Neuer Regelsatz Hartz-IV-Empfänger sollen acht Euro mehr bekommen

Die Regierung plant einen Zuschlag für Hartz-IV-Empfänger. Laut einem Zeitungsbericht soll der Regelsatz ab Januar auf 382 Euro steigen - das wären acht Euro mehr als bisher. Der Sozialverband VdK kritisiert die Erhöhung als unzureichend.

Jobcenter: Kabinett soll in der kommenden Woche über Regelsatz entscheiden
dapd

Jobcenter: Kabinett soll in der kommenden Woche über Regelsatz entscheiden


Berlin - Empfänger von Hartz IV sollen ab Januar 2013 etwas mehr Geld bekommen. Laut "Bild"-Zeitung will die Bundesregierung den monatlichen Regelsatz auf 382 Euro anheben. Das wären acht Euro mehr als derzeit. Die Zeitung beruft sich auf einen Rechtsverordnungsentwurf des Sozialministeriums. Der Entwurf soll in der kommenden Woche vom Kabinett verabschiedet werden, hieß es.

Anfang 2012 war der Regelsatz um zehn Euro auf nun 374 Euro gestiegen. Die Höhe wird durch eine statistische Erhebung der Ausgaben ermittelt, die die 15 Prozent Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen tätigen. Von diesen Werten zieht der Gesetzgeber dann Posten ab, die er für nicht existenzsichernd ansieht.

Ein möglicher Anstieg um acht Euro entspricht 2,1 Prozent und damit der diesjährigen Erhöhung der Rentenbezüge. Erstmals nach der Hartz-Reform von 2010 steigen dann auch die Sätze für ältere Kinder der Langzeitarbeitslosen. Das sieht der Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums vor, der am kommenden Mittwoch dem Bundeskabinett zugeleitet werden soll. Nach dem Entwurf steigt der Hartz-IV-Satz für Partner auf 345 Euro (plus 8 Euro), für Kinder von 0 bis sechs Jahren auf 224 Euro (plus 5 Euro), für Kinder von 7 bis 14 Jahren um 6 auf 255 Euro und für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren um ebenfalls 6 auf 289 Euro.

Der Sozialverband VdK kritisiert die Anhebung als zu niedrig. Die Verbandsvorsitzende Ulrike Mascher sagte der "Bild"-Zeitung: "Auch mit acht Euro mehr kann der tatsächliche Bedarf von Alleinerziehenden mit Kindern nicht gedeckt werden. Da bleibt zu wenig für die gesunde Ernährung und für die Kleidung der Kinder übrig." Auch für Menschen, die Grundsicherung im Alter beziehen, reiche die Erhöhung nicht aus.

Mascher warnte vor einer wachsenden Ungleichheit zwischen Beamtenpensionen und gesetzlichen Renten. Bei Ruheständlern mit 45 Versicherungsjahren sei die gesetzliche Rentenhöhe auf 51 Prozent des Nettolohns gesunken, sagte die Verbandschefin der "Süddeutschen Zeitung".

Der Höchstsatz beim Ruhegehalt für die Pensionäre betrage nach 40 Dienstjahren dagegen immer noch 71,75 Prozent der früheren Bezüge. Maschers Forderung: Das gesetzliche Rentenniveau dürfe nicht wie geplant bis auf 43 Prozent im Jahr 2030 sinken. Die Regierung müsse es vielmehr bei 50 Prozent einfrieren.

cte/ssu/Reuters/dpa/dapd



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insgesamt 275 Beiträge
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scxy 13.09.2012
1. Was erzählt denn Frau Mascher?
Haben Kinder (nicht nur von Alleinerziehenden) nicht einen eigenen Sozialhilfeanspruch? Wieso sollen ausgerechnet "Alleinerziehende" einen erhöhten Anspruch gegenüber allen anderen haben? Deren Kinder haben zudem ja einen Unterhaltsanspruch. Alleinerziehende dürfte es angesichts gemeinsamen Sorgerechts endlich auch für die Zahlväter immer weniger geben, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Spiegelleserin57 13.09.2012
2. 8 Euro
Zitat von sysopdapdDie Regierung plant einen Zuschlag für Hartz-IV-Empfänger. Laut einem Zeitungsbericht soll der Regelsatz ab Januar auf 382 Euro steigen - das wären acht Euro mehr als bisher. Der Sozialverband VdK kritisiert das als unzureichend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,855508,00.html
was kann man sich für 8 Euro kaufen? Ein Medikament? Ein paar Kartoffeln und Spinat mit Ei. Das wars dann. Ich selbst brauche kein Hartz IV aber ich habe die Situation mit wenig Geld auch schon erlebt. Man sollte Frau Merkel berichten was man sich dafür kaufen kann. Ich würde ihr gerne diese umfangreiche Mahlzeit servieren, wetten dass da ein ganz langes Gesicht käme! Ihr würde mit Sicherheit die Vor- und Nachspeise und das Fleisch fehlen....aber das ist Fehlanzeige. Ich selbst bin sehr sparsam aber man sollte schon menschenwürdig leben damit man nicht der Gesundheitsreform zum Opfer fällt.
rainbowman1 13.09.2012
3.
Mehr als 8 Euro waren nicht drin, schließlich geht ein Vielfaches des Geldes künftig nach Südeuropa...
schwabensporty1 13.09.2012
4. Hartz IV ist beinahe bedingungsloses Grundeinkommen
Zitat von sysopdapdDie Regierung plant einen Zuschlag für Hartz-IV-Empfänger. Laut einem Zeitungsbericht soll der Regelsatz ab Januar auf 382 Euro steigen - das wären acht Euro mehr als bisher. Der Sozialverband VdK kritisiert das als unzureichend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,855508,00.html
Hartz IV ist ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Höhe von ~ 1200 EUR. Das setzt sich zusammen aus Miete ~ 500 EUR, Heizkostenzuschuss 170 EUR, Kranken.- und Rentenversicherung, sowie ein z.z.Taschengeld von 374 EUR für Alleinstehende. Dieses beinahe bedingungsloses Grundeinkommen (Selbstbehalt von 1600 EUR) kann ein Leben lang gewährt werden. Bitte nennen Sie mir einen anderen Staat der ebenfalls so lange und aufwendig um seine Bürger kümmert? Ich möchte klarstellen, dass ich nicht die Abschaffung von ALG-II befürworte, weil ALG-II einer der Gründe ist, warum es in unserer Gesellschaft eine relativ geringe Kriminalität gibt. Allerdings ist es ein kostspieliger Burgfrieden.
nasty49 13.09.2012
5. Ja dann....
kann man es ja richtig krachen lassen mit 8 Euro mehr! Auf welchem Planeten leben die Leute eigentlich?
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