Immobilienboom Städte fordern drastische Schritte gegen Wohnungsnot

Mit radikalen Mitteln wollen Städtevertreter den Anstieg von Immobilienpreisen und Mieten bremsen. Unter anderem schlägt das Bündnis eine Steuer auf Wertsteigerungen von bestimmten Grundstücken vor.

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Von steigenden Grundstückspreisen und Mieten betroffene deutsche Kommunen schlagen Alarm. Der Bund soll mit neuen Gesetzen helfen. Unter Federführung der "Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht" haben mehr als 60 Vertreter von Städten und Verbänden sowie aus der Wissenschaft Forderungen formuliert, die sich vor allem an Bund und Länder richten und dem SPIEGEL exklusiv vorliegen. (Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 28/2018
Wie Liebe gelingt

"Selbst für die Mittelschicht in den Städten wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper", sagte Stephan Reiß-Schmidt, ehemaliger Leiter der Stadtentwicklungsplanung in München dem SPIEGEL. "Die Planungs- und Förderinstrumente der Kommunen reichen bei Weitem nicht aus, um hier wirksam Abhilfe zu schaffen." Es werde immer deutlicher, dass der Dreh- und Angelpunkt zur Schaffung bezahlbarer Wohnungen das knappe und immer teurere Bauland ist.

Die Initiative, die unter anderem von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter unterstützt wird, fordert daher, das Boden- und Planungsrecht sowie das Steuerrecht zu ändern. Unter anderem schlagen die Städtevertreter vor, eine Art Steuer auf Wertsteigerungen von Grundstücken zu erheben, die vor allem auf städtebauliche Entwicklung zurückzuführen sind. Eine solche Abgabe könne dazu beitragen, die Stadtentwicklung zu finanzieren, aber auch preisdämpfend wirken und einer zunehmenden Ungleichheit bei der Vermögensverteilung entgegenwirken.

Die Steuerfreiheit für Verkäufer privater Grundstücke nach zehn Jahren solle zudem aufgehoben werden, Kommunen sollen ein weitreichendes Vorkaufsrecht erhalten, wenn Grundstücke veräußert werden. Die Agenda geht unter anderem an die Bundesregierung und eine im Koalitionsvertrag vereinbarte Enquete-Kommission zu dem Thema.

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insgesamt 97 Beiträge
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sir wilfried 06.07.2018
1. Machen!
Steuererhöhungen fallen den Politikern immer als erstes ein. Der Anteil von 11% jährlich auf Modernisierungen gehört auch mindestens halbiert. Hauptsache endlich nicht nur reden, sondern machen, bauen und zwar sofort und nicht zu wenig!
sophosma 06.07.2018
2. Moment...
...es ist doch nicht die Schuld der Immobilienbesitzer, dass über 1 Millionen Neubürger Wohnraum suchen und die Preise treiben. Warum sollen jetzt die kleinen Bürger bluten, die sich ein Haus oder eine Wohnung mühseelig zusammengespart haben?
tailspin 06.07.2018
3. Selbstbereicherung durch Steuerhebung?
Seit wann macht eine Steuer irgendwas billiger? Mir reichts langsam mit diesen Idioten. Immobilienpreissteigerungen sind ueberall auf der Welt auf eine Niedrigzinspolitik der Zentralbanken zurueckzufuehren. Fuer Europa ist die EZB zustaendig, und die Politik deckt das. Da liegt die Ursache.
suplesse 06.07.2018
4. Ach !
Kasse wollen die Städte machen. Die Grundsteuerreform ist der Anfang. Das wird massiv teuerer werden. Am Ende wird man auch noch dafür bestraft, dass man 30 Jahre eine Wohnung abgestottert hat, bei anfänglich 14,7 % Zinsen, so hoch waren die mal. Damit man bei der kargen rente noch ein Dach über dem Kopf hat. Und dann denken sie sich ein paar Schweinereien aus, um das noch zu bestrafen.
scottbreed 06.07.2018
5. einfach verbieten
Das eben ausländische ich nenne sie mal (Investoren) hier herkommen und Grund und Boden kaufen dürfen oder eben Mietwohnungen oder Häuser... Ich glaube Finnland war es... Also Finnland macht es richtig das darf man nur Grund und Boden oder Häuser kaufen wenn man in Finnland geboren ist.. Damit soll verhindert werden das ausländische Investoren das ganze Land wegkaufen.. Und so sollte es Deutschland auch machen..
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