Eilverfahren abgelehnt Hartz-IV-Rebellin muss Job in Sozialbehörde vorerst antreten

Inge Hannemann muss ihre Zwangsversetzung in die Sozialbehörde der Stadt Hamburg vorerst hinnehmen. Das hat das Landesarbeitsgericht entschieden. Über eine mögliche Rückkehr ins Jobcenter steht ein endgültiges Urteil jedoch noch aus.

Inge Hannemann: 46-Jährige muss Versetzung vorerst hinnehmen
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Inge Hannemann: 46-Jährige muss Versetzung vorerst hinnehmen


Hamburg - Die als "Hartz-IV-Rebellin" bekanntgewordene Jobcenter-Mitarbeiterin Inge Hannemann muss den ihr zugewiesenen neuen Posten in der Hamburger Sozialbehörde vorerst antreten. Das hat das Landesarbeitsgericht Hamburg mitgeteilt und damit eine vorangegangene Entscheidung des Arbeitsgerichts bestätigt. Hannemann hatte eine einstweilige Verfügung gegen ihre Versetzung beantragt, doch die Kammer sah keinen Grund für ein Eilverfahren. Die Entscheidung kann nicht angefochten werden.

Hannemann muss nun das reguläre Verfahren über die Rechtmäßigkeit ihrer Versetzung abwarten. Solange muss sie als Sachbearbeiterin im Integrationsamt der Stadt arbeiten. Der neue Job zöge keine so schweren Nachteile für die Klägerin nach sich, dass eine einstweilige Verfügung gerechtfertigt wäre, begründete das Gericht seine Entscheidung.

Vor Gericht hatte Hannemann unter anderem angeführt, nicht für die neue Stelle qualifiziert zu sein. Die Behörde habe eine umfassende Einarbeitung zugesichert, argumentierten die Richter dagegen. Auch die gesundheitlichen Probleme Hannemanns ließ das Gericht nicht gelten. Derzeit ist die frühere Jobcenter-Mitarbeiterin krankgeschrieben, ihre neue Stelle trat sie bislang nicht an.

Hannemann will auf jeden Fall zurück an ihren alten Arbeitsplatz im Jobcenter. "Ich mag den Job, und ich bin immer noch der Meinung, dass ich wirklich das System von innen heraus reformieren kann", hatte sie früher einmal gesagt. 2013 war Hannemann suspendiert worden, weil sie gegen das von ihr so genannte "System Hartz IV" kämpft. Sie hatte sich unter anderem geweigert, Sanktionen gegen Langzeitarbeitslose zu verhängen, die Termine nicht einhielten oder Stellenangebote ablehnten.

jbe/dpa



insgesamt 110 Beiträge
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ulrich-lr. 20.11.2014
1. Sanktionen
Völlig klar: Wer keine Sanktionen verhängen will, der ist ungeeignet und kann niemals Bundeskanzlerin werden.Vorschlag zur Güte:Die Dame soll doch mit Merkel tauschen. Mir wäre eine Bundeskanzlerin, die sich weigert Sanktionen zu verhängen, deutlich lieber.
ddorfer_ 20.11.2014
2. Nicht geeignet!
Wer seine persönl. politische Überzeugung in einem demokratischen Rechtsstaat über die Gesetze stellt, hat im Berufsleben, im Besonderen in einer solchen Position, nichts zu suchen.
hornisse.04 20.11.2014
3. Rebellin?
Wie kommt es , dass man eine Frau, die aus Steuergeldern bezahlt wird, die Steuergelder an andere nach Gutdünken verteilt und der Meinung ist, IHR würde es obliegen, deutsche GESETZE "von innen heraus (zu)reformieren" als eine Rebellin bezeichnet?Ist dieser Begriff nicht eigentlich positiv besetzt?(Gleichzeitig wird das Wirken einer Frau Heisig und ein Film darüber mit einer derartig pefiden Art und Weise durch einen Herrn Frank in den Schmutz gezogen, dass der SPON vorsichtshalber gar nicht wagt, Kommentare zuzulassen.)Lächerlich. Und meine Meinung wahrscheinlich nicht pc-kompatibel.
M. Michaelis 20.11.2014
4.
Manche Arbeitnehmer überschätzen schlicht ihre Kompetenzen.So mancher anderer Arbeitgeber würde da mit einer Kündigung statt einer Versetzung reagieren.
akerensky 20.11.2014
5. So ein Unsinn!
Zitat von ddorfer_Wer seine persönl. politische Überzeugung in einem demokratischen Rechtsstaat über die Gesetze stellt, hat im Berufsleben, im Besonderen in einer solchen Position, nichts zu suchen.
Sie hat gegen keine Gesetze verstoßen. Sanktionen liegen im Ermessen des Sachbearbeiters.
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