Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Hilfsprogramm für Griechenland: Athen soll Gelder aus EU-Haushalt erhalten

Flaggen der EU und Griechenlands vor Akropolis: "Veränderungen eingeleitet" Zur Großansicht
REUTERS

Flaggen der EU und Griechenlands vor Akropolis: "Veränderungen eingeleitet"

Griechenland könnte der "Süddeutschen Zeitung" zufolge Gelder aus dem EU-Haushalt erhalten. Mit diesen Mitteln soll das Land seine Wirtschaft angekurbeln, parallel könnte es Schulden tilgen. Die SPD fordert von der Bundesregierung schnell Details zu den Plänen.

Berlin/München - Die Mittel für ein neues Hilfsprogramm für Griechenland sollen zumindest teilweise über den EU-Haushalt finanziert werden. Es werde darüber diskutiert, der Regierung in Athen zusätzliche Mittel aus den EU-Strukturfonds zur Verfügung zu stellen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Mit dem Geld könnte Griechenland die Wirtschaft ankurbeln, gleichzeitig würden nationale Haushaltsmittel für die Schuldentilgung frei.

Der Vorteil einer solchen Lösung wäre, dass Griechenland - anders als bei den ersten beiden Rettungspaketen - nicht weitere Kredite erhielte und seinen Schuldenstand damit noch weiter in die Höhe schrauben würde. Denn Ziel der internationalen Geldgeber ist, dass das krisengeschüttelte Land sich so bald wie möglich wieder an den Kapitalmärkten mit Geld versorgen kann. Bislang war dies ab dem Jahr 2015 vorgesehen. Es zeichnet sich jedoch immer deutlicher ab, dass das dann noch nicht möglich sein wird.

Am Dienstag hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach einer Wahlkampfveranstaltung in Schleswig-Holstein gesagt, es werde in Griechenland noch einmal ein Hilfsprogramm geben müssen. Deutschland und andere Euro-Partner lehnen allerdings einen weiteren Schuldenschnitt für Athen strikt ab, weil dann vor allem Griechenlands Kredite bei anderen Staaten betroffen wären. In dieser Zwickmühle gelten laut dem Bericht derzeit in Verhandlungskreisen "echte Transfers aus dem EU-Haushalt oder den Etats der Partner" als die einzig verbleibenden Optionen.

Gabriel: "Frau Merkel muss den Deutschen reinen Wein einschenken"

Das neue, dritte Hilfspaket soll offenbar deutlich kleiner ausfallen als die ersten beiden, die sich zu insgesamt fast 215 Milliarden Euro summieren, wie die Zeitung unter Berufung auf Berliner Regierungskreise berichtet. "Auch werden die Reformauflagen weit weniger streng sein, weil Griechenland ja einen erheblichen Teil der nötigen Veränderungen bereits eingeleitet hat", hieß es. Es gehe darum, die Rückkehr des Landes an die Kapitalmärkte möglichst "sanft" zu gestalten.

Die SPD forderte nach den Äußerungen Schäubles schnelle und konkrete Informationen von der Bundesregierung. "Frau Merkel muss den Deutschen endlich reinen Wein einschenken - und zwar vor der Wahl", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Ihr Finanzminister habe ausgesprochen, was Merkel der Bevölkerung verheimlichen wolle.

SPD-Chefhaushälter Carsten Schneider warf Schäuble in der "Passauer Neuen Presse" vor, nur die halbe Wahrheit genannt zu haben. "Wenn Herr Schäuble nun sagt, dass Griechenland ein neues Programm braucht, dann muss er sagen, was das kosten soll. Die konkreten Zahlen müssen vor der Wahl auf den Tisch". Altkanzler Gerhard Schröder warf seiner Nachfolgerin bei einem furiosen Wahlkampfauftritt am Dienstagabend Vertuschung und Verschleierung in der Griechenland-Krise vor. Schröder sprach von einer "ganz großen Lüge", die zu den Kosten der Euro-Krise vorbereitet werde. Deutschland werde zahlen müssen für die europäische Schuldenkrise.

Bereits vor einigen Wochen hatte der SPIEGEL berichtet, die Bundesbank rechne bereits für die Zeit kurz nach der Bundestagswahl am 22. September mit einem neuem Rettungsprogramm für Griechenland.

fdi/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 256 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Weniger Schulden??
motzbrocken 21.08.2013
Die Griechen bekommen mehr Geld. Geld, dass sie nicht haben. Egal, ob sich der Topf Rettungsschirm oder Strukturfonds nennt. Wie schon wieder sagt man dem Geld, dass man nicht hat? Schulden, kurz und prägnant. Die Griechen zahlen also Geld zurück mit Geld das sie nicht haben. Interessant, nicht? Wer verdient wohl dabei, wer zahlt? Soll sich der Interessierte selbst überlegen.
2. Ja ja Steuererhöhungen
henkel-franklin 21.08.2013
Zitat von sysopREUTERSGriechenland braucht ein neues Hilfsprogramm. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sollen mehr EU-Gelder nach Athen fließen - und so dem Land ermöglichen, parallel seine Schulden zu tilgen. Die SPD fordert von der Bundesregierung schnell Details zu den Plänen für das Krisenland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hilfsprogramm-fuer-griechenland-soll-aus-eu-mitteln-finanziert-werden-a-917673.html
Für Griechenland, für Portugal, für Frankreich. Es ist einfach zum Kotzen, es gibt eine riesige Schlange von Bedürftigen welche an meinem Tisch sitzen will, die GEZ Medien stehen ganz vorne an der Schlange!
3. Jeder Cent ist zu viel!
cologne237 21.08.2013
Keinen einzigen Cent für Betrüger und Lügner! Vor 3 Jahren gab es die Meldungen, dass der gr. Staat nicht genau sagen kann, wieviele Beamte es gibt. Seit 3 Jahren diese Posse um Entlassungen. Statt Gelder nach GR kann man damit anderswo Gutes leisten.
4. Man kann es nicht bemänteln.
leidenfeuer 21.08.2013
Zitat von sysopREUTERSGriechenland braucht ein neues Hilfsprogramm. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sollen mehr EU-Gelder nach Athen fließen - und so dem Land ermöglichen, parallel seine Schulden zu tilgen. Die SPD fordert von der Bundesregierung schnell Details zu den Plänen für das Krisenland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hilfsprogramm-fuer-griechenland-soll-aus-eu-mitteln-finanziert-werden-a-917673.html
Auch wenn das große Geld an Griechenland von der EU kommt, wird Deutschland davon wiederum die Hauptlast tragen. Das glückliche Britannien etwa beteiligt sich daran, falls überhaupt, nur unterproportional.
5. Ach ja, ...
Roueca 21.08.2013
Zitat von sysopREUTERSGriechenland braucht ein neues Hilfsprogramm. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sollen mehr EU-Gelder nach Athen fließen - und so dem Land ermöglichen, parallel seine Schulden zu tilgen. Die SPD fordert von der Bundesregierung schnell Details zu den Plänen für das Krisenland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hilfsprogramm-fuer-griechenland-soll-aus-eu-mitteln-finanziert-werden-a-917673.html
...nun wird also wirklich Geld fliessen, welches dem Steuerzahler abgeknöpft wurde. Die Politiker sind sehr erfolgreich im erfinden wie GR retten können auf Kosten der EU Länder und da bin ich mir ganz sicher, sie sind auf dem besten Weg die -Rettung-für alle Zeiten zu installieren, sei es durch einen -Rettungsfond oder eine EU-Steuer-. Ich jedoch habe keine Lust die hochbezahlten Staatsdiener von Gr und anderen EU-Ländern auf Dauer mit noch höheren Steuern zu bezahlen, es reicht. Das Ziel ist, D so arm zu machen wie die anderen Länder, sprich anzupassen, alle Zeichen sprechen dafür.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Griechenland-Reiseseite




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: