Verarmungsrisiko von Jugendlichen Arbeit in München, Hartz IV in Berlin

Jugendliche, die in München oder Dresden aufwachsen, haben gute Chancen, einen Job zu finden. Ganz anders sieht es in Berlin aus: In der Hauptstadt ist dem Deutschen Gewerkschaftsbund zufolge jeder fünfte Jugendliche auf Unterstützung durch Hartz IV angewiesen.

Auszubildende in Dresden: Hartz-IV-Risiko verhältnismäßig gering
dapd

Auszubildende in Dresden: Hartz-IV-Risiko verhältnismäßig gering


Berlin - Im europäischen Vergleich stehen deutsche Jugendliche vergleichsweise gut da: In Spanien und Griechenland sind gut 50 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job, in Portugal 35 Prozent, in Italien 31 Prozent.

In Deutschland ist die Quote deutlich niedriger - allerdings ist die Chance, einen Arbeitsplatz zu finden, eng verknüpft mit dem Wohnort. Das ergab eine am Donnerstag bekannt gewordene Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) von 14 Städteregionen. Ergebnis: Der Anteil junger Menschen an Hartz-IV-Empfängern ist in Berlin am höchsten und in München am niedrigsten.

Demnach bezogen in Berlin mit 19,2 Prozent fast ein Fünftel der 15- bis 24-Jährigen Hartz IV, in München waren es nur 5,1 Prozent. Hohe Hartz-IV-Quoten in dieser Altersgruppe gab es auch in Duisburg mit 17,4 Prozent sowie Dortmund mit 15,7 und Bremen mit 14,7 Prozent.

Verhältnismäßig gut ist die Lage demnach außer in München noch in Dresden mit einer Hartz-IV-Quote von 9,6 Prozent sowie in Aachen mit 10 und Nürnberg mit 10,2 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt waren Mitte des Jahres 8,8 Prozent aller 15- bis 24-Jährigen auf Hartz IV angewiesen. Die Hilfebedürftigkeit lag damit um 0,5 Prozentpunkte höher als für alle Menschen im erwerbsfähigen Alter. Ein relativ großer Anteil dieser hilfebedürftigen jungen Menschen lebt laut DGB eher in großstädtischen Regionen.

"Die Erfolge beim Abbau der Jugendarbeitslosigkeit haben bisher nichts daran ändern können, dass Jugendliche ein überdurchschnittliches Verarmungsrisiko haben", heißt es laut Nachrichtenagentur AFP in der Studie. Im September 2012 lebten demnach 534.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren von Hartz IV, allerdings war weniger als die Hälfte von ihnen arbeitslos. "Das Verarmungsrisiko dieser Jugendlichen ist hier offensichtlich längst nicht immer Ausdruck nur eigener beruflicher Integrationsprobleme, sondern relativ oft auf das Fehlen Existenz sichernder Arbeitsplätze der Eltern zurückzuführen", schreiben die Autoren der Studie.

Bei Kindern unter 15 Jahren lag die Hilfequote im Juli 2012 bundesweit sogar bei 15,3 Prozent. Armut gehe einher mit schlechten Bildungschancen, so die Analyse. An Hauptschulen gebe es dreimal öfter arme Schüler. "Eltern armer Kinder entscheiden sich häufiger gegen weiterführende Schulen, weil ihre Kinder früher Geld verdienen sollen", so die DGB-Analyse. Relativ geringe berufliche Perspektiven förderten wiederum Resignation und Mutlosigkeit. "Es verwundert nicht, wenn jugendliche Hartz-IV-Empfänger die Schule ohne Schulabschluss verlassen."

nck/AFP



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insgesamt 127 Beiträge
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zylinderkopf 27.12.2012
1. Märchenstunde
Und wieder mal die Mär von der ach so ungerechten Welt. Und immer sind die anderen schuld, wenn man nicht schreiben, lesen und rechnen gelernt hat, um einen Beruf zu ergreifen. Ich empfehle dem DGB, mal so wie ich zwei Kinder über mehr als 15 Jahre in unserem Bildungssystem zu begleiten. Da wird man schnell mit den sog. bildungsfernen Schichten in Berührung kommen. Dann kann er sich selbst man eine Meinung darüber bilden, warum diese nicht lernen wollen. Unsere soziale Hängematte ist schon schön gepolstert. Aber was will man auch von den Klassenkämpfern des DGB erwarten, die immer nur andere in der Pflicht sehen.
Phoenix2006 27.12.2012
2. Verarmungsrisiko von Jugendlichen: Arbeit in München, Hartz IV in Berlin Titel:
Sehr geehrte Foristen, Wenn Sie Interesse haben wirschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, empfehle ich Ihnen die zweiteilige Wirtschaftsdokumentation "Teil1Der Grosse Reibach" und "Teil2 Der Tanz der Geier" vom 2.10.2012 auf dem Deutsch-Französischen Kulturkanal Arte. Leider auf dem Videoserver von Arte nicht mehr abrufbar (Arte Bitte Bitte Bitte mehr als eine Woche auf eurem Videoserver bereitstellen, wenn es möglich ist 1Jahr!!!)
mallorcafan 27.12.2012
3. Wozu
Zitat von sysopdapdJugendliche, die in München oder Dresden aufwachsen, haben gute Chancen, einen Job zu finden. Ganz anders sieht es in Berlin aus: In der Hauptstadt ist dem Deutschen Gewerkschaftsbund zufolge jeder fünfte Jugendliche auf Unterstützung durch Hartz IV angewiesen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-risiko-von-jugendlichen-hoch-in-berlin-niedrig-in-muenchen-a-874819.html
gibt es überhaupt Gewerkschaften? 1) damit sie Missstände analysiert? 2) damit sie Minimallohnwitzerhöhungen " durchsetzt "? 3) damit sie Aufstocker akzeptiert? 4) damit sie ausufernde Zeitarbeit nicht nur toleriert sonder auch noch salonfähig macht? 5) damit sie Renteneintrittsaltererhöhung durchwinkt? 6) damit sie ALG2 - Empfänger, und das passt jetzt besonders, " links liegen lässt "? 7) damit sie heisse Frühlings + heissen Herbst androht und nichts passiert? u.s.w.
sagmalwasdazu 27.12.2012
4. Verleihens Bildungspaket ....
Wenn diese Zahlen tatsächlich belastbar sind, dann frage ich, warum Fr. v. Verleihen dem nicht Rechnung trägt, und gegensteuert. Bisher hatte sie nur " viertelherzig " die Blendgranate " Bildungspaket " ins Rennen geschickt. Anstatt Dauerbewerbungstraining zu finanzieren, und somit die Hartz-Maschinerie ihre Daseinsberechtigung und satte Gewinne zu garantieren,- die dann dem Sozialetat angelastet werden, sollte sie ENDLICH ein richtiges Ausbildungsprogramm starten. Wenn die Unternehmen schon nicht für ihren Bedarf an qualifizierten Nachwuchs sorgen, sollte es die Arbeits und Sozialministerin auf ihre AGENDA schreiben. Angebotene ( UND Arbeitsmarktorientierte) Ausbildung, samt entsprechender ( Branchenüblicher) Vergütung dieser, und die leider auf der Strecke gebliebenen werden Vollgas geben !
bjuv 27.12.2012
5. Warum
die Schule ohne Schulabschluss verlassen"? Die Schulabschluss-Verweigerung ist das ERgebnis der Entscheidung eines jeden Jugendlichen selber. Oft genug weiss er aus seinem Umfeld, dass ohne Bildung in der BRD die Zukunftsaussichten hauptsächlich von Transfer-Leistungen geprägt sind. Da muss es doch geradezu logisch erscheinen, seine eigene Position durch Lernen zu verbessern. Eigenverantwortung also - aber dieses Wort fehlrt vermutlich bei Sozen und Gewerkschaften allzu oft bei der Erklärung der eigenen Welt.
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