Aktenschlamperei Rechnungshof kritisiert offizielle Arbeitslosenstatistik

Laut einem Medienbericht kritisiert der Rechnungshof die Aktenführung in vielen Jobcentern, betroffen seien Hunderttausende Langzeitarbeitslose. In vielen Fällen sei "die Betreuung über mehrere Monate unterbrochen".

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Der Bundesrechnungshof übt offenbar in einem internen Prüfbericht Kritik an der Arbeitslosenstatistik. Demnach seien bundesweit die Akten von rund 290.000 Langzeitarbeitslosen falsch oder unvollständig geführt, kritisieren die Prüfer aus Bonn laut einer Meldung der "Bild am Sonntag". Dabei handelt es sich allerdings um eine auf Schätzungen basierende Hochrechnung. Für die Untersuchung hatte der Rechnungshof Daten aus dem Jahr 2017 stichprobenartig untersucht.

Die Zeitung geht davon aus, dass dadurch auch die offizielle Arbeitslosenstatistik um rund 115.000 Menschen zu niedrig ausfalle. Die Zahl der Arbeitslosen lag zuletzt bei 2,37 Millionen Menschen.

Grund für die falschen Zahlen sind nach Ansicht des Rechnungshofs Schlampereien: So würden viele Akten falsch oder unvollständig geführt, weil sich die Jobcenter nicht ausreichend um Hartz-IV-Empfänger kümmerten. "Die Betreuung durch die Jobcenter war häufig mehrere Monate unterbrochen", heißt es in dem Bericht. Problematisch seien zudem unverbindliche Regelungen und eine fehlende Fachaufsicht.

Die Bundesagentur für Arbeit teilte der "Bild am Sonntag" mit, in Zukunft sollten alle Jobcenter zur Nutzung von IT-Systemen verpflichtet werden, um solche Probleme zu verhindern. Eine entsprechende Weisung sei in Arbeit. Zudem sollen die Mitarbeiter in Jobcentern und Arbeitsagenturen für die Erfassung der Statistikdaten besser geschult werden.

beb



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