Genf - Viel hat sich nicht geändert, seit vor gut dreizehn Jahren 173 Staaten ein Abkommen unterzeichneten, in dem sie sich verpflichten, Programme zur Bekämpfung von Kinderarbeit ins Leben zu rufen. Zwar registriert die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) seitdem eine wachsende Zahl nationaler Aktionspläne und Gesetze, wirklich helfen tun sie aber nicht.
Kurz vor dem Welttag gegen Kinderarbeit hat die ILO jetzt ein stärkeres Vorgehen gegen Sklaverei und Sexhandel mit Minderjährigen gefordert. Da immer noch rund 215 Millionen Kinder weltweit arbeiten gehen müssten, um zu überleben, gebe es keine Zeit zum Ausruhen, sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia am Montag bei der Veröffentlichung eines neuen Berichts.
Die Hälfte der betroffenen Kinder sei den schlimmsten Formen der Kinderarbeit ausgesetzt. Laut ILO leben sie von Prostitution, Drogenschmuggel, Arbeiten unter Tage oder als Kindersoldaten. Dem aktuellen ILO-Bericht zufolge sind vor allem Kinder in ländlichen Regionen, von Wanderarbeitern sowie von indigenen Völkern durch Arbeit in jungen Jahren gefährdet.
Schwache Strafen schrecken nicht ab
Das bedeute, dass nicht nur ihre Grundrechte verletzt, sondern auch ihre Entwicklung behindert werde: Ohne Ausbildung hätten die Kinder so gut wie keine Chance auf einen Ausbruch aus der Armut. Die den Vereinten Nationen nahestehende Organisation forderte die Regierungen auf, Gesetze zum Schutz von Kindern zu formulieren und umzusetzen. Dazu gehöre auch das Fördern von Schulbesuchen und alternativen Einkommensquellen für mittellose Familien.
"Wir können nicht zulassen, dass die Beseitigung der Kinderarbeit von der Entwicklungsagenda rutscht", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia. "Alle Länder sollten bestrebt sein, dieses Ziel zu erreichen, individuell und kollektiv." Er rief dazu auf, weltweit die Gesetze gegen Kinderarbeit zu verschärfen und die Arbeit der Ermittlungsbehörden in diesem Bereich zu unterstützen.
Immer noch würden zu wenige Fälle von Kinderarbeit vor Gerichten verhandelt. Zudem seien die Strafen zu schwach, um eine wirksame Abschreckung gegen die Ausbeutung von Kindern zu sein, hieß es in dem Bericht.
nck/dpa/afp
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