Automatische Börsengeschäfte: Finanzaufsicht soll Turbo-Händler überwachen

Binnen Sekunden verschieben sie Milliarden: Hochfrequenzhändler können mit ihren automatisch ablaufenden Programmen das Geschehen an der Börse bestimmen. Jetzt will Finanzminister Schäuble die umstrittenen Geschäfte strenger regulieren.

Händler an der Wall Street: Ausnutzen von kleinsten Kursdifferenzen Zur Großansicht
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Händler an der Wall Street: Ausnutzen von kleinsten Kursdifferenzen

Berlin - Der Finanzminister macht offenbar ernst mit seiner Absicht, gegen den extrem schnellen Handel an den Börsen vorzugehen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") berichtet, plant Wolfgang Schäuble (CDU) eine Zulassungspflicht für sogenannte Hochfrequenzhändler. Sie sollen unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestellt werden. "Mit der Einführung einer Erlaubnispflicht wird eine Aufsichtslücke geschlossen", zitierte die "FAZ" aus einem Eckpunktepapier.

In den vergangenen Jahren sind ultraschnelle Computer an den Börsen immer wichtiger geworden, vor allem in den USA. Dort gehen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Aktiengeschäfte auf den Hochfrequenzhandel zurück - in Deutschland sind es Schätzungen zufolge rund 40 Prozent.

Die Computer werden von Spezialisten mit hoch komplizierten Algorithmen darauf programmiert, den Markt zu durchforsten und selbst kleinste Kursdifferenzen auszunutzen. Solche Differenzen entstehen zum Beispiel, wenn Kauf- und Verkaufkurse um einige Cent auseinander liegen oder unterschiedliche Börsenbetreiber leicht abweichende Kurse für die gleiche Aktie angeben.

Schäuble hält die automatisch ablaufenden Handelsprogramme für gefährlich. Eine "umfassende Transparenz" sei notwendig, um den Gefahren des Hochfrequenzhandels wirksam zu begegnen, heißt es der "FAZ" zufolge in dem Eckpunktepapier. So sollen die Händler verpflichtet werden, ihre Programme umfassend zu dokumentieren.

Das Ministerium hält auch eine Mindesthaltedauer für Order für denkbar. Dann müssten die Händler ihre Programme so einstellen, dass beispielsweise 0,5 Sekunden vergehen, bevor erworbene Produkte weiterverkauft werden könnten. Missbräuche sollen verboten werden, zum Beispiel die Übermittlung von Aufträgen, die gar keinem echten Interesse entspringen, sondern bei denen es nur darum geht, einen falschen Eindruck über Angebot und Nachfrage nach einem Produkt zu vermitteln.

cte

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insgesamt 79 Beiträge
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1.
Dumpfmuff3000 28.06.2012
Zitat von sysopBinnen Sekunden verschieben sie Milliarden: Hochfrequenzhändler können mit ihren automatisch ablaufenden Programmen das Geschehen an der Börse bestimmen. Jetzt will Finanzminister Schäuble die umstrittenen Geschäfte strenger regulieren. Hochfrequenzhandel: Bafin soll Turbo-Handel überwachen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,841380,00.html)
Jaja klar Schäuble der Ankündigungsminister. Der brutalstmögliche Finanzmarktregulierer. Der Schäuble legalisiert gerade de facto Steuerhinterziehung, aber klar dafür greift er dann mit voller Härte an den Finanzmärkten durch. NICHT.
2. Warum nur regulieren?
denkdochmalmit 28.06.2012
Zitat von sysopBinnen Sekunden verschieben sie Milliarden: Hochfrequenzhändler können mit ihren automatisch ablaufenden Programmen das Geschehen an der Börse bestimmen. Jetzt will Finanzminister Schäuble die umstrittenen Geschäfte strenger regulieren. Hochfrequenzhandel: Bafin soll Turbo-Handel überwachen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,841380,00.html)
Es ist doch so einfach: Es darf nur gehandelt werden was man besitzt, mit Mitteln die auch existieren und die Ware muß min. 24h gehalten werden . Fertig !
3. Regulationen
FXTrader 28.06.2012
Zitat von sysopBinnen Sekunden verschieben sie Milliarden: Hochfrequenzhändler können mit ihren automatisch ablaufenden Programmen das Geschehen an der Börse bestimmen. Jetzt will Finanzminister Schäuble die umstrittenen Geschäfte strenger regulieren. Hochfrequenzhandel: Bafin soll Turbo-Handel überwachen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,841380,00.html)
Finanzmärkte sind am effizientesten wenn sie unreguliert sind. Der Devisenmarkt ist das perfekte Beispiel: Unreguliert, Handel durch ein Netzwerk von Banken, niedrige Kosten, schnelle Exekution von Aufträgen. Gruss aus der Schweiz
4. Zufällige Handels-Tot-Zeit
dr.u. 28.06.2012
Zitat von sysopBinnen Sekunden verschieben sie Milliarden: Hochfrequenzhändler können mit ihren automatisch ablaufenden Programmen das Geschehen an der Börse bestimmen. Jetzt will Finanzminister Schäuble die umstrittenen Geschäfte strenger regulieren. Hochfrequenzhandel: Bafin soll Turbo-Handel überwachen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,841380,00.html)
Die Idee ist gut, die Zeitspanne zu gering. Jedes Wertpapier / Derivat, etc. sollte mit eine zufälligen Handels-Totzeit belegt werden. So was zwischen 5 und 10 Minuten erschiene mir angemessen. Dem Hochgeschwindigkeits- / Turbo-Trading könnte man so wirksam einen Riegel vorschieben. Machen!
5.
Rodelkoenig 28.06.2012
Zitat von denkdochmalmitEs ist doch so einfach: Es darf nur gehandelt werden was man besitzt, mit Mitteln die auch existieren und die Ware muß min. 24h gehalten werden . Fertig !
Zustimmung. Was soll es bringen, wenn Computer im Millisekundentakt blitzschnell um die Wette miteinander hin- und herhandeln. Das hat volkswirtschaftlich keinerlei Nutzen, sondern richtet schlimmstenfalls noch große Schäden an, wenn es da mal zu einer Kettenreaktion kommt, in die kein Mensch schnell genug manuell eingreifen kann. Die BWLer und Finanzzocker haben sich wahrlch zu einem faulenden, vor Eiter triefenden Krebsgeschwür dieser Gesellschaft entwickelt, das schonungslos herausgeschnitten werden muss, wenn überhaupt noch irgendeine Chance bestehen soll, diese marode, verfaulte Finanzsystem zu regulieren und halbwegs wieder in die Balance zu bringen.
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