Inflation in der Eurozone Preise steigen langsamer

Die Europäische Zentralbank pumpt mit ihren Anleihekäufen Milliarden in die Eurozone - doch die Verbraucherpreise zeigen sich davon unbeeindruckt. Trotz billigen Geldes ging die Inflationsrate zurück.

Obststand in Barcelona (Archiv)
imago/Westend61

Obststand in Barcelona (Archiv)


In der Eurozone sind die Verbraucherpreise zum Jahresende wieder langsamer angestiegen. Im Dezember 2017 habe die Inflation im gemeinsamen Währungsraum um 1,4 Prozent höher gelegen als im Vorjahresmonat, teilte das europäische Statistikamt Eurostat in einer Schnellschätzung mit. Im November hatte die Inflationsrate 1,5 Prozent betragen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) entfernte sich damit wieder ein Stück von dem für die 19 Länder der Eurozone angestrebten Inflationsziel von knapp zwei Prozent. Die Rate wird seit mehreren Jahren nicht mehr erreicht, weshalb die Zentralbank ihre Geldpolitik massiv gelockert hat. Diese Geldschwemme ist vor allem in Deutschland umstritten.

Mit drei Prozent war der Anstieg bei Energie wiederum etwas höher als vor einem Jahr (2,6 Prozent), allerdings deutlich niedriger als noch im November 2017 (4,7 Prozent). Deutlich teurer wurden auch verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und Tabak - ihre Preise stiegen um 2,2 Prozent, im Vorjahresmonat waren es nur 0,7 Prozent.

Analysten hatten mit dem Rückgang der Inflation zum Jahresende 2017 gerechnet. Zuletzt waren in den Euroländern Italien und Deutschland schwächere Inflationsraten für Dezember veröffentlicht worden.

Bei der Kernrate der Verbraucherpreise, bei der schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie ausgeblendet werden, meldete Eurostat für den Währungsraum einen Preisanstieg um 0,9 Prozent. Im November lag er gleich hoch.

Die Kernrate spielt eine wichtige Rolle, weil sie eine hohe Bedeutung für geldpolitische Entscheidungen der EZB hat. Zuletzt hatten sich mehrere Notenbanker für ein Ende der Anleihekäufe in diesem Jahr ausgesprochen. Die niedrige Inflation spricht aber dagegen.

apr/dpa-AFX

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Kontrastprogramm 02.03.2010
1.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Die Zockerei gegen den Euro provoziert geradezu die Verknappung der Geldmenge M3 sowie eine Zinserhöhung. Inflation wohl zwangsläufig - aber keine Megainflation.
TvanH 02.03.2010
2.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Das sind aber auch Themen, so schön apokalyptisch.
Volker Gretz, 02.03.2010
3.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Was soll uns denn noch passieren? Uns hat's nicht gestört als die 1-DM-Läden in 1-euro-Läden umbenannt wurden, die Brötchen plözlich 90 Pfennig und der Liter Benzin 3,20 DM kostete. Nach dem Euro kann uns doch nichts mehr erschüttern :-) Zahlen und rechnen wir halt in 1/100 Feinunzen oder alternativ: Kleibeträgen werden mit Schweizer Taschenmessern, Zigaretten, Alkohol - größere Anschaffungen mit Rolexmodellen bezahlt. ;-)
Astir01 02.03.2010
4.
Bis ein Kind in die grüblerische Stille hinein ruft: "Aber, der König hat ja gar nichts an!" bleibt alles mehr oder weniger beim Alten. Schon heute übersteigt der "Wert" aller Guthaben den aller Waren und Dienstleistungen um einen bedeutenden Faktor. (etwa 10) Durch die exzessive Kreditvergabe zum Nulltarif vergrößert sich diese Diskrepanz immer weiter. So wie eine Bank bankrott geht, wenn alle Einleger gleichzeitig kommen und ihre Guthaben abheben wollen, so würde auch der Wert der Guthaben selbst verfallen, wenn alle Menschen gleichzeitig ihr Geld würden in Waren und Dienstleistungen umtauschen wollen. Bis es soweit ist, verfressen und versaufen die Bürger der USA aber auch die Griechenlands das Geld das wir Deutschen und die Chinesen sparen. Die Griechen haben z.B. eine "Sparquote" von -5%, d.h. sie geben 5 % mehr Geld aus als sie verdienen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und den letzten beißen die Hunde.
Oskar ist der Beste 02.03.2010
5.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Inflation zerstört die Demokratie http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681172,00.html was fuer ein Beitrag im Jahre eins nach dem neoliberalen Supergau. Das waere so, wenn man 1990 behauptet haette, dass der Wegfall der Mauer im 3. Weltkrieg enden wuerde. Natuerlich darf man eine Inflation nicht ungezuegelt sich ausbreiten lassen, andererseits sind 5% Inflation immer noch besser als 5% Arbeitslosigkeit (so Helmut Schmidt). Und die "Buerger", damit sind natuerlich nur die gemeint, die bereits Vermoegen haben, diejenigen aber, die aus welchen Gruenden von Transferleistungen leben, koennen sehr wohl davon leben, dass es eine hoehere Inflation in Folge eines hoeheren Wachstums gibt, denn in dem Szenario haben diese "Empfaenger" naemlich eher wieder einen ertraeglich bezahlten Job. Und mit Hohngelaechter denken wir noch an den famousen Steinbrueck, der doch tatsaechlich von Inflationsgefahren faselte in 2009 als die deutschen Unternehmen zu 70-80% ausgelastet gewesen sind.
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