Erstarkende Währung: Hollande fordert Wechselkurspolitik für den Euro

Frankreichs Präsident François Hollande will den Euro im Zaum halten. Er fordert eine aktive Wechselkurspolitik - und eine stärkere Binnenkonjunktur in Deutschland.

Frankreichs Präsident Hollande: Schutz vor "irrationalen Bewegungen" Zur Großansicht
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Frankreichs Präsident Hollande: Schutz vor "irrationalen Bewegungen"

Straßburg - Ob nach oben oder unten - der Euro müsse vor "irrationalen Bewegungen" geschützt werden, sagt François Hollande. Der französische Präsident hat daher am Dienstag in einer Rede vor dem EU-Parlament in Straßburg eine aktive Wechselkurspolitik für die Gemeinschaftswährung gefordert. "Eine Währungszone muss eine Wechselkurspolitik haben, ansonsten wird sie mit einem Wechselkurs enden, der nicht dem wirklichen Zustand seiner Volkswirtschaft entspricht", ergänzte er. Zugleich forderte er starke Euro-Länder wie Deutschland auf, die Binnennachfrage zu erhöhen.

Bei den französischen Sozialisten wachsen derzeit die Sorgen, dass der Euro wieder zu stark werden könnte und dadurch die Reformanstrengungen der Krisenländer unterlaufen werden könnten. Denn ein zu hoher Euro-Kurs könnte die Exporte schwächen. Derzeit liegt der Euro-Kurs bei rund 1,35 Dollar.

Warnung vor zu starken Einschnitten in EU-Etat

Hollande warnte vor den anstehenden Verhandlungen zum EU-Haushalt zugleich vor zu großen Kürzungen. "Ein Kompromiss ist möglich, aber er muss vernünftig sein. Er darf nicht denen folgen, die den Etat über das vernünftige Maß hinaus amputieren wollen", sagte Hollande. Die EU brauche ausreichend Mittel, um ihre Arbeit bewältigen zu können. "Sonst ist die europäische Konstruktion gefährdet", warnte Hollande.

Am Donnerstag und Freitag soll auf dem EU-Gipfel eine Einigung über den EU-Finanzrahmen von 2014 bis 2020 in einem Volumen von rund einer Billion Euro gefunden werden. Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel versuchen bei einem Treffen am Mittwochabend in Paris mögliche Kompromisse auszuloten. Beide Länder gehören zu den Nettozahlern in der EU.

yes/Reuters

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Wechselkurs ist eine gute Idee!
haaf 05.02.2013
Denn wenn der Euro zu stark ist, mindert das die Wettbewerbsfähigkeit der schwachen Länder im Euroraum, wie Spanien, Griechenland, Portugal, Irrland, Italien, Frankreich und die Erwerbslosigkeit steigt weiter. Sie ist jetzt schon auf einer unertärglichen Höhe, in vielen Euroländern fast 30 %. Deshalb müssen schwache Länder aus dem Euro austreten, um die eigene Währung abwerten zu können, damit wieder Investoren für Arbeitsplätze sorgen können, denn billige Löhne machen einen Standort interessant. Doch unsere Politiker verweigern sich dieser Wahrheit, lassen lieber die Erwerbslosenzahlen steigen und führen die breite Masse der Bürger in die Armut. Wir brauchen dringend einen Politikwechsel (www.wa2013.de). Ansonsten droht dem Euroraum nicht nur eine Schuldenkatastrophe, Erwerbslosenkatastrophe, ... sondern auch eine demokratische Katastrophe. Denn dauerhafte hohe Erwerbslosigkeit führt zu Volksaufständen und Kriegen. Unterdrückung dieser Erscheinungen wird man nur begrenzt verwirklichen können. Wir brauchen wieder mehr Subsidiarität, Basisdemokratie, .... kleiner Länder, deren Politik überschaubar ist und nicht viel bürokratischen Aufwand auf vielen Ebenen braucht wie jetzt im Euroraum. Dennoch bleiben wir Europäer im Herzen, aber in kleinen überschaubaren Einheiten wie z. B. es die Schweden oder Schweizer machen. Die sparen viel Geld durch eine kleine Verwaltung.
2. Inflation Inflation Inflation
ratschbumm 05.02.2013
Zitat von sysopFrankreichs Präsident François Hollande will den Euro im Zaum halten. Er fordert eine aktive Wechselkurspolitik - und eine stärkere Binnenkonjunktur in Deutschland. Hollande fordert Wechselkurspolitik für den Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hollande-fordert-wechselkurspolitik-fuer-den-euro-a-881554.html)
hilft. Geld drucken, Jedem 50.000 € aufs Konto und die Konjunktur galoppiert. Haben die Amis doch vor 2 Jahren genauso gemacht. Ok, der Gallopp blieb aus, der Gaul lahmt immer noch. Aber der Exitus bleibt erstmal fern und der Plebs wird ruhiger.
3. Binnenkonjunktur
Nonvaio01 05.02.2013
Zitat von sysopFrankreichs Präsident François Hollande will den Euro im Zaum halten. Er fordert eine aktive Wechselkurspolitik - und eine stärkere Binnenkonjunktur in Deutschland. Hollande fordert Wechselkurspolitik für den Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hollande-fordert-wechselkurspolitik-fuer-den-euro-a-881554.html)
wollen wir auch, nur haben wir das Geld dazu nicht. Mini Jobs und Jobs die vom Staat subventioniert sidn sehen zwar gut in der statistik aus, bringem dem Binnenmarkt aber wenig Geld.
4. optional
friedrichii 05.02.2013
Tja, und da liegt das Problem mit dem Euro: Fuer Deutschland waere ein staerkerer Euro sowohl im Hinblick auf den Exportueberschuss sowie auch fuer mehr Konsum im Binnenmarkt durch billigere Einfuhren noetig bzw. moeglich. Fuer andere Staaten gilt das Gegenteil. Das ist dann eben der "wirkliche Zustand der Volkswirtschaft".
5.
muellerthomas 05.02.2013
Zitat von ratschbummhilft. Geld drucken, Jedem 50.000 € aufs Konto und die Konjunktur galoppiert. Haben die Amis doch vor 2 Jahren genauso gemacht. Ok, der Gallopp blieb aus, der Gaul lahmt immer noch. Aber der Exitus bleibt erstmal fern und der Plebs wird ruhiger.
Echt, die US-Regierung hat jedem Einwohner 50.000 USD (oder gar 67.500 USD=50.000 EUR) überwiesen?
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