Fachkräftemangel Mehr als eine Million Stellen bleiben unbesetzt

Der Arbeitsmarkt in Deutschland brummt. Doch immer häufiger finden Unternehmen nicht die gesuchten Fachkräfte, mehr als eine Million Stellen blieben Ende 2013 offen. In Ostdeutschland gibt es so viele Vakanzen wie seit Jahren nicht mehr.

Schweißer in Industriebetrieb: Zahl der offenen Stellen überspringt Millionengrenze
DPA

Schweißer in Industriebetrieb: Zahl der offenen Stellen überspringt Millionengrenze


Nürnberg - Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist in Deutschland weiterhin hoch - so hoch, dass viele Unternehmen ihre freien Stellen nicht mehr besetzen können. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres gab es auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt bundesweit rund 1,06 Millionen offene Stellen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte.

Dies seien 20.000 Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum. Der erste Arbeitsmarkt betrifft die freien Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse ohne Zuschüsse oder andere aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.

Vor allem in Ostdeutschland erhole sich der Arbeitsmarkt weiter. Mit 187.900 offenen Stellen wurde hier laut IAB der höchste Stand seit sechs Jahren erreicht. Im verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der offenen Stellen bundesweit um mehr als 20 Prozent, im Baugewerbe sogar um mehr als 50 Prozent. In der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ging das Stellenangebot dagegen um mehr als ein Drittel zurück.

Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit erfasst mit einer repräsentativen Betriebsbefragung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot - also auch jene Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden.

ade/dpa



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insgesamt 74 Beiträge
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tropfstein 04.03.2014
1. demnächst gehen die erfahrenen Kräfte eh in Rente mit 61
Jahrelang hieß es, der Wissenssschatz unserer erfahrenen Fachleute sei so wertvoll - gegen den Jugendwahn. Und jetzt will Frau Nahles sie offiziell mit 63 (de facto 61) in Rente schicken (auf Kosten der Jürgeren natürlich).
birnstein 04.03.2014
2. Superspezialisten ohne Einarbeitung gibt es nun mal nicht so häufig
Man muss sich nur mal die Stellenanzeigen ansehen. Da werden extrem spezailisierte Fachkräfte gesucht, die es so in der Regel gar nicht gibt. Warum? Weil nicht langfristig gedacht wird. Ein Projekt kriselt und dann, aber wirklich erst dann kommt man auf die Idee, dass da jemand benötigt wird. Keine Einarbeitungszeit, rein und sofort allwissend. Kein Wunder, dass es trotz der vielen unbesetzten Stellen so viele Arbeitslose gibt.
echobravo 04.03.2014
3. ja klar...
Wer's glaubt... deswegen reagiert auch niemand auf Bewerbungen und jeder dritte im Metall- und Elektrobereich ist Leiharbeiter?!
smartphone 04.03.2014
4. Der oder die Mangel
als erstes darf festgehalten werden ,daß lt. Arbeitgeberpräsident eine Fachkraft ein Dipl.-Ing. Universitas ist ..... also KEIN IngFh oder gar Bachelor von Fachakademien wie zb Mosbach ..... Wenn wir wirklich einen Mangel hätten -wie erklären Sie sich die u.a. lausigen MINT-Gehälter , das Akademkerprekariat an den UNIs-die u.a ja auch deswegen dort verharren, weil die Industrie noch lausigerbezahlt .... Wir hier in Deutschland haben defacto > 14 Mio echte Arbeitslose --- das Land ist eher Reif für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (Erw 1500 € + KV ) damit die "Wirtschaftselite" lernt ,was ein Facharbeiter oder gar Fachkräfte benötigen ,um solche Sachen wie Familie /Kinder auch nur ansatzweise avisieren
es_geht_auch_anders 04.03.2014
5. Na so was
Wer dauerhaft Hungerlöhne bezahlt und massenhaft eigenes Personal durch freiberufliche Kräfte ersetzt muss sich nicht wundern.
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