Kostenfalle Überziehungskredit Gesetz verpflichtet Banken zu mehr Aufklärung beim Dispo

Wenn unerwartet Ausgaben anstehen, ist der Dispokredit nützlich - zu beträchtlichen Zinsen. Per Gesetz will die Bundesregierung die Banken jetzt verpflichten, ihren Kunden billigere Alternativen anzubieten.

Justizminister Heiko Maas: Zinssätze für Dispokredite transparenter machen
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Justizminister Heiko Maas: Zinssätze für Dispokredite transparenter machen


Verbraucher sollen künftig besser vor hohen Dispozinsen und Risiken beim Abschluss von Immobilienkrediten geschützt werden. Das Bundeskabinett brachte einen Gesetzentwurf auf den Weg, der vor allem intensivere Information und Beratung zum Ziel hat. Vorgesehen ist, dass Banken und Sparkassen ein Gespräch über kostengünstigere Alternativen anbieten müssen, wenn jemand seinen Dispokredit ein halbes Jahr lang zu durchschnittlich mehr als 75 Prozent ausschöpft. Die aktuellen Zinssätze müssen gut sichtbar im Internet veröffentlicht werden.

"Hierdurch versetzen wir die Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage, die Zinssätze schnell und einfach miteinander vergleichen zu können", sagte Justizminister Heiko Maas (SPD). "Damit machen wir es den Banken schwerer, unangemessen hohe Dispozinsen zu verlangen." Verbraucherschützer fordern seit Längerem, die Zinssätze gesetzlich zu "deckeln", also eine maximal zulässige Höhe vorzugeben. So weit sollen die neuen Regeln nun aber nicht gehen.

Inhaber eines Girokontos können dieses normalerweise bis zu einer vertraglich festgelegten Summe überziehen. Für diesen Dispokredit berechnen Banken und Sparkassen aber Zinsen, die meist höher sind als bei anderen Kreditformen.

Der Gesetzentwurf verpflichtet außerdem Kreditgeber, Kunden vor der Vergabe von Immobiliendarlehen deren Kreditwürdigkeit streng zu prüfen und sie umfassend über das Angebot zu informieren. Eine Kopplung mit anderen Finanzprodukten ist nur noch in bestimmten Fällen erlaubt. Auch die Anforderungen an die Vermittler von Darlehen sollen verschärft werden.

kbl/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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jujo 15.07.2015
1. ...
Ich gehe mal davon aus, das der normale Dispo nur kurzzeitig und mit einer überschaubaren Summe belastet wird. Warum staffelt man die Zinsen nicht nach Dauer und Höhe der Inanspruchnahme langsam ansteigend. Selbst wenn ich nie einen Dispo hatte oder in Anspruch genommen habe, kann ich verstehen das Leute ins minus kommen. Die erlaubten Zinsen sind eine Frechheit!
omop 15.07.2015
2. Anstatt solcher belangloser Themen..
sollte Herr Maas doch mal der Solidargemeinschaft erklären, warum angestellte Juristen nun doch wieder aus der Einzahlungsverpflichtung zur gesetzlichen Rentenversicherung ausgenommen werden sollen. Klientelpolitik in schlimmster Form..
oidahund 15.07.2015
3. Das ist doch
nur ein weiteres Show-Gesetz! - Viele Bankverbindungen werden doch heute virtuell geführt bei Online-Banken - wie wollen die den beraten? - Da kommt dann ein Brief mit einer Info-Broschüre und dem Angebot, beim Service-Center anzurufen. Wer sich bislang nicht um kostengünstigere Alternativen bemüht hat, der wird auch den Brief ungelesen wegwerfen. Jeder - auch wirkch jeder - hat die Möglichkeiten den Dispo-Zins zu vergleichen. Das ist die Kreditart mit den meisten Sonderkonditionen. Nur wer sich um nichts kümmert, wein Konto permanent im Minus hat, der zahlt die hohen Zinssätze. - 'der autofahrer, der immer zur nächsten Tankestelle fährt und nicht zu den billigsten, der zahlt auch mehr für das Benzin. - Es ist nunmal überall so. Bald gibt es keine mündigen Menschen mehr in diesem Land, weil die Politik bis ins kleinste alles regelt und nannysiert hat.
tommirf 15.07.2015
4. Sinnvoller und wichtiger
wäre gewesen, eine gesetzliche Obergrenze für Zinsen zu setzen, z.b. 6% ( oder 9% für geduldete Überziehung ) über dem EZB-Zinssatz. Die Banken bekommen Geld für lau von der EZB und verleihen für 12% oder mehr. Wenn das keine Abzocke ist weiß ich nichts mehr...
fatherted98 15.07.2015
5. Der...
...Überwachungs-Maas...jaja...wieder mal ein Gesetz für die Bürger...lach...
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