Bilanz von Arbeitsmarktexperten Globale Wirtschaftskrise vernichtet 28 Millionen Jobs

Die Arbeitsorganisation Ilo hat eine verheerende Bilanz der weltweiten Wirtschaftskrise gezogen. Seit 2007 haben demnach 28 Millionen Menschen ihre Stelle verloren, 39 Millionen gaben die Jobsuche aus Frust auf. Die Experten rechnen damit, dass sich der Abwärtstrend fortsetzt.

Arbeitslose in New York: Weltweit 4,2 Millionen mehr Menschen ohne Job als 2011
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Arbeitslose in New York: Weltweit 4,2 Millionen mehr Menschen ohne Job als 2011


Genf - Die weltweite Arbeitslosigkeit wird nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation Ilo weiter deutlich steigen. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Menschen ohne Job um 5,1 Millionen auf mehr als 202 Millionen zunehmen, teilte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen am Dienstag mit. 2014 werde die Arbeitslosigkeit um weitere drei Millionen steigen.

Im vergangenen Jahr gab es der Ilo zufolge weltweit rund 197 Millionen Arbeitslose. Das waren 4,2 Millionen mehr als im Jahr zuvor. "Das Wachstum der Weltwirtschaft wird nicht stark genug sein, um die Arbeitslosigkeit schnell zu senken", schreiben die Ilo-Experten. Seit 2007 hätten mehr als 28 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren, etwa 39 Millionen gaben die Suche nach einer Stelle wegen fehlender Erfolgsaussichten auf.

Besonders hart trifft die Wirtschaftskrise junge Menschen. Weltweit haben der Ilo zufolge fast 74 Millionen der 15- bis 24-Jährigen keinen Job. Bis 2014 könnte eine weitere halbe Million hinzukommen.

"Viele geraten gleich zum Start ihres Berufslebens in die Langzeitarbeitslosigkeit, das hat es in früheren wirtschaftlichen Abschwüngen nicht gegeben", heißt es in dem Ilo-Bericht. In den Industriestaaten habe mehr als ein Drittel der jungen Menschen ein halbes Jahr oder länger keinen Job. Dadurch verkümmerten ihre beruflichen und sozialen Fertigkeiten. Angesichts der hoffnungslosen Lage vor allem in Europa geben der Arbeitsorganisation zufolge viele junge Menschen die Suche nach einem Job auf.

cte/dapd

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insgesamt 165 Beiträge
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Doctor Feelgood 22.01.2013
1. Falsch!
Nicht Wirtschaftskrise - BANKENKRISE wäre der richtige Terminus. Der Wirtschaft geht es nur deshalb so miserabel, weil unsere Politiker diesen kriminellen Geldschiebern Billionen in den Rachen schieben, anstatt unsere Steuergelder in Realwirtschaft und Gemeinwohl zu stecken, und die für die Krise verantwortlichen hinter Gitter zu bringen!
denkpanzer 22.01.2013
2. Frei nach Polt
Und deswegen wählen wir auch diesmal CDU...
smartphone 22.01.2013
3. Jobverluste dritter Ordnung
Wir sollten nicht vergessen über die Jobverluste - oder besser Lebenswegzerstörung durch raffsüchtige Wirtschaftsbosse , unfähige Personalabteilungen und willfährige Politker anzusprechen ..... Wer hierzulande via RotGrün in Korporation mit Bertelsmann Millionen "sozialverträglich" in Hartz schickt ... Der Jugend hier was vom Fachkräftemangel im MINT Sektor erzählt . weil VDI und BITKOM mit erfundenen Zahlen arbeiten ... in Folge 35 jährige schon zu alt oder man Ingenieure will die mit 1200 brutto schon als fast zu teuer gelten .... Hab ich noch was vergessen . Achja - Die Piraten . Die sind u.a deswegen abgestürzt ,weil sie sich mit Internet verzetteln , statt bedingungsloses Grundeinkommen ( 1500 pM GKV ) zu proklamieren.... Das ist sehr wohl finanzierbar , wenn man alle versteckten Subventionen beseitigt ...
Zorpheus 22.01.2013
4.
Der Guardian nennt das nicht Globale Wirtschaftskrise sondern Eurozonen-Krise.
mercadante 22.01.2013
5. Lavoisier
Nichts wird vernichtet , nicht wird kreiert , alles wird umgewandelt .
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