Euro-Krise Immer mehr EU-Bürger finden Arbeit in Deutschland

In Europa steigt die Arbeitslosigkeit auf einen Rekord - zugleich finden immer mehr EU-Bürger in Deutschland einen Job. Das hängt auch mit der Krise zusammen, aber nicht nur.


Berlin - Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht den deutschen Arbeitsmarkt fest in der Spur. Die Frühjahrserholung falle zwar im April etwas schwächer als erwartet aus. "Positiv ist, dass die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Länder Europas nur sehr gedämpft auf die Situation in Deutschland durchschlägt", sagte von der Leyen zu den neuen Arbeitsmarktdaten am Dienstag in Berlin.

Das ist in doppelter Hinsicht ein Glücksfall: Denn während in Europa Rekordarbeitslosigkeit herrscht, finden in Deutschland immer mehr Bürger anderer EU-Staaten eine Arbeit. Dabei fällt die sogenannte Freizügigkeit für Arbeitnehmer allerdings stärker ins Gewicht als die Schuldenkrise. Die Zahl der Beschäftigten aus den vier Euro-Krisenstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien stieg nach einer Bilanz der Bundesagentur für Arbeit binnen Jahresfrist um 34.000 oder acht Prozent. Aus den acht Staaten, die 2005 der EU beigetreten waren, kamen 77.000 oder 27 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichneten Rumänen und Bulgaren, deren Heimatländer seit 2007 EU-Mitglieder sind: Ihre Beschäftigtenzahl in Deutschland stieg binnen Jahresfrist um 27.000 oder 30 Prozent.

Der Beschäftigungszuwachs bedeutet nicht automatisch eine höhere Zuwanderung, weil auch mancher hier lebende Ausländer erstmals einen Job aufnahm. Allerdings haben sich auch die Zuwanderungszahlen seit 2011 deutlich erhöht. Zahlen zur Zuwanderung im Jahr 2012 liegen noch nicht vor.

Für die acht zum 1. Mai 2004 der EU beigetretenen Staaten waren 2011 die letzten Schranken zum deutschen Arbeitsmarkt gefallen. Im Februar gab es hierzulande 360.000 Beschäftigte aus diesen Ländern, davon überwiegend Polen. Aus Bulgarien und Rumänien, für die die Freizügigkeit noch bis Ende 2013 begrenzt ist, stammten 117.000 Beschäftigte. Aus den vier Schuldenkrisen-Staaten stammten 466.000 Beschäftigte.

yes/Reuters/dpa



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insgesamt 26 Beiträge
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unixv 30.04.2013
1. immer mehr Arbeitslose ü50
finden den Weg zur Tafel!
sarkosy 30.04.2013
2. europäische Arbeitslose
strömen nach Deutschland,sind für hier ganz offensichtlich qualifiziert genug und retten damit den dt.Unternhemen die hohe Arbeitslosenquote,um weiterhin Niedrigstlöhne und unbezahlte Überstunden durchsetzen zu können.Bravo ! die dt.Unternehmer und Herr Hundt haben es wieder geschafft.
mayana_17 30.04.2013
3. Arbeitlose und Zuwanderer kann man nicht verrechnen,
denn oft suchen Unternehmen nicht irgendwen, sondern neue MA mit speziellen Fähigkieten ... z.B. Softwareingeneure. So kann es gut sein, dass die spanischen Zuwanderer UND die deutschen Arbeitgeber happy sind und gleichzeit 90% der deutschen Arbeitslose damit nichts zu tun haben weil sie weder Software schreiben können noch es realistisch bald lernen werden.
monsieurkai 30.04.2013
4. Alles korrekt
Freier Arbeitsmarkt.
pace335 30.04.2013
5. ...
find ich klasse, dann wird sich ja bald rausstellen wieviele Spanier und Griechen bereit sind für unsere Hungerlöhne zu arbeiten und dann noch solche Lebenshaltungskosten zu bezahlen.
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