstocken-a-894408.html
Dazu passt wie die Faust auf's Auge, das die privat organisierte Tafel 20-jähriges Jubiläum feiert. Denn zu dem Aufstocken müssen die Geringverdiener Aufgrund des Sklavenlohnes noch um Lebensmittel in der Schlange stehen um über die Runden zu kommen.Alternativ dazu ist Flaschensammeln oder Sperrmüll angesagt. Ein blankes Armutszeugnis für einen der reichsten Staaten auf dem Globus.
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