Eilentscheidung abgelehnt Hartz-IV-Rebellin erleidet Teil-Niederlage vor Gericht

Die Stadt Hamburg will sie in der Sozialbehörde beschäftigen - die als "Hartz-IV-Rebellin" bekannt gewordene Inge Hannemann will hingegen Arbeitsvermittlerin bleiben. Ihre Eilanträge lehnte ein Gericht jetzt ab, eine Entscheidung fällt damit erst später.

Hannemann (im August 2013): Entscheidung über Versetzung später
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Hannemann (im August 2013): Entscheidung über Versetzung später


Hamburg - Inge Hannemann hat in ihrem Rechtsstreit vor dem Hamburger Arbeitsgericht eine teilweise Niederlage erlitten. Die als "Hartz-IV-Rebellin" bekannt gewordene Jobcenter-Mitarbeiterin war 2013 suspendiert worden, weil sie gegen das von ihr sogenannte System Hartz IV kämpft. Am Donnerstag wehrte sich Hannemann dagegen, dass die Stadt sie in der Sozialbehörde beschäftigen will. Doch die Kammer sah keinen Grund, diese Frage in einem Eilverfahren zu klären und lehnte die Anträge ab.

Nun soll im Oktober ein Hauptsacheverfahren zu diesem Aspekt beginnen. Die Stadt Hamburg hatte vor zwei Wochen die sogenannte Abordnung Hannemanns an das Jobcenter Altona beendet und will sie künftig in der Sozialbehörde einsetzen. Sie habe für die neue Stelle aber gar nicht die notwendigen Qualifikationen, argumentiert Hannemann. Derzeit ist die 46-Jährige krankgeschrieben, ihre neue Stelle trat sie bislang nicht an.

Hannemann will auf jeden Fall zurück an ihren alten Arbeitsplatz im Jobcenter. "Ich mag den Job, und ich bin immer noch der Meinung, dass ich wirklich das System von innen heraus reformieren kann", hatte sie früher einmal gesagt. Bereits seit vergangenem Jahr läuft ein weiteres Hauptsacheverfahren zu der Frage, ob die Freistellung rechtens war. Hannemanns Suspendierung war erfolgt, weil sie auf die Abschaffung von Sanktionen gegen Langzeitarbeitslose pocht, die Termine nicht einhalten oder Jobangebote ablehnen.

Die Hartz-IV-Rebellin ist umstritten. Während die einen ihr Selbstdarstellung vorwerfen, loben sie andere als mutige Frau. Zahlreiche Unterstützer begleiten sie zu jedem Gerichtstermin.

fdi/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 40 Beiträge
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Loddarithmus 17.07.2014
1. Wäre gut zu wissen, ...
... wie ihr Arbeitsvertrag etc. aussieht, um sich eine Meinung bilden zu können. Wäre es nicht Sache der Redaktion, das zu vermitteln?
Ex-Kölner 17.07.2014
2. "Teil-Niederlage?"
Das Gericht hat doch nur entschieden, daß der Fall nicht eilbedürftig ist. In der Sache wurde doch gar nichts beschlossen - somit kann Frau Hannemann auch keine Niederlage erlitten haben. Allerdings sehe ich Schwarz: Gerade im Öffentlichen Dienst ist es doch Usus, Mitarbeitern bei Bedarf (oder Unliebsamkeit) andere Aufgaben zuzuweisen. Solange die Dame sich finanziell nicht verschlechtert oder sich andere unbillige Härten ergeben, dürfte es im Ermessen des Arbeitgebers liegen, wo er sie beschäftigt.
ekel-alfred 17.07.2014
3.
Zitat von sysopDPADie Stadt Hamburg will sie in der Sozialbehörde beschäftigen - die als "Hartz-IV-Rebellin" bekannt gewordene Inge Hannemann will hingegen Arbeitsvermittlerin bleiben. Ihre Eilanträge lehnte ein Gericht jetzt ab, eine Entscheidung fällt damit erst später. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-rebellin-inge-hannemann-erleidet-teil-niederlage-vor-gericht-a-981536.html
Tja Frau Hannemann, das ist aber gar nicht Ihre Aufgabe! Wenn Sie das "System H4" ändern wollen, dann gehen Sie in die Politik. Mit Ungehorsam gegenüber seinem Brötchengeber kommt man da nicht wirklich weiter. Für eine Änderung brauchen Sie Mehrheiten. Im Moment sehe ich die aber nicht und es geht nicht nur nach Ihrem Bauchgefühl.
spon-1280943165745 17.07.2014
4. falsches Verständnis ihrer Aufgabe
Es kann nicht die Aufgabe einer Sachbearbeiterin mit klaren Vorgaben für ihre Entscheidungen sein diese grundsätzlich zu ändern. Sie ist weisungsgebunden wenn sie mit dem Gesetz nicht einvrrstanden ist muss sie in die Politik gehen. Es wäre auch kaum verstämdlich und nachvollziehbar wenn der Sachbearbeiter der Buchstaben A+B andere Entscheidungen trifft als der für die Buchstaben C+D. Die Frau sollte aufpassen den Bogen nicht zu überspannen, sie hat einen jetzt einen Arbeitsplatz der sie nicht in einen Gewissenskonflikt bringt. So mancher Arbeitnehmer wäre froh in der Situation zu sein.
FreemanG 17.07.2014
5.
Könnte es sein, dass die Dame etwas "mediengeil" ist?
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