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Schwarz-rote Pläne: Neue Regeln für Leiharbeit betreffen wenige Beschäftigte

Volkswagen-Produktion: Bundesregierung will Leiharbeit schärfer regulieren Zur Großansicht
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Volkswagen-Produktion: Bundesregierung will Leiharbeit schärfer regulieren

Die Bundesregierung will den Einsatz von Leiharbeitern einschränken. Doch die geplante Verkürzung der maximalen Einsatzdauer würde nur wenige Arbeitnehmer betreffen, zeigt eine Studie.

Nürnberg - Nur jeder vierte Leiharbeiter dürfte von den Plänen der Großen Koalition für eine Reform der Zeitarbeit profitieren. Das ergibt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) - der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit.

Die Bundesregierung will den maximalen Zeitraum, den ein Unternehmen einen Leiharbeiter einsetzen darf, von bisher 24 Monaten auf 18 Monate beschränken. Außerdem will sie Unternehmen vorschreiben, ihren Leiharbeitern schon ab neun Monaten Einsatz im selben Betrieb den gleichen Lohn wie der Stammbelegschaft zu zahlen. Bisher müssen sie das erst ab einem Jahr Beschäftigung.

Allerdings sei nur jeder vierte Leiharbeiter länger als neun Monate im selben Unternehmen beschäftigt. Im Durchschnitt dauert der Einsatz eines Leiharbeiters drei Monate. Von der Begrenzung der Zeitarbeit auf 18 Monate würde sogar nur jeder siebte Leiharbeiter profitieren.

Die Forscher betonen auch, dass Leiharbeit keineswegs ein Massenphänomen am deutschen Arbeitsmarkt sei: Im Jahr 2012 war nur jeder vierzigste Arbeitnehmer bei einem Leiharbeitsunternehmen beschäftigt.

Nicht bestätigt sehen die Forscher Vermutungen, dass in den letzten Jahren Firmen zunehmend reguläre Arbeitskräfte durch langfristig angestellte Leiharbeiter ersetzten. In den letzten Jahren habe es eine "schwache Tendenz zu längeren Beschäftigungsverhältnissen" gegeben.

Grundsätzlich hänge die Dauer eines Zeitarbeit-Jobs auch von der Qualifikation ab: Akademiker und Facharbeiter seien im Schnitt deutlich länger bei einem sogenannten Personaldienstleister unter Vertrag als Ungelernte, stellten die Forscher fest. Das liege anscheinend auch daran, dass Hochqualifizierte häufiger in längerfristig angelegten Projekten eingesetzt seien, die zudem eine längere Einarbeitszeit verlangten. Mit fünf Prozent sei allerdings der Anteil der Akademiker unter den Leiharbeitern auch vergleichsweise gering.

ade/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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1. ist doch gut
hansgustor 15.07.2014
Wenn man die Einsatzzeit kurz halten will, ist es doch gut, dass viele Leiharbeiter jetzt schon kürzer als die geplante Frist im selben Unternehmen arbeiten. Ich verstehe den negativen Unterton nicht, außer man möchte Leiharbeit komplett verbieten.
2. Ich kenne viele
sirgentlemen 15.07.2014
Bei meinen Bekannten sind es nicht nur paar sondern jede Menge Leiharbeiter. Alle haben eine Ausbildung, leider aber keine feste Stelle. Man wird schlecht behandelt, verdient eheblich weniger und weiss nie wan man gekündigt wird.
3. Stimmt nicht
george.dashwood 15.07.2014
Es gab einmal eine Begrenzung der Einsatzdauer auf 24 Monate, die aber von Rotgrün gekippt wurde. So arbeiten Leute teils mehr als 10 Jahre immer für den gleichen Entleiher.
4. Augenwischerei
derandereblick 15.07.2014
Die ganzen Arbeitsmarktwohltaten der GroKo sind nur Augenwischerei. Denn die Unternehmen werden immer Wege finden, Schlupflöcher in den wachsweichen Regeln zu finden. Beispiel Langzeitarbeitlose, die erst nach sechs Monaten den Mindestlohn bekommen sollen: Glaubt denn jemand allen Ernstes, dass auch nur einer von ihnen länger als sechs Monate beschäftigt sein wird? Man kann doch jetzt schon sehen, wie es bisher läuft mit Lohnkostenzuschüssen der Arbeitsagentur: Die Leute werden genau so lange beschäftigt, wie die Arbeitsagentur einen Teil des Lohns zahlt, und dann (ohne Angabe von Gründen, ist ja noch Probezeit dank Schröder)) entlassen. Auf diese Weise schafft man nichts anderes als eine gedemütigte, würdelose Verfügungsmasse von Arbeitskräften, die von einem schlecht bezahlten Job zum nächsten geschickt werden.
5.
bernd.stromberg 15.07.2014
Zitat von sirgentlemenBei meinen Bekannten sind es nicht nur paar sondern jede Menge Leiharbeiter. Alle haben eine Ausbildung, leider aber keine feste Stelle. Man wird schlecht behandelt, verdient eheblich weniger und weiss nie wan man gekündigt wird.
Danke, spätestens da haben Sie sich der Lüge oder zumindest der völligen Ahnungslosigkeit preisgegeben. Laut Arbeitnehmerüberlassungsgesetz müssen Leiharbeiter den gleichen Lohn erhalten, wie fest im Unternehmen beschäftigte Arbeitnehmer. Gleichzeitig wurden durch die Gewerkschaften in zahlreichen Branchen sogar Zuschläge vereinbart, die sie gar besser als die fest Beschäftigten Arbeitnehmer gelten: http://www.dgb.de/themen/++co++7a4238c6-9d3b-11e2-b9d4-00188b4dc422 Auch das Kündigungsargument ist natürlich ein Witz. Erstens hat man es auch als bei einem Unternehmen Beschäftiger Firma nicht leicht, und muss ggfs. mit einer Kündigung rechnen. Als Leiharbeiter ist man ja i.d.R. bei der Vermittlungsfirma fest angestellt. Sofern das Unternehmen, in dem man als Leiharbeiter eingesetzt wird den Bedarf nicht mehr sieht, wird man dann an eine andere Firma vermittelt und in der Zeit trägt die Leiharbeitsfirma das Gehalt. Das ist ja der Kern der Leiharbeit.
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