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Industriefirmen: 25 Prozent haben Vorurteile gegen ältere Arbeiter

Die Lebenserwartung steigt, viele Deutsche müssen sich darauf einstellen, länger zu arbeiten - in den Köpfen der Personalleiter ist dieser Umschwung allerdings nur bedingt angekommen: Laut einer Studie gibt es in vielen Betrieben Vorbehalte gegen ältere Beschäftigte.

Köln - Es ist eine umfangreiche Umfrage - und sie kommt zu einem wenig erfreulichen Ergebnis: 1350 Personalleiter, Geschäftsführer und Unternehmern in der Industrie hat das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zu ihrer Einstellung gegenüber älteren Arbeitnehmern interviewt. Gut ein Viertel der Befragten äußerten sich über das Image von Über-50-Jährigen negativ.

So gaben 25 Prozent an, Mitarbeiter jenseits der 50 hätten eine geringere Leistungsbereitschaft. 27 Prozent waren der Ansicht, Ältere schafften weniger, weil sie mit dem Arbeitstempo nicht mehr mithalten könnten. Dass Ältere sich innerlich von der Arbeit verabschiedeten, weil sie nicht mehr richtig gefördert werden, glaubten 34,9 Prozent. Dass sie nicht mehr richtig arbeiten wollen, vermuten 24,5 Prozent. 27 Prozent gehen obendrein davon aus, dass Ältere weniger innovativ seien, weil sie ihr Wissen nicht mehr erneuerten.

Gleichzeitig waren 25,7 Prozent der Befragten der Ansicht, Weiterbildung für Ältere lohne sich für das Unternehmen nicht. 44,2 Prozent glaubten, dass Über-50-Jährige länger ihrem Arbeitsplatz fern bleiben, wenn sie krank werden.

Das Image älterer Mitarbeiter ist also nicht gerade gut - dabei wird ihre Förderung strategisch zusehends wichtiger: 40 Prozent der Bevölkerung sind über 49 Jahre alt. Auch ihr Anteil unter den Erwerbstätigen steigt. Dabei zeigt sich dem IW zufolge, dass das Image der über 50-jährigen Arbeitnehmer umso besser ist, je höher ihr Anteil in der Belegschaft ist. Zwei von drei Industriebetrieben böten bereits personalpolitische Maßnahmen für über 50-jährige Mitarbeiter an. So gibt es in 56,3 Prozent der Unternehmen altersgemischte Teams. Sie tragen dazu bei, dass Ältere aktuelles Fachwissen von jüngeren Kollegen erhalten, die wiederum von deren Berufserfahrung profitieren können.

Ältere gezielt als Trainer, Ausbilder oder Berater einzusetzen, ist in 35,1 Prozent der Betriebe üblich. In 28 Prozent der Unternehmen werden Ältere gezielt bei Projekten an wechselnden Standorten oder im Ausland eingesetzt. Dafür seien sie besonders qualifiziert, weil sie in der Regel mehr als Jüngere sowohl über umfangreiches betriebliches Wissen und Lebenserfahrung verfügten als auch über die Fähigkeit, selbstständig auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren.

ssu/dpa

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