Indien Zwei Millionen bewerben sich auf 368 Laufburschen-Stellen

Arbeit ist schwer zu finden in Indien, noch dazu im öffentlichen Dienst: Besonders begehrt sind hier die Jobs als Laufbursche - auf eine Ausschreibung für 368 Stellen bewarben sich 2,3 Millionen Menschen.

Jobmesse in Hyderabad:  Akademiker als Laufburschen
AP

Jobmesse in Hyderabad: Akademiker als Laufburschen


Dieses Auswahlverfahren dürfte sämtliche Rekorde brechen: In der nordindischen Stadt Lucknow haben sich 2,3 Millionen Menschen auf 368 Stellen als Laufbursche beworben. Unter den vielen Kandidaten seien auch mehr als 200.000 Ingenieure und 255 Promovierte, berichtete die indische Zeitung "The Hindu". Dabei seien als Abschluss lediglich ein Zeugnis der fünften Klasse und die Fähigkeit, Fahrrad fahren zu können erforderlich gewesen.

Die Auswahl sollte ursprünglich nach persönlichen Vorstellungsgesprächen getroffen werden. Das aber dürfte angesichts der hohen Bewerberzahl nach Einschätzungen von indischen Offiziellen rund vier Jahre dauern, wie "The Hindu" berichtet. Deswegen müssten die Stellenausschreibungen wahrscheinlich mit einem neuen Einstellungsverfahren wiederholt werden, zitiert die Zeitung die Landesministerin Ambika Chaudhary.

Laufburschen in indischen Verwaltungen sind dafür zuständig, Tee zu kochen oder Aktenordner von einem Tisch zum nächsten zu tragen. Das monatliche Gehalt im Bundesstaat Uttar Pradesh beträgt nur 20.000 Rupien, rund 257 Euro. Allerdings kommen noch sehr begehrte, günstige Wohnungen sowie Pensionszahlungen hinzu.

Laut "The Hindu" zeigt die Zahl der Bewerber, wie hoch die Arbeitslosigkeit in der Region ist. Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh leben rund 200 Millionen Menschen.

mka/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
p.donhauser, 17.09.2015
1.
unvorstellbar.
merkur08 17.09.2015
2. Manm sollte wissen, dass 257 Euro normal sind
Allerdings gibt es in Indien kein H4. Das heisst die Leute muessen arbeiten. Vielleicht kommt bald eine Fluechtlingswelle nach Europa?
zu spät 17.09.2015
3.
Ich schlage vor dass die, die den Job nicht bekommen bei uns Asyl beantragen. Machen Albaner ja auch aus Armut. Von den 200 Mio. aus Uttar Pradesh kommen dann 20 Mio. als Familiennachzügler hinterher. Mit nur noch 1,2 Milliarden Einwohnern geht’s Indien dann bestimmt besser und wir haben neue Fachkräfte – oder?
HighFrequency 17.09.2015
4.
Ein kleiner Vorgeschmack auf die Zustände, die irgendwann auch hierzulande einmal herrschen werden...
tr by name tr by nature 17.09.2015
5. Demnächst auch bei uns
wenn dann alle hochqualifizierten aus dem Mittleren Osten und Afrika in Europa sind was nach Merkels willen ja möglichst bald sein soll!
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