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Misshandlungen in Saudi-Arabien: Indonesien verbietet Bürgern Gastarbeit in Nahost

Lernen für den Auslandseinsatz: Private Agenturen vermitteln Arbeiter nach Nahost Zur Großansicht
AFP

Lernen für den Auslandseinsatz: Private Agenturen vermitteln Arbeiter nach Nahost

Die indonesische Regierung will ihren Bürgern verbieten, zum Arbeiten in den Nahen Osten zu reisen. Der Grund: Misshandlungen und miese Arbeitsbedingungen in Saudi-Arabien und anderen Ländern.

Hunderttausende Indonesier ziehen jedes Jahr zum Arbeiten ins Ausland, ein großer Teil in die Länder des Nahen Ostens. Weil die Bedingungen vor Ort häufig mies sind, will die Regierung in der Hauptstadt Jakarta das jetzt verbieten. Aus Protest gegen Misshandlungen und schlechte Arbeitsbedingungen will sie überhaupt keine Landsleute mehr in den Nahen Osten ziehen lassen.

Vermittlungsagenturen dürften bald keine Hausangestellten mehr nach Saudi-Arabien und in zwanzig weitere Länder schicken, teilte die Regierung am Dienstag in Jakarta mit. In Saudi-Arabien waren im April zwei Indonesierinnen wegen Mordes hingerichtet worden.

Im Nahen Osten arbeiten nach Schätzungen der Regierung zwei Millionen Indonesier. Allein im vergangenen Jahr vermittelten Agenturen 400.000 ins Ausland, ein Viertel davon in den Nahen Osten. Indonesier sind dort beliebt, weil sie ebenfalls überwiegend Muslime und dadurch mit islamischen Haushalten vertraut sind.

Viele Angestellte würden aber schlecht behandelt und zudem schlecht bezahlt, sagte Arbeitsminister Hanif Dhakiri. Manche Arbeitgeber ließen die Angestellten am Ende ihres Vertrages nicht in die Heimat zurück. Viele bekämen nicht mehr als umgerechnet 185 Euro im Monat.

"Die Regierung kann die Entsendung verbieten, wenn die Arbeit als entwürdigend für die Angestellten angesehen wird und damit die nationale Würde verletzt." Betroffen sind von der Entscheidung unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Katar.

Schon vor Jahren hatten Tausende indonesische Gastarbeiter in Saudi-Arabien gegen ihre Arbeitsbedingungen protestiert. Viele hatten keine gültigen Visa und waren deshalb festgenommen worden - sie hatten es innerhalb einer kurzen Frist nicht geschafft, ihre Papiere in Ordnung zu bringen, konnten aber ohne die Visa das Land nicht verlassen.

nck/dpa

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1. finde richtiges signal von einer regierung
sanax 05.05.2015
alle reden davon alle wissen es.getan wird nix.allerdings kann ich mir vorstellen das es betreffende Länder nicht interessiert, werden aus anderen Ländern sich Arbeitskräfte holen.moderne Sklaverei wer das Geld hat hat die macht und in dem Bereich spielt es auch keine Rolle das alle gleicher Religion sind?müsste man meinen werden Hausangestellte recht gut behandelt.also steht Geld & Macht doch über Religion
2. @sanax
happlebee 05.05.2015
Wieso richtiges Signal, die Arbeiter werden doch nicht entführt, sie gehen weil die Verdienstmöglichkeien dort besser als im Heimatland sind.
3. Hauptsache ...
rolandofurioso 05.05.2015
... unsere Bundesregierung fördert es weiterhin, dass den Religionsfaschisten in Saudi-Arabien und andernorts im nahen und mittleren Osten fragwürdige Informations- und Telekommunikationstechnologie, Kriegswaffen, Folterinstrumente, Amputationsschwerter, Beschneidungsmesser usw. aus deutsclen Landen frisch in Folterkeller und Zensurbüro der Religionspolizei geliefert werden.
4.
fortune423-xxx 05.05.2015
Hoffentlich folgen andere große Entsendeländer dieser Maßnahme. Auf den Philippinen gibt es seit längerem derartige Überlegungen. Dann bekommen die Araber massive Probleme. Nicht nur weil sie ihren Dreck alleine wegräumen müssen. Ich denke da nur mal an das Gesundheitswesen, Englischlehrer, Ingenieure und Facharbeiter. Das können extrem arme Länder wie z.B. Nepal oder Bangladesh niemals ausgleichen weil es dort nicht genügend Leute mit entsprechender Ausbildung gibt.
5. Gut gemeint, sehr plakativ
Lisa_can_do 05.05.2015
Indonesier verlassen ihr Land, um woanders arbeiten zu können, weil sie im eigenen Land entweder keine oder schlechter bezahlte Arbeit bekommen. Und Herr Dhakiri sollte sich mit seinen Amtskollegen aus den Philippinen und aus Malaysia und Indien und Bangladesh und Pakistan absprechen. Es sind unhaltbare und unfassbare Zustände im Golf - moderne Sklaverei - in Deutschland interessiert es keinen, weiß kaum einer davon, außer Qatar Fussi-WM (in Qatar wurde kürzlich ein deutscher Journalist verhaftet, weil er über die Arbeiter auf den Großbaustellen berichten wollte). Noch schlimmer': die Situation der Frauen im Golf; als Hausmädchen / Putzfrau in privaten Haushalten sind Vergewaltigungen und Gewalt an der Tagesordnung. Deutschland verkauft Waffen nach Saudi Arabien - und dieses Forum wird kaum Jemand besuchen - zu uninteressant.
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