Immobilien Bauindustrie verspricht 320.000 neue Wohnungen bis Jahresende

Im laufenden Jahr werden laut einer Prognose deutlich mehr Wohnungen fertig als 2016 - aber noch immer nicht genug, um den derzeitigen Bedarf zu decken.

Neubauten in Berlin
DPA

Neubauten in Berlin


Die Bauindustrie in Deutschland rechnet für 2017 mit einem deutlichen Anstieg an fertiggestellten Wohnungen. In etwa 320.000 Wohnungen sollen im laufenden Jahr errichtet werden, sagte ein Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Dies umfasst sowohl Neubauten als auch durch Umbau entstandene Wohnungen im Hochbau.

Im vergangenen Jahr wurden Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge insgesamt rund 278.000 Wohnungen fertiggestellt. Der Hauptverband der Bauindustrie spricht für das erste Halbjahr 2017 von einem Rekordhoch mit einem Umsatzplus von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch die Aufträge stiegen um rund 5,5 Prozent.

Fotostrecke

10  Bilder
Immobilien: Wo die Hauspreise am stärksten bis 2030 steigen

Allerdings wird das Ziel von 400.000 Neubauwohnungen pro Jahr trotz des deutlichen Anstiegs auch in 2017 verfehlt. Nach Berechnungen des Bundesverbands der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) wurden seit 2009 gut eine Million Wohnungen zu wenig gebaut. Der Verband fordert für Investoren einen Stopp der Preisspirale bei der Grunderwerbsteuer und bessere Möglichkeiten zur Abschreibung.

ssu/dpa



insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
JackNapier 05.09.2017
1. Auf welchen Zahlen beruht das?
Ich höre und lese immer nur "Wohnraum ist knapp". Welche Art Wohnraum? Sozial? Normal? Eigentum? Selbst in Berlin gibt es genügend bezahlbaren und freien Wohnraum. Halt nur nicht innerhalb des S-Bahn-Ring, wo jeder hin möchte. Also ist nur eines knapp und teuer: Wohnraum in bevorzugter Lage. Und daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern.
dennis_berber 05.09.2017
2. Trotz Wohnungsbau explodieren Mieten und Preise
Selbst wenn dieses Jahr 300.000 Wohnungen und Häuser fertiggestellt werden, wird nur ein Bruchteil davon für sozial schwächere sein. Wir erleben gerade in den großen Städten eine regelrechte Explosion von Mieten und Preisen, die die Gentrifizierung immer stärker vorantreibt. Fraglich ist, wann diese Blase am Immobilienmarkt platzt. https://www.finwir.de/finanzmarkt/steht-deutschland-vor-dem-platzen-einer-immobilienblase/
UnitedEurope 05.09.2017
3.
Wenn ich nicht in S-Bahn "Nähe" wohne spar ich Geld beim Wohnen, muss dafür aber mehr Geld fürs Auto (oder sogar extra eines zulegen), Parkplatz etc. einrechnen. Es gibt hier im Speckgürtel Stuttgart eigentlich kaum was bezahlbares, weder für Singles noch für Familien welche weniger als 4000? netto bringen. Der Trend geht deswegen immer mehr zur WG, aber das ist für Familien eben keine Alternative. Das ist eben der Nachteil der Nullzinsen. Schäuble bekommt seine schwarze Null aber die Mieten und Preise explodieren, der Staat entschuldet sich auf unsere Kosten.
Kurt-C. Hose 05.09.2017
4. Wohnraum gebraucht?
Vielleicht sollte man mal anfangen, Wohnraum auch unter ökologischen Gesichtspunkten zu betrachten. Seit JAhrzehnten steigt die Wohnfläche pro Kopf, und trotzdem fabuliert man immer von "knappem Wohnraum". Wohnraum ist nicht knapp. Er ist nur ungleich verteilt. Und hier hat es mal nichts mit reich oder arm zu tun, sondern schlicht damit, ob jemand schon lange wohnt oder gerade erst etwas sucht. Die ganze Wohnungsbaupolitik ist verfehlt. Erst Recht die IDee, mit sozialem Wohnungsbau an der Situation etwas zu verbessern.
kumi-ori 05.09.2017
5.
Also ganz grob eine Million Wohnungen in drei Jahren, Wohnraum so in etwa für 2 Millionen Menschen. Die Einwohnerzahl Deutschlands stagniert seit zehn Jahren. Ich glaube auch nicht, dass genauso viele Wohnungen abgerissen werden. Woher kommt dieser permanente Mehrbedarf? Was geschieht mit den vorhandenen Wohnungen? Bei 80 M Einwohnern in D und Wohnungen für 2 M EW in drei Jahren müsste Wohnraum alle 60 Jahre abgerissen werden und das glaube ich nicht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.