Ifo-Institut: Ökonomen senken Wachstumsprognose deutlich

Erst geht es bergab, dann nur langsam wieder bergauf: Das Münchner Ifo-Institut hat seine Prognose fürs kommende Jahr nahezu halbiert. Auch andere Wirtschaftsforscher blicken skeptisch in die nahe Zukunft.

Mitarbeiter des Landmaschinenherstellers Claas: Unsicherheit wegen der Schuldenkrise Zur Großansicht
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Mitarbeiter des Landmaschinenherstellers Claas: Unsicherheit wegen der Schuldenkrise

München - Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht des Münchner Ifo-Instituts 2013 deutlich weniger wachsen als noch vor wenigen Monaten erwartet. In der am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturprognose der Ökonomen wird fürs kommende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 Prozent vorhergesagt. Im Sommer war das Ifo noch von 1,3 Prozent ausgegangen.

Zunächst erwartet das Institut sogar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung: Für das Schlussquartal 2012 sagen die Forscher einen BIP-Rückgang um 0,3 Prozent vorher. Nach gutem Start habe die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf mehr und mehr an Fahrt verloren. Grund sei vor allem die Unsicherheit wegen der Schuldenkrise im Euro-Raum. Das Institut erwartet 2013 einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 60.000 im Jahresschnitt auf 2,96 Millionen.

Auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesbank hatten zuletzt pessimistische Einschätzungen für das Winterquartal abgegeben. Für 2013 prognostizierte das HWWI, dass die deutsche Wirtschaft 2013 um ein halbes Prozent wachsen werde. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) geht von einem Wachstum um 0,3 Prozent aus.

Für die Wirtschaft in der Währungszone rechnet das Ifo-Institut mit einem BIP-Rückgang um 0,5 Prozent im laufenden und um 0,2 Prozent im kommenden Jahr. Im Juni hatten die Forscher noch Stagnation für 2013 hervorgesagt. Die Entwicklung in den einzelnen Euro-Mitgliedstaaten dürfte sehr unterschiedlich ausfallen. So werde die Produktion mit Ausnahme von Irland in allen Krisenländern weiter schrumpfen.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Kann man mir
papayu 13.12.2012
das bitte in Euro Zahlen ausdruecken. Vielleicht auch schon die naechste grosse Pleite einer Wirtschaftsmacht?? Seltsam, seit Monaten wird der Vizeexportweltmeister nicht mehr erwaehnt. Ist er jetzt schon unter den ersten 10??
2. Das ist jetzt aber wirklich...
TheFrog 13.12.2012
..eine Überraschung. Überhaupt nicht vorhersehbar. Da muss wohl der Haushalt überarbeitet werden. Mal sehen, wo man noch was sparen kann. In meinem nächsten Leben werde ich auch ein Experte für irgendwas. Das scheint das einzig krisensichere zu sein. LOL
3. Was soll denn das Gejammere ?
prontissimo 13.12.2012
Zitat von sysopErst geht es bergab, dann nur langsam wieder bergauf: Das Münchner Ifo-Institut hat seine Prognose fürs kommende Jahr nahezu halbiert. Auch andere Wirtschaftsforscher blicken skeptisch in die nahe Zukunft. Ifo-Institut senkt Wachstumsprognose für 2013 deutlich - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ifo-institut-senkt-wachstumsprognose-fuer-2013-deutlich-a-872676.html)
Bei unseren Forderungen und Aussenständen können wie nur von den Zinsen in Saus und Braus leben. Was brauchen wir da noch Märkte, Produktion oder Dienstleister.
4. Herrlich...
trader_07 13.12.2012
Zitat von sysopErst geht es bergab, dann nur langsam wieder bergauf:
Herrlich :-) im Zwei-Wochen-Rhythmus geht's abwechselnd bergab und bergauf.
5. Überschrift
noalk 13.12.2012
Wie wär's mal mit der Überschrift: "Ökonomen geben zu, falsche Prognosen zu erstellen"
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