Regierungsplan Steueranreize sollen 100.000 neue Wohnungen bringen

Wer neue Wohnungen baut, soll Steuern sparen können. Die Bundesregierung hat sich auf Regeln für Sonderabschreibungen geeinigt. Zu teuer dürfen die neuen Immobilien aber nicht sein.

Baustelle in Stuttgart: Neue Wohnungen sollen schneller abgeschrieben werden
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Baustelle in Stuttgart: Neue Wohnungen sollen schneller abgeschrieben werden


Die Bundesregierung will am Mittwoch Steueranreize für den privaten Wohnungsbau auf den Weg bringen, von denen sie sich etwa 100.000 neue preiswerte Mietwohnungen verspricht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfuhr, soll das Kabinett den Gesetzentwurf für eine "Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau" billigen.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass private Investoren über einen Zeitraum von drei Jahren 29 Prozent der Baukosten als Sonderabschreibung (Sonder-AfA) bei der Steuer geltend machen können.

Um die Förderung auf eher günstige Wohnungen zu beschränken, dürfen pro Quadratmeter höchstens 2000 Euro an Baukosten veranschlagt werden. Gebäude, deren Baukosten 3000 Euro pro Quadratmeter übersteigen, sollen ganz von der Möglichkeit der Sonder-AfA ausgeschlossen werden.

Förderung läuft drei Jahre lang

Im Grundsatz hatten sich Bund und Länder schon am Donnerstag auf eine steuerliche Förderung von Neubauten geeinigt. Gegenüber bisherigen Plänen in den Gesprächen auf Arbeitsebene von Bund und Ländern wurde die Freigrenze mit 3000 Euro höher angesetzt, wodurch mehr und teurere Neubauten von der Förderung profitieren könnten.

Am Donnerstag war eine Freigrenze von 2200 Euro besprochen worden. Vor allem Hamburg hatte aber auf eine höhere Grenze gedrungen mit dem Argument, dass in der Hansestadt zu den Kosten kaum gebaut werden könne.

Begünstigt werden sollen dem Gesetzentwurf zufolge nur Investitionen, für die ein Bauantrag zwischen dem 01. Januar 2016 und dem 31. Dezember 2018 gestellt wird. Die Inanspruchnahme der Sonderabschreibung wäre letztmalig im Jahr 2022 möglich.

Die Höhe der Sonder-AfA soll im ersten Jahr je zehn Prozent und im dritten Jahr neun Prozent betragen. Zusammen mit der regulären linearen Abschreibung von zwei Prozent pro Jahr könnten Investoren über drei Jahre dann 35 Prozent der Baukosten bis zu 2000 Euro pro Quadratmeter abschreiben.

ade/Reuters

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dasdondel 02.02.2016
1. warum
wird das an die Baukosten und nicht an die spätere maximale Miete gebunden ? warum frage ich das überhaupt ?
MisterD 02.02.2016
2.
Super Idee, nur gibt es keinen Wohnungsmangel. Hier in meiner näheren Umgebung stehen hunderte Wohnungen leer. Nur kann eben nichtmal ein Gutverdiener eine 3 Zimmerwohnung bezahlen, die mit 100qm mal eben 1.500 EUR kalt bzw. 2.000 EUR warm kosten soll. Das ist dank der mittlerweile absurden Anforderungen an Neubauten fast noch preiswert. Was da rauskommen wird, sind noch mehr Luxussanierungen, die zwar auf dem Energiepass gut aussehen, aber am Ende kann sich diese Wohnungen keijer mehr leisten. Ich kann es nicht und gehöre zu den obersten 15% was das Einkommen angeht.
Freidenker10 02.02.2016
3.
Das macht schon wütend! Jahrelang haben deutsche Geringverdiener kaum noch bezahlbaren Wohnraum in Städten gefunden und jetzt will man das Problem erkannt haben? Und was sollen 100.000 Wohnungen bringen, wenn allein letztes Jahr 1,2 Millionen Flüchtlinge gekommen sind? Mich ärgert das ganze riesig! Da werden Millionen städtische Wohnungen an Investoren verscherbelt die die Mietpreis kräftig erhöhen und der sowieso schon kräftig ausgepresste Gering,-und oder "Normalverdiener" kann schauen wo er bleibt. Ist das Land nur noch für Wohlhabende gedacht? Hierbei könnte sich die SPD mal profilieren, aber die haben die mittleren und unteren Einkommensschichten auch schon längst aus den Augen verloren!
Lagrange 02.02.2016
4. Aus meiner Sicht nicht sehr erfolgversprechend
schöne Sache, aber ob das so zum Ziel führt finde ich sehr fraglich. Für Wohnungsbauer aber interessant - bei Kosten von 250.000? kann man so immerhin 45.000? sparen - so man denn ein Kaufobjekt für nur 2.000? pro qm findet. Finde ich schon interessant und werde mir das auch überlegen. Das Ziel wird diese Maßnahme dennoch verfehlen, damit sowas rentabel ist, muss man die Wohnung trotzdem zu über 1.000? kalt vermieten.
unbekanntgeblieben 02.02.2016
5. Das Märchen mit der Steuersenkung
Gut dass die Steuern gesenkt werden ... klar, sie müssen trotzdem bezahlt werden. Also wird hier dem, der billige Wohnungen bauen kann, die Steuern gesenkt und über den ausgeglichen, der billige Wohnungen sucht. Das mach doch Sinn ... Gut das die Steuern gesenkt werden. Mal wieder so, wie sie immer gesenkt werden ...
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