Inflation Bundesbank plädiert für deutliches Lohnplus

Die Konjunktur brummt, nun sollen auch die Löhne steigen: Der Chefökonom der Bundesbank fordert im SPIEGEL höhere Lohnabschlüsse. Andere Experten stimmen zu.

Gehaltsabrechnung: Bundesbank und DIW sehen Spielraum für höhere Lohnabschlüsse
DPA

Gehaltsabrechnung: Bundesbank und DIW sehen Spielraum für höhere Lohnabschlüsse


Die Bundesbank sieht Spielraum für höhere Lohnabschlüsse. Jahrelang hätten die Tarifpartner "sehr verantwortungsbewusst Lohnzurückhaltung" geübt, sagte Jens Ulbrich, Chefökonom der Bundesbank, dem SPIEGEL. Die Lohnentwicklung in Deutschland sei "vor dem Hintergrund der guten konjunkturellen Lage, der niedrigen Arbeitslosigkeit und der günstigen Perspektiven durchaus moderat", erklärte Ulbrich. (Lesen Sie den kompletten Artikel hier im aktuellen SPIEGEL).

Höhere Lohnabschlüsse sollen verhindern, dass die tatsächliche Inflationsrate noch weiter unter das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von knapp zwei Prozent sinkt. "Unser Beurteilungsmaßstab als Notenbank ist einzig die Preisstabilität", sagte Ulbrich. "Unsere Argumentation ist symmetrisch und konsistent."

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, plädierte im SPIEGEL dafür, die Löhne kräftig anzuheben. "Wenn man eine längerfristige Perspektive einnimmt", sagt Fratzscher, "kann die Lohnentwicklung auch für ein, zwei Jahre über den Verteilungsspielraum hinausgehen." Der Ökonom erklärte, dass die Reallöhne von mehr als der Hälfte der deutschen Arbeitnehmer in den letzten 15 Jahren gefallen seien.

Im ersten Quartal 2014, das zeigten im Juni Daten des Statistischen Bundesamts, sind die Reallöhne so stark gestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr (siehe Grafik oben). Von den Zuwächsen haben aber nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen etwas: Vor allem Gutverdiener profitieren.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 212 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
pfzt 20.07.2014
1.
Jetzt empfehlen sogar schon die Kapitalisten Lohnerhöhungen, weil die Bevölkerung nur rumsitzt und für gar nichts mehr kämpft. Tolle Zeiten.
sitiwati 20.07.2014
2. einfach Löhne
und Renten an das neue Diätengesetz kopplen !
thomas_potsdam 20.07.2014
3. Reallöhne gefallen - seit EURO?!
Zitat: "Der Ökonom erklärte, dass die Reallöhne von mehr als der Hälfte der deutschen Arbeitnehmer in den letzten 15 Jahren gefallen seien."....seit Einführung der Euro!! real ist - Butter, Milch und alle Waren des täglichen Bedarfs incl. Gastronomie(nicht täglich)und vor allem Mieten...sind extrem teurer geworden - haben sich nahezu verdoppelt - aber da wurde einfach der Warenkorb - welcher als Grundlage für die Inflationsberechnung dient verändert - manipuliert und dann ist dieser "Effekt" verschwunden - R- Europa ist der Weg - auf Grundlage jedoch ohne Brüssel und den Euro - was hat das eine mit dem anderen zu tun - KOSTET einfach viel Geld! Die großen Konzerne und Einzelhandelsketten profitieren - die kleinen Handwerker, Bauern und die kleinen Läden verschwinden - weil die Kapitalströme monopolisiert werden und nicht demokratisiert!
novasun 20.07.2014
4. Das ist doch
nur Good Will zeigen um den Pöpel ruhig zu stellen. Diewirklich interessante Aussage, seit 15 Jahren sind unsere Reallöhne gefallen -Punkt. Das kann man nicht mit 1 2 Jahren wir geben etwas mehr ausgleichen. Und man merke sich - Grund für die plötzliche Erhöhung ist nicht die gute Leistung - nein - wir müssen die Inflation anheizen... Verteilt das Geld gerechter unter allen und die Inflation wird von alleine wieder steigen. Wenn nur das obere % in den letzten Jahren deutliche Lohnzuwächse hatte braucht es niemanden zu wundern. Nach dem 3 BMW kauft man sich keinen 4ten mehr...
Solid 20.07.2014
5. Leichter gesagt als getan
In einer Zeit, in der 3% Lohnplus als "gigantische Lohnsteigerung" wahrgenommen werden bei einer Teuerung von Normalverdienerprodukten von 5% und mehr muss man wohl davon ausgehen, dass Arbeitnehmer und Gewerkschaften verlernt und vergessen haben, was eine "Lohnsteigerung" ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.