Konjunkturbarometer Stimmung in der Euro-Zone bessert sich

Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer: Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone hat sich im zweiten Quartal deutlich verbessert. Das zeigt der entsprechende Index des Ifo-Instituts. Griechenlands Lage allerdings bleibt katastrophal, die Arbeitslosigkeit steigt auf knapp 22 Prozent.

Mitarbeiter bei einem Druckmaschinenhersteller: Lage in Deutschland weiter gut
dapd

Mitarbeiter bei einem Druckmaschinenhersteller: Lage in Deutschland weiter gut


München - Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone hat sich aufgehellt. Der entsprechende Konjunkturindex des Ifo-Instituts stieg im zweiten Quartal von 84,8 auf 100,3 Punkte. Der langfristige Durchschnitt von 109 Punkten ist aber noch längst nicht erreicht, was auf eine weiterhin angespannte Lage hindeutet.

Das Institut für Wirtschaftsforschung befragt für den Index in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) regelmäßig 279 Experten. Die aktuelle Lage wurde nur wenig besser beurteilt als im ersten Quartal. Deutlich optimistischer schätzen die Experten die Lage in den kommenden sechs Monaten ein.

Die wirtschaftliche Lage im Euro-Raum sei sehr unterschiedlich, teilte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn mit. In Deutschland und Estland herrsche weiterhin eine gute, in Finnland eine zufriedenstellende Wirtschaftslage.

Nicht zufriedenstellend sei die Situation dagegen in Österreich, den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Düster beurteilten die Experten die Lage in Griechenland, Portugal, Italien und Spanien. Hier wirken sich die hohe Verschuldung und die wachsende Arbeitslosigkeit besonders negativ aus.

Die niederländische Notenbank ist wesentlich pessimistischer. In ihrem Halbjahresbericht warnt sie vor einem steigenden Risiko einer verlorenen Dekade in Europa - ähnlich wie in Japan in den neunziger Jahren würde die Wirtschaft in einem solchen Szenario ein Jahrzehnt lang fast überhaupt nicht wachsen.

Mehr Arbeitslose in Griechenland

In Griechenland ist die Arbeitslosenquote im Februar auf 21,7 Prozent gestiegen. Das teilte die Statistikbehörde in Athen mit. Demnach waren zuletzt fast 1,17 Millionen Menschen ohne bezahlte Arbeit. Vor einem Jahr lag die Rate noch bei 15,2 Prozent. Griechenland befindet sich im fünften Jahr in Folge in einer Rezession, im Zuge drastischer Sparmaßnahmen verloren viele Menschen ihre Arbeit.

Weiter unklar ist, ob die Parteien nach der Wahl am Sonntag eine Regierungskoalition schmieden können. Trotz der Drohungen von radikalen griechischen Parteien, die Sparprogramme zu stoppen, soll das Land am Donnerstag die nächste Tranche aus dem zweiten Hilfspaket erhalten. Von der Kreditrate in Höhe von 5,2 Milliarden Euro werden 4,2 Milliarden Euro direkt ausgezahlt. Die restliche Milliarde soll Athen im Juni bekommen. Dieses Geld werde "abhängig von den finanziellen Bedürfnissen Griechenlands" überwiesen, teilte der Rettungsfonds EFSF mit. Griechenland dürfe das Geld allein zur Rückzahlung seiner Schulden nutzen.

Wirtschaft in Frankreich stagniert

In Frankreich ist das Wirtschaftswachstum komplett zum Erliegen gekommen. Die Zentralbank erwartet für das zweite Quartal ein Null-Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres "stabil" bleiben, teilten die Notenbanker in Paris mit. 2011 lag das Wachstum in Frankreich bei 1,7 Prozent.

Das Programm des künftigen französischen Präsidenten François Hollande geht von der Annahme aus, dass die Wirtschaft in Frankreich in diesem Jahr um 0,5 Prozent wächst. 2012 soll das Wachstum bei 1,7 Prozent, dann bei zwei Prozent im Jahr 2014 und bei zwei bis 2,5 Prozent in den Folgejahren liegen.

cte/dpa-AFX/dapd



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