Zollkonflikt mit Trump Wirtschaftsklima im Euroraum trübt sich ein

Das Ifo-Barometer für den Euroraum sackt deutlich ab, Investitionen stagnieren: Die Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump verunsichern die europäische Wirtschaft.

Trump bei einer Rede vor Stahlarbeitern in den USA (Archiv)
REUTERS

Trump bei einer Rede vor Stahlarbeitern in den USA (Archiv)


Das Wirtschaftsklima in der Eurozone hat sich angesichts des Zollstreits mit den USA merklich abgekühlt. Das entsprechende Barometer fiel im dritten Quartal um gleich 11,5 auf 19,6 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte.

Das Institut führt die Umfrage alle drei Monate unter 367 Experten durch. Während die aktuelle Lage nur leicht schlechter eingeschätzt werde, trübten sich die Erwartungen deutlich ein. Sie fielen auf den niedrigsten Wert seit Ende 2012. "Dies deutet auf eine konjunkturelle Abschwächung im Euro-Raum hin", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Das Klima verschlechterte sich in den fünf größten Volkswirtschaften des Währungsgebietes. "Allerdings variiert das Ausmaß der Abschwächung", sagte Fuest. "In Deutschland, Italien und den Niederlanden korrigierten die Experten insbesondere ihre Erwartungen stark nach unten." Die aktuelle Lage werde aber sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden als weiterhin sehr gut eingeschätzt. Auch in Frankreich und Spanien verbleibe der Lageindikator im positiven Bereich, während er in Italien negativ sei.

Erstmals seit Ende 2012 erwarten die Experten wieder stagnierende Investitionen in der Euro-Zone. "Die aktuelle Zoll- und Protektionismusdebatte führte zu einer deutlichen Verschlechterung der Exporterwartungen", sagte Fuest.

US-Präsident Donald Trump hat Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU eingeführt und damit gedroht, auch europäische Auto-Einfuhren in die USA mit Strafabgaben zu belegen.

beb/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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stadtmusikant123 02.08.2018
1. war zu erwarten
Irgendwo konnte man lesen, dass die Transnationalen US-Konzerne ihr in Europa gebunkertes Geld zurück in die Staaten geholt haben. Die Ami-Steuerreform musste ja irgendwann ihren Nachschlag auch in den Daten wiederspiegeln. Das fehlt natürlich jetzt hier für Investitionen. Und da der Boom bei den Unternehmen hängen blieb und nicht beim Malocher, ist die Binnennachfrage immer noch nicht der Turbo.
Darwins Affe 02.08.2018
2. Zu kurz gesprungen
1) Man sollte vielleicht nicht alles Elend der Welt an Donald Trump festmachen. 2) Marcel Fratzscher vom (gewerkschaftsnahen) Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung: »Die Deutschen sind träge und faul.« 3) https://www.wiwo.de/videos/wiwo-videos/balzli-direkt-fratzscher-die-deutschen-sind-traege-und-faul/22865132.html
uezegei 02.08.2018
3. Und das trotz Juncker
Und da hat der korrupte Großmeister der Union mit dem korrupten Möchtegernweltherrscher der USA gerade so einen tollen Deal ausgehandelt, bester Deal aller Zeiten, und dann ein super Handelsabkommen mit Japan und überhaupt wird den chinesischen Freunden der Hintern geküsst, und dann dankt es ihm die europäische Wirtschaft nicht einmal ... Und mittlerweile doktort man lustig weiter rum an den Symptomen und lässt die EU weiter vom Diktat der Wirtschaft leiten, anstatt dass nun endlich einmal die Ursachen des Bürgerfrusts, die zum Erstarken der Rechten allerorten geführt haben, anzugehen. Ach nein, geht nicht, dann müsste auch Juncker gehen ..
Korken 02.08.2018
4. Auf und nieder, immer wieder
Jetzt gehts wieder unter, vor einem Monat gings rauf, davor runter auch in Zukunft gehts wieder rauf, dann wieder runter dann wieder rauf und immer wird es ein düsteres oder helles Szenario sein. Alle zwei drei Wochen liest man das Gegenteil von dem, was zuvor prophezeit worden war, alleinig die gehässigen Kommentare wie z.B. #3 leben nun wieder davon.
mimas101 02.08.2018
5. Faul und Träge ???
Richtig. Anstelle das wir uns wieder zurückbesinnen, und selbst erfinden und entwickeln und produzieren, lassen wir hier das andere machen, geraten dabei in gefährliche Abhängigkeiten und zahlen einfach die geforderten Preise. Ad Hoc gäbe es was was die USA ziemlich flott von Trumps hohen Roß unterholen würde: Halbleiterindustrie zurückholen (ist ja alles unter NXP gebündelt worden), selbst allerlei IT-Gerätschaften (inkl. Handys, TVs pp) entwickeln, diese wartungsfreundlich und umweltschonend gestalten und zum gescheiten Preis-/Leistungsverhältnis verkaufen. Daneben selbst eine ordentliche Software-Industrie und Suchmaschine hochziehen (eine Chatseite ebenfalls). Eigenständiges OS, z.B. QNX basiert, entwickeln und konsequent flächig einsetzen. Das würde die USA ziemlich rasch kollabieren lassen und EWG-Land hätte diverse Wettbewerbsvorteile. Und da gäbe es auch weitere reichliche Stellschrauben den Wohlstand hier zu mehren und das Aussaugen durch Heuschrecken zu unterbinden. Aber Nee und Weh und Ach - Investitionen und Ausbildung pp kosten ja so viel Geld was die Börsenwerte belastet. Also macht man nix und kauft weiterhin ein....
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