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18. Februar 2013, 06:59 Uhr

Schichtdienste

Immer mehr Deutsche arbeiten am Wochenende oder nachts

Schuften, wenn andere Leute feiern oder schlafen: Die Arbeit an Wochenenden, in Schichten und in der Nacht nimmt deutlich zu. Inzwischen geht jeder vierte Beschäftigte am Samstag oder Sonntag regelmäßig in den Betrieb.

Berlin - Sie arbeiten als Kellner, am Flughafen, in Altenheimen, Redaktionen oder sind Führungskräfte: Immer mehr Menschen in Deutschland verdienen ihr Geld am Wochenende, abends, in der Nacht oder im Schichtbetrieb. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor, über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Demnach arbeiteten im Jahr 2011 etwa 8,9 Millionen Beschäftigte, also jeder vierte, "ständig oder regelmäßig am Wochenende". 2001 waren es nur 6,7 Millionen.

Auch die Schichtarbeit hat nach Angaben der Bundesregierung stark zugenommen: Die Zahl der Beschäftigten mit solchen Arbeitsrhythmen erhöhte sich von 2001 bis 2011 von 4,8 auf sechs Millionen. Am weitesten verbreitet sei Schichtarbeit

Erhöhte gesundheitliche Risiken

Dazu merkt die Bundesregierung an, dass für Schichtarbeiter das Risiko von psychischen Belastungen steige "und erhöhte gesundheitliche Risiken bestehen".

Die Nachtarbeit breitet sich nach der amtlichen Darstellung ebenfalls wieder aus, 2011 erreichte sie den Höchststand von 2008. Zwischen 23 und 6 Uhr mussten vor zwei Jahren 3,3 Millionen Beschäftigte ran. Von 2001 bis 2004 lag ihre Zahl noch bei 2,5 Millionen.

Überlange Arbeitszeiten seien "nach wie vor eine Ausnahme", heißt es in der Antwort weiter. Sie hat in den untersuchten zehn Jahren allerdings zugenommen. Mehr als 48 Stunden die Woche schufteten 2011 etwa 1,92 Millionen Arbeitnehmer. 2001 waren es noch 1,56 Millionen - ein Zuwachs von 23 Prozent. Besonders häufig seien solche überlangen Arbeitszeiten bei Lehrern, Ingenieuren und bei "Berufen der Unternehmensleitung, -beratung und -prüfung".

Jutta Krellmann, Linken-Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung, hält die Zahlen für alarmierend. "Der Psychostress ist eine tickende Zeitbombe in der Arbeitswelt und muss endlich eingedämmt werden", sagt sie. Die Bundestagsabgeordnete fordert wie die IG Metall eine Anti-Stress-Verordnung im Arbeitsschutzgesetz.Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will damit noch warten.

Aus den Regierungsangaben geht außerdem hervor, dass die staatlichen Arbeitszeit-Kontrolleure zuletzt häufiger fündig geworden sind: Der Bundesregierung zufolge ist die Anzahl der Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz seit 2007 um fast 30 Prozent auf 12.424 gestiegen.

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