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Machtkampf mit Mehdorn: BER-Technikchef verfasst Brandbrief an Wowereit

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Amann, Mehdorn: "Wahrnehmung der Gesamtverantwortung nicht mehr möglich" Zur Großansicht
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Amann, Mehdorn: "Wahrnehmung der Gesamtverantwortung nicht mehr möglich"

Der Streit unter den Verantwortlichen für den Berliner Flughafen eskaliert: Technik-Geschäftsführer Amann beschwert sich in einem Brief an Bürgermeister Wowereit, BER-Chef Mehdorn habe ihn entmachtet. Nach SPIEGEL-Informationen wird bereits über seine Abfindung verhandelt.

Das dreiseitige Schreiben erreichte Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Wenige Tage vor der Bundestagswahl fordert Flughafen-Technik-Geschäftsführer Horst Amann, der seit Monaten mit seinem Chef Hartmut Mehdorn im Clinch liegt, den Aufsichtsratschef Wowereit auf, beim Hauptstadtflughafen BER reinen Tisch zu machen.

"Entweder ist meine Tätigkeit und Funktion (wieder) zu stärken oder es sind alternativ in Erfüllung meines Geschäftsführervertrages die Konsequenzen zu veranlassen", schrieb Amann am 16. September an Wowereit. Kopien des Schreibens schickte der Manager an den Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat, Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba und die Landesregierung von Brandenburg.

Mit dem Schreiben gerät der Aufsichtsrat und die Flughafen-Gesellschafter, der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg, unter Druck. Sie müssen nun einen Machtkampf entscheiden, den sie über Monate haben eskalieren lassen.

Am Ergebnis besteht kaum noch Zweifel. Amann wird wohl den Kürzeren ziehen und womöglich gegen eine stattliche Abfindung das Feld räumen. Über die Höhe werden offenbar seit zwei Wochen Gespräche geführt, Amann will seinen gesamten Vertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren, so heißt es aus Gesellschafterkreisen, ausgezahlt bekommen. Die Rede ist von 1,4 Millionen Euro. Amann möchte sich dazu auf Anfrage nicht äußern, ein Wowereit-Sprecher sagte, es gebe "keine Verhandlungen über eine Vertragsauflösung".

Bereits im Juni forderte Mehdorn vom damaligen Aufsichtsratschef Matthias Platzeck Amanns Entlassung, weil der seiner Meinung nach nur langwierige Fehleranalysen anstelle und damit die Inbetriebnahme verzögere. Platzeck lehnte ab, er wollte Ruhe bei Personalfragen. Schließlich habe der Flughafen schon genug Probleme, der Brandschutz funktioniert immer noch nicht, ein Eröffnungstermin ist nicht in Sicht.

Mehdorn schon auf Nach-Amann-Ära eingerichtet

Vor der letzten Aufsichtsratssitzung, Ende August, gerieten dann Mehdorn und Amann beim Thema Teileröffnung aneinander. Mehdorn favorisierte einen Probebetrieb am Nordpier ab kommenden Frühjahr mit einer Hand voll Flügen pro Tag. Amann hingegen wollte BER erst nach einem vollständigen Umzug des alten Flughafens Schönefeld zum Teil in Betrieb nehmen. Gegenseitig bezichtigten sie sich der Undurchführbarkeit der Konzepte. Mehdorn setzte sich durch, konnte aber bis heute nicht die notwendigen Unterlagen für die Genehmigung des Umbaus des Nordpiers vorlegen.

Amann fühlte sich bestätigt, hatte aber immer weniger Einfluss. In dem Schreiben an Wowereit beklagte sich der Manager, dass Mehdorn "hervorragende Fachkräfte entlässt und durch unqualifiziertes Personal ersetzt und die Gesellschaft im wachsenden Umfang durch externe Unternehmensberater kostenintensiv begleiten lässt". Er sehe sich in seiner "Handlungsfähigkeit als Geschäftsführer Technik gehindert". Die "Wahrnehmung der Gesamtverantwortung" sei nicht mehr möglich.

Mehdorn hat sich ohnehin schon auf die Nach-Amann-Ära eingerichtet. Den Posten will er, so heißt es in seinem Umfeld, nicht wieder besetzen. Seinen ursprünglichen Plan, Amann durch den Bahn-Baufachmann Hany Azer zu ersetzen, habe er fallengelassen. Die Gehaltsvorstellungen von Azer seien nicht akzeptabel gewesen, sagt ein Vertrauter.

Ohne einen Technik-Geschäftsführer wäre für den Fertigbau des Hauptstadtflughafens dann nur noch Mehdorn verantwortlich. Es wäre wieder eine Ein-Mann-Show wie in den Zeiten nach der Entlassung des früheren Geschäftsführers Rainer Schwarz, als Amann allein am BER herrschte. Doch dieser Zustand sollte, so jedenfalls das Kalkül des Aufsichtsrates, mit der Berufung von Mehdorn beendet werden.

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insgesamt 98 Beiträge
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1. Sachliche Arbeit stört da wohl nur noch!
Benjowi 20.09.2013
Zitat von sysopDPADer Streit unter den Verantwortlichen für den Berliner Flughafen eskaliert: Technik-Geschäftsführer Amann beschwert sich in einem Brief an Bürgermeister Wowereit, BER-Chef Mehdorn habe ihn entmachtet. Nach SPIEGEL-Informationen wird bereits über seine Abfindung verhandelt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hauptstadtflughafen-ber-a-923542.html
So what-das ist offensichtlich einer der wenigen, die sachlich an diesem sogenannten "Flughafenprojekt BER" gearbeitet haben, vielleicht hat er auch zu viele Ablauffehler entdeckt-das stört natürlich gewaltig in diesen Partykreisen, die mit fremden Steuergeld um sich werfen.
2. Gar nichts läuft im grossen Kanton
swizzserb 20.09.2013
Ihr bekommt ja gar nichts auf die Reihe. Und ihr wollt Vorbild für Europa sein? Einfach nur noch peinlich.
3.
m.schrader 20.09.2013
Naja, wenn man den aktuellen Gerüchten aus Schönefeld glauben schenkt und und man -Schönefeld auf Sand gebaut- googelt, dann scheint es ja so auszusehen, als ob der Flughafen relativ zeitnahe Ad acta gelegt wird. Es traut sich halt keiner mit der Wahrheit raus zu rücken. Zudem:kurz vor den Wahlen!
4. Hier fehlt ein Wort
karo-merkel 20.09.2013
"Mehdorn setzte sich durch, konnte aber bis heute die notwendigen Unterlagen für die Genehmigung des Umbaus des Nordpiers vorlegen". Hier fehlt wohl das Wort "nicht".
5.
BlakesWort 20.09.2013
Zitat von sysopDPADer Streit unter den Verantwortlichen für den Berliner Flughafen eskaliert: Technik-Geschäftsführer Amann beschwert sich in einem Brief an Bürgermeister Wowereit, BER-Chef Mehdorn habe ihn entmachtet. Nach SPIEGEL-Informationen wird bereits über seine Abfindung verhandelt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hauptstadtflughafen-ber-a-923542.html
Oben zitierte Aussage ist typisch für Mehdorn und andere Manager seines Schlages. Die Praktiker werden entlassen und gegen Theoretiker mit Taschenrechner getauscht. Solange an den wichtigen Stellen der Industrie und von Großprojekten weiter die BWLer die Führung haben, werden sich Projekte wie BER, S21 oder Elbphilharmonie immer wiederholen.
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