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17. Dezember 2012, 16:21 Uhr

Hohe Heizölsteuer

Griechen steigen um auf Brennholz

Die griechische Regierung hat die Steuern auf Heizöl massiv erhöht, viele Menschen heizen deswegen mit Brennholz. Der Qualm wird zur Gefahr für die Stadtbewohner. Behörden und Mediziner warnen bereits vor der hohen Feinstaubbelastung durch den giftigen Dunst.

Athen - Es ist eine von vielen Steuererhöhungen, die Griechenland im Kampf gegen die Finanzkrise beschlossen hat: Die Heizölabgabe wurde an die deutlich höhere Steuer für Dieselöl angeglichen. Dadurch stiegen die Preise für den Brennstoff im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent auf 1,38 Euro pro Liter.

Als Folge des massiven Preisanstieges liegen in diesen Tagen über Athen und anderen griechischen Großstädten graubraune Wolken und beißender Rauch. Der Grund: Viele Griechen verbrennen Holz, um sich zu wärmen und das teure Heizöl zu sparen.

Wie das griechische Umweltministerium am Montag mitteilte, lagen die Feinstaubkleinpartikel-Emissionen in der Athener Vorstadt Aspropyrgos bei bis zu 134 Mikrogramm pro Kubikmeter. Damit wurde die Alarmstufe von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter bei weitem übertroffen. Auch in Thessaloniki erreicht die Feinstaubkonzentration zunehmend gesundheitsgefährdende Ausmaße.

"Mir brennt der Hals"

"Es ist entsetzlich. Man kann vor allem abends nicht mehr spazieren gehen. Mir brennt der Hals", sagte ein 80-jähriger Einwohner Thessalonikis. Ärzte warnen vor Problemen für die Bevölkerung. Vor allem für Menschen mit Atemwegs- und Herzproblemen könnte eine derartige Luftbelastung gefährlich werden, sagte der Kardiologe Kostas Giannoulis. "Dieser Tage ist es schlimm. Selbst junge und gesunde Menschen können es nicht ertragen", sagte er.

Zum Verfeuern des Holzes nutzen die Griechen Kamine oder Holzöfen, die in den vergangenen Wochen zum Verkaufsschlager geworden sind. Das Holz wird häufig illegal geschlagen und zum Teil auf improvisierten Märkten verkauft. Den griechischen Großstädten, die ohnehin für ihren Mangel an Grünflächen bekannt sind, droht dadurch eine weitere Verödung.

Ein milder Herbst hatte das Problem der gestiegenen Heizkosten bislang abgeschwächt. Nun aber ist der Winter da, vor allem im Norden des Landes sind die Temperaturen deutlich gefallen. Teilweise bleibt den Menschen keine andere Wahl als auf Holz umzusteigen: In vielen Hochhäusern sind die Heizungen komplett ausgestellt.

dab/dpa

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