Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Zehn gute Nachrichten: Die frohe Botschaft

Terror, Kriege, Wirtschaftskrisen - 2015 war für viele ein schlimmes Jahr. Und dennoch: Einiges hat sich zum Guten gewendet. Zehn Nachrichten, die Hoffnung machen.

Weihnachtsmarkt in Hildesheim: Es gibt auch gute Nachrichten, selbst 2015 Zur Großansicht
DPA

Weihnachtsmarkt in Hildesheim: Es gibt auch gute Nachrichten, selbst 2015

Gute Nachrichten 2015? Da muss man schon suchen. Das Jahr war geprägt von internationalen Verwerfungen: Syrienkrieg, Ukrainekonflikt, Inselstreit im Pazifik. Und nicht zuletzt war da der Terror des "Islamischen Staats". Hinzu kamen schwere ökonomische Krisen wie das Griechenland-Chaos und der Absturz an den chinesischen Börsen.

Aber wer genau hinsieht, erkennt durchaus positive Trends - Dinge, die sich erfreulich entwickelt haben. Hier sind sie: die zehn guten Nachrichten des Jahres.

Kinderlähmung fast ausgerottet

Polio-Virus: Impfkampagnen wirken Zur Großansicht
AP

Polio-Virus: Impfkampagnen wirken

Im Jahr 2015 wurden bisher 60 Fälle von Kinderlähmung gemeldet. Das ist ein historischer Tiefstand. Noch im Vorjahr waren es 359 Fälle, im Jahr 1988 erkrankten gar noch 350.000 Menschen. Damals trat die Krankheit, die auch Polio genannt wird und zu lebenslangen Lähmungen führen kann, in 125 Ländern regelmäßig auf. 2015 war dies nur noch in zwei Staaten der Fall: Afghanistan und Pakistan. Große Impfkampagnen haben es ermöglicht, das Virus nahezu auszurotten. Impfungen bleiben notwendig, um auch das letzte Stück des Wegs zu schaffen und die Krankheit - wie es mit den Pocken schon gelungen ist - vollständig zu besiegen. Die WHO schätzt: 13 Millionen Menschen weltweit können dank der Impfprogramme heute laufen, die sonst durch Polio gelähmt worden wären. (Nina Weber)

Löhne steigen - ganz real

Angestellte (Symbolbild): Löhne rauf, Inflation runter Zur Großansicht
Corbis

Angestellte (Symbolbild): Löhne rauf, Inflation runter

Viele Jahre lang konnten sich Arbeitnehmer in Deutschland über Gehaltserhöhungen kaum freuen: Ihre ohnehin geringen Lohnsteigerungen wurden von der Inflation aufgezehrt. Unter dem Strich stagnierte der Wohlstand seit Mitte der Neunzigerjahre, zeitweise sank er sogar. Dieser Trend ist nun offenbar gebrochen. Bereits im vergangenen Jahr stiegen die Reallöhne um 1,7 Prozent - und erreichten damit das Niveau von 1996. In diesem Jahr fiel das Plus den bisher vorliegenden Daten zufolge noch höher aus: 2,7 Prozent hatten die Arbeitnehmer im zweiten Quartal mehr zur Verfügung. Besonders stark legten die Reallöhne übrigens für jene zu, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen: Ungelernte (plus 4,8 Prozent) und geringfügig Beschäftigte (plus fünf Prozent). Ein Zeichen dafür, dass der Mindestlohn wirkt. (Florian Diekmann)

Deutschland hilft

Messehalle in Hamburg: Hilfe für Flüchtlinge Zur Großansicht
DPA

Messehalle in Hamburg: Hilfe für Flüchtlinge

Die Deutschen bewegen sich - um zu helfen. Knapp die Hälfte der Bürger hat laut repräsentativen Umfragen Flüchtlinge unterstützt oder für sie gespendet. Das Ehrenamt erlebte 2015 einen wahren Boom. Ohne die vielen Freiwilligen, die bei Behördengängen, in Kleiderkammern und beim Deutschlernen geholfen haben oder Flüchtlinge sogar zu Hause aufgenommen haben, hätte es viel größere Probleme bei der Versorgung der rund eine Million Asylsuchenden gegeben. Unter den Helfern sind überproportional viele junge Menschen - sie setzen dem Bild von der angeblich nur an sich selbst interessierten Jugend etwas entgegen. Und noch eine gute Nachricht: "Entgegen den vielfach geäußerten Vermutungen geben die Ehrenamtlichen mit großer Mehrheit an, von ihrer Tätigkeit nicht erschöpft zu sein", sagt Forscher Serhat Karakayali, der am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe untersucht. (Anna Reimann)

Rekordjahr für Ökoenergien

Windräder: Weltweiter Ökoboom Zur Großansicht
DPA

Windräder: Weltweiter Ökoboom

Das globale Ökozeitalter ist angebrochen. Das sagen zwei weltweit renommierte Branchenexperten: Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), und Adnan Amin, der Chef der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA). In einem Gastbeitrag für "CNN Money" schreiben sie: Wind- und Wasserkraft, Solarenergie, Biogas und viele weitere Ökotechnologien sind im überwiegenden Teil der Welt die favorisierte Lösung nationaler Energieprobleme. Sie untermauern diese These mit eindrucksvollen Fakten: Mindestens 164 Länder haben nationale Ausbauziele für erneuerbare Energien definiert. Gut die Hälfte der neuen Kraftwerkskapazitäten, die ans Netz gehen, sind heute grün und erneuerbar. Solaranlagen und Windräder an Land erzeugen in manchen Teilen der Welt günstiger Strom als fossile Kraftwerke. CO2-Sünder wie China und Indien stocken ihre Investitionen in Ökoenergie auf. In Deutschland hat der Ökostromanteil am Bruttostromverbrauch im ersten Halbjahr den Rekordwert von 33 Prozent erreicht. (Stefan Schultz)

Schwere Gewaltkriminalität geht zurück

Gewalt (Szene nachgestellt): Weniger Körperverletzung, weniger Raub Zur Großansicht
DPA

Gewalt (Szene nachgestellt): Weniger Körperverletzung, weniger Raub

Insgesamt ist die Zahl der Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr zwar gestiegen, aber aus der Polizeilichen Kriminalstatistik lassen sich auch positive Entwicklungen ablesen. So nimmt die sogenannte Gewaltkriminalität mit schwerer Körperverletzung und Raub seit 2009 kontinuierlich ab - zuletzt um 2,1 Prozent auf knapp 181.000 erfasste Fälle. Die Zahl tatverdächtiger Jugendlicher in diesem Bereich sank zuletzt sogar um 9,3 Prozent. "Man kann nicht sagen, dass die Jugendlichen immer gewalttätiger werden", sagt Innenminister Thomas de Maizière. (Jens Witte)

Immer weniger Kinder sterben

Kinder in der Elfenbeinküste: Positiver Trend setzt sich fort Zur Großansicht
REUTERS

Kinder in der Elfenbeinküste: Positiver Trend setzt sich fort

Die Kindersterblichkeit hat sich laut Uno 2015 spürbar reduziert. Im vergangenen Jahr starben noch 6,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren, dieses Jahr werden es laut Schätzungen voraussichtlich 5,9 Millionen sein. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort: Seit 1990 hat sich die Zahl mehr als halbiert - damals starben noch 12,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Allerdings gibt es für die Zukunft weiter viel zu tun. Noch immer erliegen täglich durchschnittlich 16.000 Kinder ihren Leiden - die häufigsten Ursachen sind Frühgeburten, Lungenentzündungen, Durchfall, Blutvergiftung und Malaria. 45 Prozent der Todesfälle ereigneten sich in den ersten 28 Lebenstagen. Viele Todesfälle ließen sich durch einfache Maßnahmen verhindern - etwa durch sauberes Wasser, Impfungen oder bessere medizinische Versorgung. (Jörg Römer)

Die Jobmaschine läuft

Maschinenbau: Hochwertige neue Jobs Zur Großansicht
DPA

Maschinenbau: Hochwertige neue Jobs

In Deutschland sind so wenige Menschen arbeitslos wie zuletzt 1991. Im November waren es 2,63 Millionen - 84.000 weniger als im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote liegt nach internationalem Standard bei 4,4 Prozent: niedriger als in jedem anderen Land der EU, ja selbst niedriger als in den USA. Und die neuen Jobs sind hochwertig: 31,35 Millionen Menschen haben einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz, fast 700.000 mehr als 2014. Die Zahl der Minijobber schrumpft dagegen. Das ganze Ausmaß des deutschen Jobwunders wird bei einem Zehn-Jahres-Rückblick deutlich: Anfang 2005 gab es noch 5,3 Millionen Arbeitslose und nur 26,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die damals alltägliche Angst vor dem Jobverlust ist in Deutschland so gut wie gebannt. (Florian Diekmann)

Trotz Autoboom nicht mehr Verkehrstote

Straße in Indien: Zahl der Verkehrstoten seit 2007 stabil Zur Großansicht
AP

Straße in Indien: Zahl der Verkehrstoten seit 2007 stabil

Der Verkehr nimmt weltweit zu, die Straßen werden immer voller. Trotzdem kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem "Weltbericht zur Sicherheit im Straßenverkehr" zu einem überraschend positiven Ergebnis: Die Zahl der bei Unfällen getöteten Menschen ist seit 2007 konstant geblieben. Grund sind erhöhte Anstrengungen für mehr Verkehrssicherheit. Allerdings zählt die WHO weltweit immer noch 1,25 Millionen Verkehrsopfer. In Deutschland sank die Zahl übrigens stetig, 2013 erreichte sie mit 3340 Toten den tiefsten Stand seit Einführung der Statistik. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten jedoch wieder leicht gestiegen. Es gibt also noch einiges zu tun, um die Sicherheit auf den Straßen weiter zu erhöhen. (Christoph Stockburger)

User - Facebook 1:0

Facebook: Was darf der Konzern mit Nutzerdaten machen? Zur Großansicht
Aidan Crawley/ Bloomberg/ Getty Images

Facebook: Was darf der Konzern mit Nutzerdaten machen?

Eins hat der Österreicher Max Schrems in diesem Jahr gezeigt: Wenn man nur hartnäckig genug ist, kann man auch als Einzelner etwas erreichen im Kampf um die eigenen Daten. Schrems fordert seit Jahren, dass Facebook transparent macht, was es über seine Nutzer speichert - und dass es Daten, die Nutzer löschen, auch tatsächlich löscht. Nach den Enthüllungen Edward Snowdens argumentierte Schrems vor Gericht, man könne Facebook nicht einfach so trauen, schließlich sei nun erwiesen, dass US-Sicherheitsbehörden sich bei Bedarf problemlos Zugriff auf die Datenschätze von US-Firmen verschaffen können und das offenbar auch in großem Stil tun. Der Europäische Gerichtshof entschied schließlich, dass das sogenannte Safe-Harbor-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den USA ungültig ist. Die derzeitige Praxis der US-Behörden verletze "den Wesensgehalt des Grundrechts auf Achtung des Privatlebens". Dank Snowden und Schrems muss jetzt also neu ausgehandelt werden, was US-Unternehmen mit Daten aus Europa tun dürfen. (Christian Stöcker)

Weniger Menschen müssen hungern

Landwirtschaft in Somalia: Extreme Armut nimmt ab Zur Großansicht
AFP

Landwirtschaft in Somalia: Extreme Armut nimmt ab

Diese Nachricht klingt erst einmal überhaupt nicht gut: 795 Millionen Menschen müssen hungern, also ungefähr jeder neunte Bewohner der Erde. Und dennoch: Es sind zehn Millionen Menschen weniger als noch vor einem Jahr. Und fast 50 Millionen weniger als 2013. Anfang der Neunzigerjahre waren es sogar mehr als eine Milliarde Hungernde, damals rund jeder fünfte Erdenbürger. Das Problem des Welthungers ist noch nicht gelöst, aber die Entwicklung geht in die richtige Richtung. (Florian Diekmann)

wal

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Danke...
lounahjari 24.12.2015
...für eine solche Headline. Ich wünsche allen Menschen ein frohes Weihnachtsfest und schöne Festtage.
2.
spon-49j-k5ri 24.12.2015
Sehr gut! Auch gute Nachricht verdienen diese Bühne. Macht das ruhig häufiger!
3.
P-Centurion 24.12.2015
Als Realist muss ich leider sagen, dass bei vielen der Punkten auch sehr negative Nebenwirkungen dabei sind und einige schlichtweg falsch sind bzw. nur einige Menschen betreffen. Trotzdem Frohe Weihnachten, auch ich als Realist erlaube mir mal für ein paar Tage im Jahr zu vergessen was für ein Mist auf der Welt abgeht.
4. Ich bin....
fabi.c 24.12.2015
Ich bin mir sicher es werden viele Pessimisten schreiben, ABER Die Milch war früher weißer. Frohe Weihnachten an SPON
5.
Kommentarschreiber 24.12.2015
700.000 sozialversichungspflige Jobs mehr als im Vorjahr, klingt erst einmal toll, sagt aber gar nichts: wen jemand statt 450€ nun 451€/Monat verdient, kann man da wohl nicht unbedingt von "hochwertig" sprechen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: