München - Mit breiter Mehrheit hat der Bundestag neue Hilfen für Griechenland beschlossen. Für den Haushalt bedeutet das erstmals konkrete Belastungen. Im kommenden Jahr sind es 730 Millionen Euro, die dem Staat an Zinseinnahmen verlorengehen. Forscher um den Münchener Ökonom Hans-Werner Sinn rechnen allerdings mit sehr viel höheren Kosten in den Folgejahren.
Sein Ifo-Institut bezeichnet die nun beschlossenen Maßnahmen als "impliziten Schuldenschnitt". Sprich: Laut Ifo-Institut findet bereits jetzt ein Schuldenerlass statt - zu Lasten der öffentlichen Gläubiger, also auch der deutschen Steuerzahler. Genau diesen Eindruck möchte die schwarz-gelbe Koalition zehn Monate vor den Bundestagswahlen eigentlich vermeiden.
Den Berechnungen des Ifo-Instituts zufolge ergeben sich durch die Maßnahmen der Geldgeber Kosten von 47 Milliarden Euro. Daran sei Deutschland mit knapp 14 Milliarden Euro beteiligt. Die Forscher behaupten, dass das deutsche Haushaltsdefizit für 2012 um genau diese Summe steigen würde - wenn man "versicherungsmathematisch korrekt rechnen würde".
Am Dienstag hatten die Euro-Finanzminister und der IWF weitere 43,7 Milliarden Euro an Hilfszahlungen für Griechenland freigegeben. Dabei handelt es sich aber nur um Notkredite aus dem zweiten Hilfspaket, die in vier Tranchen bis Ende März gezahlt werden sollen. Bei den Ifo-Berechnungen hingegen geht es um tatsächliche Kosten, die den Geldgebern wirklich entstehen sollen.
Konkret haben die Euro-Retter und heute der Bundestag die folgenden Maßnahmen beschlossen:
cte
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