Rainer Schwarz Ex-Chef des Berliner Pannenairports bekommt eine Million Euro

Er steht für das peinlichste und teuerste Bau-Desaster in Deutschland: Rainer Schwarz, ehemals Chef der Berliner Flughafengesellschaft. Trotzdem sprach ihm das Landgericht Berlin jetzt noch rund eine Million Euro Gehalt zu.

Ex-BER-Chef Schwarz: "Zurück zu den Wurzeln"
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Ex-BER-Chef Schwarz: "Zurück zu den Wurzeln"


Berlin - Der frühere Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz hat Anspruch auf Gehaltszahlungen von rund einer Million Euro. Das hat das Landgericht Berlin am Donnerstag entschieden. Es erklärte die beiden Kündigungen für unwirksam, die die Flughafengesellschaft ausgesprochen hatte. Schwarz hätten keine schwerwiegenden Pflichtverletzungen nachgewiesen werden können, sagte der Richter Björn Retzlaff. Somit müsse ihm das Gehalt bis Vertragsende im Mai 2016 gezahlt werden.

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hatte Schwarz im Januar 2013 entlassen. Er sah bei ihm eine Mitschuld für die wiederholt verschobene Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens. Schwarz hatte Anspruch auf entgangenes Gehalt sowie Zahlungen für die Altersvorsorge erhoben, laut Gericht maximal 1,6 Millionen Euro.

Auch sonst läuft es nicht schlecht für den 57-Jährigen: Ab Anfang Dezember wird er neuer Flughafenchef in Rostock-Laage. Er habe einen Fünfjahresvertrag bekommen, hieß es.

Auf die neue Aufgabe angesprochen, sagte Schwarz, dass er wieder ins aktive Geschäft zurückwolle. Er sei bislang sehr stark im operativen Geschäft tätig gewesen. "Das war zum Schluss in Berlin nicht mehr möglich." Es sei dort eine mehr politische Aufgabe gewesen.

Über seine Aufgabe in Laage sagte er, es gehe "back to the roots". Die Politik sei nicht das, was er gelernt habe. Er habe zuletzt als Unternehmensberater gearbeitet.

In Berlin bleibt der Name Schwarz mit dem größten und teuersten Bau-Desaster in der Geschichte der Bundesrepublik verbunden. Der Flughafen Berlin Brandenburg wird seit 2006 gebaut und sollte ursprünglich im Juni 2012 eröffnet werden. Den Bau begleiten jedoch zahlreiche Skandale - zuletzt war nach Korruptionsvorwürfen der Technikchef Jürgen Großmann geschasst worden. Probleme bei der Fertigstellung der Entrauchungsanlage hatten schon früh dazu geführt, dass der ursprünglich geplante Eröffnungstermin nicht eingehalten werden konnte. Die Kosten stiegen von ursprünglich geplanten rund zwei auf mittlerweile deutlich mehr als fünf Milliarden Euro.

mik/dpa-AFX

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insgesamt 52 Beiträge
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niktim 23.10.2014
1. Einfach unverständlich!
Wenn du in diesem Land eine bestimmte Stufe der Gesellschaft erreicht hast, dann bist du bei allen Mist, den du verzappt hast, immer auf der Seite der Gewinner! Der Herr Schwarz ist doch der Hauptverantwortliche für das Desaster beim BER! Ja größer der Schaden den einer für die Gesellschaft anrichtet, desto größer seine süäteren Ansprüche! Aber wehe die hast nur einen Euro vom Arbeitsamt nicht gemeldet, aber dann......... Das nennt man Rechtsstaat!
SPONU 23.10.2014
2. Schon meine Urgrossmutter wusste...
...die Fettaugen schwimmen immer oben. Alle Arbeiter und Angestellten bitte einmal bücken und den täglichen Tritt empfangen!
kuddikurt 23.10.2014
3. Wer macht solche Verträge
Immer wieder hört man von diesen verrückten Verträgen die Versagern noch horrende Summen zukommen lassen. Wieso werden diejenigen die Solche Verträge zulassen nicht rausgeschmissen oder ist Methode dahinter.
dietmar0402 23.10.2014
4. Da gehen einen die Haare hoch.
wenn man das wieder liest was soll man da denken ich sage nur das ist eine Schande gegenüber den Steuerzahler.
schmuella 23.10.2014
5. Wie lange ...
muss ein/e Durchschnittsverdiener/in für eine Millionen Euro arbeiten? Leute in unteren und mittleren Einkommenschichten werden bestraft z. B. in Form hoher Steuern, Steuerverschwendungen (Bankenrettung statt Verbesserung der Infrastruktur), Bürokratismus, Vernichtung von Sparguthaben (Inflation ist höher als Zinsniveau) etc. In diesem Staat geht mächtig etwas schief.
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