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Hauptstadtflughafen BER: Pannen-Airport wird 440 Millionen Euro teurer

Menschenleerer Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg: Der Bau wird noch einmal teurer Zur Großansicht
DPA

Menschenleerer Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg: Der Bau wird noch einmal teurer

Pannen, Pech - und noch eine Pleite: Der Bau des Hauptstadtflughafens BER wird offenbar noch einmal knapp eine halbe Milliarde Euro teurer als gedacht, wie der jüngste Controllingbericht der Flughafengesellschaft offenbart. Der Bund sowie Berlin und Brandenburg müssten einspringen.

Berlin - Monatelang gab es seitens der Flughafengesellschaft keine Auskunft darüber, ob die bislang genehmigten Milliarden ausreichen, um den geplanten Flughafen BER in Berlin-Schönefeld fertigzubauen. Laut dem Rundfunksender Berlin-Brandenburg rbb zeigt jetzt der jüngste Controllingbericht: Das Geld reicht lange nicht.

Der Bau des künftigen Hauptstadtflughafens wird demnach noch einmal deutlich teurer als bisher offiziell bekannt: Die Flughafengesellschaft geht selbst inzwischen von Kosten von mehr als 4,7 Milliarden Euro aus. Das genehmigte Budget liegt bei rund 4,3 Milliarden. Den Informationen des Senders zufolge rechnet die Flughafengesellschaft inzwischen mit einer Finanzierungslücke von knapp 440 Millionen Euro. Das gehe aus dem Bericht an den Flughafenaufsichtsrat von Ende des vergangenen Jahres hervor.

Möglicherweise werde es sogar noch teurer, berichtet der Sender. Demnach stünden die Kosten für den Schallschutz im Umfeld des BER im "eklatanten Widerspruch zu den jüngsten Äußerungen des Flughafenchefs Hartmut Mehdorn".

"Insofern sind die 4,7 Milliarden, die jetzt in der Prognose stehen, auch nicht das Ende der Fahnenstange. Wir werden auf über 5 Milliarden kommen. Rechnet man dann noch die Verbindlichkeiten der Flughafengesellschaft seit 2012 dazu, die ja auch fällig werden, wird es noch mehr", sagt Martin Delius, der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses. In der Summe drohe der Flughafengesellschaft damit eine Finanzierungslücke von insgesamt knapp 700 Millionen Euro. Dieses Geld müssten die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund als Eigentümer anteilig zur Verfügung stellen.

Erst im vergangenen Jahr hatten die Steuerzahler Ostdeutschlands größtes Infrastrukturprojekt mit 1,2 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet.

Die Eröffnung des geplanten zentralen Hauptstadtflughafens BER ist bereits mehrfach verschoben worden. Am Freitag wurde bekannt, dass selbst bei einer planmäßigen Eröffnung im Juni 2012 noch monatelang Bauarbeiter im Einsatz gewesen wären.

Ab Juli 2014 sollen nun endlich die ersten Maschinen auf dem Flughafen Berlin Brandenburg starten und landen. Diesen Termin nannte Flughafenchef Mehdorn Mitte Januar. Geplant ist ein Testbetrieb mit maximal zehn Flügen am Tag.

lgr/AFP

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1. Kein Problem
Palmstroem 01.02.2014
Zitat von sysopDPAPannen, Pech - und noch eine Pleite: Der Bau des Hauptstadtflughafens BER wird offenbar noch einmal knapp eine halbe Milliarde Euro teurer als gedacht, das offenbart der jüngste Controllingbericht der Flughafengesellschaft. Der Bund sowie Berlin und Brandenburg müssten einspringen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hauptstadtflughafen-ber-kosten-steigen-um-440-millionen-euro-a-950515.html
Kein Problem - ein Problem wäre es nur, wenn einer der Beteiligten ein Bobby-Car geschenkt bekommen hätte oder auf dem Münchner Oktoberfest Freibier getrunken hätte. Ansonsten geht die halbe Milliarde in Ordnung. Und das Wowi wieder Aufsichtsratsvorsitzender ist, prima! PS: Eine Frage hätte ich noch - bei wem landet die halbe Milliarde!
2. Was soll's?
saba1 01.02.2014
Halbe Milliarde mehr? Ist doch kein Problem. Rein mit den Steuern, sprudeln ja gerade so schön. Und notfalls muss halt ein BER-Notgroschen her. 1000 EUR von allen in Deutschland abhängig Beschäftigten bitte als Einmalzahlung einziehen, der sozialen Mitte geht es ohnehin viel zu gut.
3. Danke
GerhardFeder 01.02.2014
Zitat von sysopDPAPannen, Pech - und noch eine Pleite: Der Bau des Hauptstadtflughafens BER wird offenbar noch einmal knapp eine halbe Milliarde Euro teurer als gedacht, das offenbart der jüngste Controllingbericht der Flughafengesellschaft. Der Bund sowie Berlin und Brandenburg müssten einspringen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hauptstadtflughafen-ber-kosten-steigen-um-440-millionen-euro-a-950515.html
Da müssen die öffentlich Bediensteten in Berlin dem Senat und ihren Gewerkschaften dankbar sein, dass sie mit ihrem Gehaltsverzicht erst die Berliner Banken und dann den Flughafen-Murks finanzieren durften. So arbeiten eben große Koalitionen (rotschwarze ebenso wie rotrote).
4. Der Transrapid war ja zu teuer ..
haichen 01.02.2014
Schade. Großprojekte sollten wie bereits vorgeschlagen von einer eigenen Bundesbehörde betreut werden. Die kann dann über die Jahre Erfahrungen und Fähigkeiten aufbauen. Natürlich hätte so etwas auch Nachteile: Neue Methoden und Technik würden dann wahrscheinlich Jahrzehnte brauchen bis sie genutzt werden. Aber das ist ja heute auch nicht anders..
5. Also bitte.
nemesis_01 01.02.2014
Genau in dem Moment, als damals der Name Mehdorn auf den Tisch kam, wusste doch jeder halbewegs begabte, jetzt gehts richtig bergab. Der ist von all den Nichtskönnern die sich am Berliner Flughafen probieren durften, der grösste Hanswurst. Quasi der Präsident der Unfähigen. Unter dem Aspekt sind 440 Mio zuviel dann wieder geradezu ein Schnäppchen.
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