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Teure Verwaltung: Weniger arbeitslose Hartz-IV-Empfänger bekommen Weiterbildung

Weil Geld für entsprechende Kurse fehlt, können laut einem Bericht immer weniger arbeitslose Hartz-IV-Empfänger Weiterbildungen absolvieren. Offenbar wird stattdessen in die Verwaltung der Jobcenter investiert.

Stempel im Jobcenter: Mehr Geld für Verwaltung statt Weiterbildung Zur Großansicht
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Stempel im Jobcenter: Mehr Geld für Verwaltung statt Weiterbildung

Die Regierung spart bei Weiterbildungskursen für Hartz-IV-Empfänger ohne Job. Die Zahl der Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen sei wegen Geldmangel in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel zurückgegangen, berichtete die "Saarbrücker Zeitung". Sie beruft sich dabei auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Demnach ist die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die von staatlichen Qualifizierungsmaßnahmen profitieren, seit 2010 um rund 76.000 auf knapp 150.000 Personen zurückgegangen.

Die Ausgaben der Jobcenter zur Förderung der beruflichen Weiterbildung seien zugleich von 923 Millionen auf 681 Millionen Euro gesunken. Die Arbeitsmarktexpertin der Linken, Sabine Zimmermann, sprach von einem "Kahlschlag" in der Arbeitsmarktpolitik. "Statt an der Zukunft der Erwerbslosen zu sparen, brauchen wir mehr Geld für gute Arbeitsförderung", sagte Zimmermann.

Laut dem Bericht schrumpft das Budget der Jobcenter für Fortbildungsmaßnahmen vor allem deshalb, weil es vom Bund kein zusätzliches Geld gibt, zugleich aber die Verwaltungskosten einen immer größeren Teil der Etats verschlingen. Allein 2014 schichteten Jobcenter demnach 522 Millionen Euro aus dem Etat für Arbeitsmarktpolitik in den Verwaltungsetat um.

mmq/dpa

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1. Weiterbildungsmafia vs. Verwaltungskosten
michel-watcher 26.10.2015
Das Apparate selbst viele Ressourcen verbrauchen, nur um zu laufen, ist bekannt. Dass in D. der Verwaltungsapparat aufgebläht ist, oft ineffektiv und wenig 'kundenfreundlich', ist auch bekannt. Von 'neuer Steuerung' sieht man häufig wenig, gerade in den SGBII- Bereichen oder den 'Kommunalen Arbeitsförderung'- Einrichtungen der Optionskommunen. Dort sitzen oftmals Leute, die bei den Privatisierungen (z.B. Telekom a.k.a. Ex Dt. Post, Dt.Bahn- Ex- Bundesbahn etc.) arbeitslos wurden und nahtlos, mit sehr guter Bezahlung, nun mit HartIVlern 'arbeiten'. Elan, Empathie etc. sind keine Voraussetzung, scheinbar sogar oft ein Ausschlusskriterium. Intern wird oft sehr abfällig über die 'Kunden' gesprochen und es werden 'Maßnahmen eingeleitet', mit dem Ziel, die Leistungen weiter zu reduzieren. Was wenige wissen: Es gibt tatsächlich vieel Fälle, in denen den Beziehern von ALG II alle Leistungen gestrichen wurden, weil sie nicht 'gespurt haben'. Die Hintergründe interessiert niemanden. Doch auch viele Bildungsträger, die alles abgreifen, was Kohle verspricht, sind korrupt und selbstherrlich. Einige zahlen Dumpinglöhne für die Dozenten, ignorieren Wochenarbeitszeiten udn verschieben die Weiterbildungsteilnehmer 'erfolgreich' in eigene oder ausgegliederte Leiharbeitsfirmen. Die Qulaität des 'Unterrichts' ist oftmals haarsträubend schlecht! Und obwohl den Kommunen bekannt ist, wie einige Anbieter arbeiten, die mit Tricksereien, auch dem eigenen Personal gegenüber, mit Lug und Trug und Scheinerfolgen 'glänzen', gehen die Ausschreibungen noch immer an diese 'Anbieter' in der Erwachsenenbildung. Und obwohl diese Kürzung die Lage für viele Hartz IV- Bezieher noch schlimmer macht, wäre es an der Zeit, auch die Auftragsgeber (Agentur oder Landratsämter) mal unter die Lupe zu nehmen, zu schauen, wem Aufträge vergeben werden und schwarze Schafe auszusondern. So arbeitet das LRA Ortenau (zw. KA und FR) mit einem Anbiter zusammen, der massiv gegen ethische und rechtliche Vorgaben verstößt. Dem LRA ist das bekannt. Doch da dieser Anbieter, mit Hilfe der üblichen Tricks (Leiharbeit, massiver Klüngel bei den Kooperationspartnern mit subventionierten (Schein-)beschäftigungen, regelrechter Sklavenhandel, Verrentung der Betroffenen, Leistungsausschluss), die Statistik drückt, wird er weiter geheuert. Wohlbemerkt: Die meisten dieser Menschen sind zwar kurzfristig aus der Statistik, manche werden ganz herausgezogen, doch die meisten bleiben abhängig vom Staat. Statt zu kürzen sollte lieber auf adäquate Partner gesetzt werden, da viele in Hartz IV mit qualifizierter Hilfe herauskommen können! Hierfür gibt es etliche Beispiele! Doch der Klüngelbrei scheint hier zu zäh, das Interesse überwiegend statistischer Natur...
2. Was mich bei solchen Meldungen
HeisseLuft 26.10.2015
wirklich interessiert: wie hoch ist eigentlich der Verwaltungsanteil bei Hartz IV? Wieviel Geld kommt eigentlich bei denen an, die das Geld und die Fortbildungen brauchen? Und weiter: wie hoch ist der Verwaltungsanteil bei der Bildungspolitik? Wie hoch ist der Verwaltungsanteil bei den Verteidigungsausgaben? Bei der Polizei? Wie hoch ist er in den Kommunen? Bei Strassenbau und Instandhaltung? Ich habe den leisen Verdacht, dass man bei einer solchen Beleuchtung den Problemen dieses Staates weitaus näher kommen würde, als wenn man auf Beamte, Flüchtlinge oder angeblich faule Arbeitslose einprügelt.
3. Das Hartz-Lügensystem: FORDERN
hypnos 26.10.2015
Ein weiterer Baustein im Hartz-Lügensytem: gnadenloses Fordern und Sanktionieren. Fördern war niemals richtig vorgesehen, weil "teuer". Hartz-Bezieher sind abgeschrieben. Hauptsache die Statistik sieht gut aus. Und dieser Umstand macht so zornig. Der Verrat der Sozialdemokratie.
4. Veruntreuung der Sozialsteuern
dialogischen 26.10.2015
Soso. Die Selbstverwaltung der Agentur für Arbeitslosenverfolgung wird teurer - und kürzt zur Selbstbedienung die Leistungen, für die von Arbeitnehmern/-Gebern Beiträge bezahlt wurden. Als wenn jemals auch nur die Hälfte der Beiträge für die Leistungen verwendet worden wären, um derentwillen sie erhoben wurden. Da tobt der Parkinson im Beamtenparadies - und die Chefin der Exekutive macht .... mit.
5. Mit
frank57 26.10.2015
58 ein Opfer der Energiepolitik da durch Standortschliessung arbeitslos geworden. Dipl. Ing mit 35 Jahren Berufserfahrung und ununterbrochenem Lebenslauf (arbeitstechnisch) Jobaussichten: 0 Wer das Märchen vom Fachkräftemangel glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen in diesem Land!
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