Inflation Lebensmittel und Mieten treiben Verbraucherpreise

Nahrungsmittel, Mieten und Reisen werden teurer: Sie treiben die Inflation in Deutschland. Im Juli stiegen die Verbraucherpreise das zweite Mal in Folge.

Butter fürs Brötchen
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Butter fürs Brötchen


Vor allem teurere Lebensmittel haben die Inflation in Deutschland im Juli ansteigen lassen. Die Verbraucherpreise zogen um durchschnittlich 1,7 Prozent zum Vorjahresmonat an - und damit den zweiten Monat in Folge, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Juni lag die Rate mit 1,6 Prozent einen Tick tiefer. Eine höhere Rate hatte es zuletzt im April mit 2,0 Prozent gegeben.

Nahrungsmittel verteuerten sich im Juli überdurchschnittlich: Sie kosteten 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Butter verteuerte sich um 64 Prozent. Bei Fisch (3,2 Prozent) und Fleisch (2,4 Prozent) zogen die Preise ebenfalls kräftig an. Die Nettokaltmieten erhöhten sich um 1,8 Prozent und Pauschalreisen verteuerten sich sogar um 4,3 Prozent. Bei Energie war der Preisanstieg mit 0,9 Prozent vergleichsweise moderat.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Währungsraum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an, die sie für die Konjunkturentwicklung als ideal ansieht. Sie erwartet trotz einer sich verbreiternden wirtschaftlichen Erholung keinen schnellen Anstieg der Verbraucherpreise. Zuletzt lag die Teuerungsrate im Euro-Raum mit 1,3 Prozent weit vom EZB-Ziel entfernt.

kig/Reuters



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thequickeningishappening 11.08.2017
1. Alles in Butter
Das Butter teurer wird war absehbar. Die Preise waren im Keller, die Kühe wurden verkauft. Nennt sich Schweinezyklus!
hannesmann 11.08.2017
2.
Das ist immer eine Frage der Betrachtungsweise. Wenn knapp unter 2 Prozent das Ziel ist und die Deflation das zu bekämpfende Risiko ist dann liegt die aktuelle Inflationsrate deutlich näher am Ziel als am Risiko. Und ob das Ziel in einer globalisierten Welt mit geldpolitischen Mitteln zu erreichen ist ist mittlerweile auch sehr umstritten.
blurps11 11.08.2017
3.
Zitat von hannesmannDas ist immer eine Frage der Betrachtungsweise. Wenn knapp unter 2 Prozent das Ziel ist und die Deflation das zu bekämpfende Risiko ist dann liegt die aktuelle Inflationsrate deutlich näher am Ziel als am Risiko. Und ob das Ziel in einer globalisierten Welt mit geldpolitischen Mitteln zu erreichen ist ist mittlerweile auch sehr umstritten.
Schon richtig, das Problem dabei ist nur, dass gerade von Preissteigerungen bei Lebensmitteln bzw. generell Gütern des täglichen Bedarfs und Mieten Geringverdiener, Rentner, Arbeitslose usw. besonders stark betroffen sind, weil sie einen viel größeren Teil ihres Einkommens dafür aufwenden müssen als Durchschnitts- und Gutverdiener. Wenn am Ende des Monats das Geld nicht mehr reicht, dürften geldpolitische Ziele den meisten eher egal sein. Luxusgüter und elektronische Spielzeuge als Treiber der Inflation wären deutlich erstrebenswerter.
Worldwatch 11.08.2017
4. Unerwähnt von kig/Reuters
Die Preise/Gebuehren für (Trink-)Wasser/Abwasser sowie Abfallbeseitigung steigen regional überproportional an. Wegen höherer Kosten der Bereitstellung und Umweltschutzmauflagen. Zudem steigen die Kosten im Sektor Gesundheit/Krankenversicherungen sowie etlicher Versicherungspolicen. Hinzu kommen Beitrags-, Gebühren- und Steuererhöhungen wg. (dauer-)leerer Kassen vieler Kommunen. Die Berechnung der Inflation, der -bei genauerer Betrachtung hanebüchene- ?Warenkorb? und Wichtung zur Berechnung der Inflationshoehe, ist ein Thema für sich. Aber, ob die o.g. ?gute Butter?, etc., nun 60% oder 600% teurer wird, interessiert die Wohlhabende kaum. Am unteren Ende der Einkommensbezieher wird das satt Essen, die Deckung der lebensnotwendigen Bedürfnisse zunehmend zur Sackgasse. Inflationstheorie hin oder her; wieviel Tafler, Sozialgeschaeftskunden bedarf es noch, um zu sehen, wie sich Arm-Reich-Schere und gesellschaftliche Schieflagenentwicklung verstärkt. Wie lange glaubt man, in der -ach so hohen, zunehmend aber sich von diesen Bürgern entfernenden- Politik, dass die Abgehängten sich still dulden und artig fügen? Während für die Errettungen ferner Probleme politisch abermilliarden Euro locker gemacht werden können. Wo ein dreitägiges Politschaulaufen der globalen Eliten G20 mal eben 500 Mio.? kosten darf. Und dazu nun dieser Randthemen BT-Wahlkrampf. Bin ich eigentlich der Einzige, der den zunehmenden Kesseldruck in unserem bigotten ?uns-geht's-gut? Politzirkus als wachsende Gefahr wahrnimmt?
grabenkaempfer 11.08.2017
5.
was die EZB anstrebt ist eine Kerninflationsrate von 2% an, diese Rate enthält aber Lebensmittel- und Energiepreise nicht! Das bedeutet, das man bei einer Kerninflationsrate von 2% durchaus auch mehr als das für seine Lebensmittel mehr bezahlen muss. Schlußendlich Augenwischerei.
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