Imagepflege: Minister erhöhen Millionenausgaben für PR
Bei der eigenen Vermarktung hält die Bundesregierung ihren Sparkurs offenbar nicht ein: Laut einem Zeitungsbericht geben in diesem Jahr fast alle Minister mehr Geld für Öffentlichkeitsarbeit aus als im Vorjahr. Spitzenreiter ist das Arbeitsministerium.
Frankfurt am Main - Die Bundesregierung will sparen. Nur bei der Vermarktung zeigt sie sich weniger wirtschaftlich: Für die Öffentlichkeitsarbeit sind in diesem Jahr in allen Ministerien höhere Ausgaben vorgesehen als im Vorjahr - mit Ausnahme des Gesundheitsressorts. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn hervor, aus der die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert.
Demnach will das Bundesarbeitsministerium dieses Jahr fast 13,2 Millionen Euro für Öffentlichkeitsarbeit ausgeben - das wären 3,8 Millionen Euro mehr als 2009 und fast 4,1 Millionen Euro mehr als 2008. Das Haus von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) gibt damit unter den Ministerien am meisten Geld für seine Außenwirkung aus. Größer ist nur der Etat des Bundespresseamtes, der in diesem Jahr 16 Millionen Euro betragen soll.
Allerdings wies eine Ministeriumssprecherin laut "FAZ" darauf hin, dass die Zahlen für 2010 Soll-Zahlen seien. Normalerweise würden diese Werte unterschritten. Die gestiegenen Ausgaben begründete das Arbeitsministerium zudem damit, dass die umfassende Hartz-IV-Reform aufwendig begleitet werden müsse.
Den kleinsten Etat für Werbeausgaben hat mit 91.000 Euro das Justizministerium - allerdings liegt dieser Soll-Wert um fast ein Drittel höher als die Ausgaben 2009. Das Finanzministerium will 42 Prozent mehr ausgeben, das Verkehrsministerium 45 Prozent, das Forschungsministerium etwa 50 Prozent. Während die Etats im Jahr 2009 in der Mehrzahl der Häuser niedriger ausfielen als im Vorjahr, sieht der Plan für 2010 nur im Gesundheitsministerium ein Minus vor, schreibt die Zeitung.
yes
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
- alles aus der Rubrik Wirtschaft
- Twitter | RSS
- alles aus der Rubrik Staat & Soziales
- RSS
- alles zum Thema Die Spar-Debatte
- RSS
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Montag, 20.09.2010 – 09:41 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Kommentieren | 25 Kommentare
Zitate starten: Klicken Sie auf den Pfeil
Eckpunkte für die weitere Aufstellung des Haushaltentwurfs 2011 und des Finanzplans bis 2014 (PDF-Dokument, 44,9 Kilobyte)
Ergebnisse der Kabinettsklausur als tabellarische Übersicht (PDF-Dokument, 8,13 Kilobyte)
- 33-Milliarden-Loch: Krise verdoppelt die Finanzlücke im Haushalt (10.09.2010)
- 1,7 Billionen Euro Miese: So entkommt Deutschland der Schuldenfalle (01.09.2010)
- Sparprogramme: Bürgerschreck Schrumpfkur (30.08.2010)
- Marsch in die Billionen-Miese: Schuldenjunkie Deutschland (26.08.2010)
- Hartz-IV-Reform stößt auf erhebliche Terminschwierigkeiten (18.09.2010)
- Bundestag: Leyen wehrt sich gegen Kritik an Sozialkürzungen (16.09.2010)
MEHR AUS DEM RESSORT WIRTSCHAFT
-
Börsen
Dax, Dow, Nikkei und Ihr persönliches Portfolio: Die Weltbörsen im Überblick -
Gehalt-Check
Brutto-Netto-Rechner: Berechnen Sie Ihr Gehalt -
Konjunktur
Alle wichtigen Wirtschaftsdaten: Arbeitslosigkeit, Brutto-
inlandsprodukt und Inflation -
Finanztest
Im Test: Finanztipps und mehr - was Sie als Verbraucher unbedingt wissen sollten -
Mehr Wirtschaft
Die Angebote von manager-magazin.de und harvardbusiness
manager.de
