Inflation Preise steigen wie seit einem Jahr nicht mehr

Schlechte Nachrichten für die Konsumenten: Laut vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamts sind die Verbraucherpreise im März um 1,1 Prozent gestiegen - und damit stärker als erwartet. Heizöl verteuerte sich sogar um bis zu 35 Prozent.

Konsumentin im Supermarkt: Lebensmittel sind teilweise billiger
AP

Konsumentin im Supermarkt: Lebensmittel sind teilweise billiger


Wiesbaden - An den Zapfsäulen bemerkten es viele Deutsche zuerst: Die Verbraucherpreise ziehen an. Die jährliche Inflationsrate kletterte im März auf 1,1 Prozent und stieg damit um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag auf Basis von vorläufigen Daten aus sechs Bundesländern mit. Erstmals seit Februar 2009 überstieg die Teuerung damit die Marke von einem Prozent. Vor allem wegen kräftig gestiegener Energiepreise fällt der Anstieg deutlicher als erwartet aus. Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg von lediglich 0,3 Prozent und eine Jahresteuerung von 0,9 Prozent prognostiziert.

Die Heizölpreise erhöhten sich den Angaben zufolge je nach Bundesland gegenüber dem Vormonat um 3,9 bis 8,8 Prozent und die Kraftstoffpreise um 3,8 bis 7,7 Prozent. Auf Jahressicht fielen die Anstiege noch stärker aus: Heizöl verteuerte sich um bis zu 35,1 Prozent, Kraftstoffe um bis zu 21,1 Prozent.

Der Benzinpreis in Deutschland liegt momentan nach ADAC-Angaben im Schnitt bei 1,43 Euro und für Diesel bei 1,21 Euro je Liter. Bei Super ist es der höchste Stand seit September 2008. Im vergangenen Jahr kostete der Liter Super im Jahresdurchschnitt rund 1,28 Euro, Diesel 1,08 Euro. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnte die Mineralölkonzerne am Montag in der "Bild"-Zeitung, vor den Feiertagen den Bogen zu überspannen: "Ob das mit rechten Dingen zugeht, untersucht ja gerade das Kartellamt."

Lebensmittel teilweise billiger

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen gegenüber dem Vormonat weniger stark. Hier lag die Teuerung bei maximal 1,1 Prozent. Auf Jahressicht sind Lebensmittel sogar teilweise billiger geworden (minus 0,6 Prozent bis plus 1,1 Prozent). Endgültige Ergebnisse wird die Behörde am 13. April veröffentlichen.

Analysten der Commerzbank rechnen für das Gesamtjahr mit einer Inflationsrate von 0,9 Prozent. Während die Preise für Energie und Nahrungsmittel weiter anziehen dürften, werde die sogenannte Kernrate sinken: "Die moderate Lohnentwicklung, fallende Lohnstückkosten und die anhaltende Unterauslastung der Produktionskapazitäten sprechen dafür, dass die Unternehmen die Preise kaum anheben werden", sagte Commerzbank-Volkswirt Simon Junker.

Trotz der anziehenden Verbraucherpreise im März liegen die Werte weiterhin unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei Inflationsraten von knapp unter zwei Prozent Preisstabilität gewahrt sieht. Damit bleibt der EZB aus Sicht der Commerzbank genügend Spielraum, die Zinsen noch für längere Zeit auf ihrem aktuellen Rekordtief von ein Prozent zu halten: "Wir erwarten die erste Zinserhöhung nicht vor Frühjahr 2011", so Junker.

luk/ddp/dpa/Reuters



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insgesamt 8 Beiträge
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archie, 29.03.2010
1. Inflation obwohl niemand kauft?
Ihr wollt die Preise erhöhen? Gut, dann kaufen wir euren Mist nicht mehr. Konsumstreik. Das ist doch ganz einfach. Mal sehen, wie schnell die Preise wieder purzeln.
Transmitter, 29.03.2010
2. Comedy pur
Zitat von archieIhr wollt die Preise erhöhen? Gut, dann kaufen wir euren Mist nicht mehr. Konsumstreik. Das ist doch ganz einfach. Mal sehen, wie schnell die Preise wieder purzeln.
Lachhaft! Dann kaufen wir eben euer Benzin nicht mehr? Und euren teuren Strom nehmen wir euch auch nicht mehr ab! Lieber Archie! Die Inflation ist politisch gewollt und in der Tat die einzig mögliche finale Lösung der Finanzkrise. Banken und Notenbanken haben unverkäufliche Schrottwerte von ein paar Billionen in ihren Bilanzen stehen. Die können die nie und nimmer zu auch nur annähernd gleichen Werten wieder verkaufen. Faktisch sind sie pleite. Durch eine satte Inflationsrate können diese Werte jetzt nach und nach relativiert werden. Irgendwann werden sie für die Hälfte der Einkaufswerte verkauft. In der Zwischenzeit ist Geld aber nur noch halb soviel wert, als zum Zeitpunkt des Einkaufes. Ergebnis: Die Banken schreiben zwar steuermindernd 50 Prozent ab (als Buchverlust), ihre Bilanzen sind dann wieder sauber. Verloren haben sie jedoch 75 Prozent des Einkaufpreises. Sie persönlich verdienen dann wahrscheinlich zwar immer noch soviel wie jetzt oder soagr ein bißchen mehr, aber Sie können sich für Ihr Geld dann nur noch die Hälfte von dem kaufen, was Sie heute dafür kaufen können. Hedgefonds kaufen die abgeschriebenen Schrottwerte der Banken auf. Finanziert oft durch Kredite eben dieser Banken. Die Hedgefonds bekommen sie für 20 bis 25 Prozent vom Einkaufswert. Und dann quetschen sie den Schuldnern der Ursprungswerte mehr heraus, als die Banken es vermochten. Alle verdienen, und sei es nur duch Verlustminimierung, Geld dabei. Nur einer nicht. Der Konsument, der "kleine Otto", der Arbeitende. Der bezahlt diese Sauerei ganz allein durch höhere Preise, höhere Steuern, reduzierte Lebensqualität. Es lohnt sich also schon, von der einzahlenden (arbeitenden) Bevölkerung in die empfangende (Hartz IV) zu wechseln. Die Hartz IV-Sätze werden regelmässig angehoben. Allein schon, um soziale Unruhen zu vermeiden. Als Hartz IV - Empfänger kann man sich dann an dem Gefühl erfreuen, wenigstens nicht zu den ganz grossen Deppen dieses Systems (nämlich die Arbeitenden) zu zählen. Und ist doch auch schon was, oder?
monotram2 30.03.2010
3. ...
Zitat von TransmitterLachhaft! Dann kaufen wir eben euer Benzin nicht mehr? Und euren teuren Strom nehmen wir euch auch nicht mehr ab! Lieber Archie! Die Inflation ist politisch gewollt und in der Tat die einzig mögliche finale Lösung der Finanzkrise. Banken und Notenbanken haben unverkäufliche Schrottwerte von ein paar Billionen in ihren Bilanzen stehen. Die können die nie und nimmer zu auch nur annähernd gleichen Werten wieder verkaufen. Faktisch sind sie pleite. Durch eine satte Inflationsrate können diese Werte jetzt nach und nach relativiert werden. Irgendwann werden sie für die Hälfte der Einkaufswerte verkauft. In der Zwischenzeit ist Geld aber nur noch halb soviel wert, als zum Zeitpunkt des Einkaufes. Ergebnis: Die Banken schreiben zwar steuermindernd 50 Prozent ab (als Buchverlust), ihre Bilanzen sind dann wieder sauber. Verloren haben sie jedoch 75 Prozent des Einkaufpreises. Sie persönlich verdienen dann wahrscheinlich zwar immer noch soviel wie jetzt oder soagr ein bißchen mehr, aber Sie können sich für Ihr Geld dann nur noch die Hälfte von dem kaufen, was Sie heute dafür kaufen können. Hedgefonds kaufen die abgeschriebenen Schrottwerte der Banken auf. Finanziert oft durch Kredite eben dieser Banken. Die Hedgefonds bekommen sie für 20 bis 25 Prozent vom Einkaufswert. Und dann quetschen sie den Schuldnern der Ursprungswerte mehr heraus, als die Banken es vermochten. Alle verdienen, und sei es nur duch Verlustminimierung, Geld dabei. Nur einer nicht. Der Konsument, der "kleine Otto", der Arbeitende. Der bezahlt diese Sauerei ganz allein durch höhere Preise, höhere Steuern, reduzierte Lebensqualität. Es lohnt sich also schon, von der einzahlenden (arbeitenden) Bevölkerung in die empfangende (Hartz IV) zu wechseln. Die Hartz IV-Sätze werden regelmässig angehoben. Allein schon, um soziale Unruhen zu vermeiden. Als Hartz IV - Empfänger kann man sich dann an dem Gefühl erfreuen, wenigstens nicht zu den ganz grossen Deppen dieses Systems (nämlich die Arbeitenden) zu zählen. Und ist doch auch schon was, oder?
Ich kann mich irren, aber der H4-Satz wurde von 345 auf 359 Euro erhöht in den letzten 5 Jahren. Macht nach Adam Riese 4%. Wenn Sie das für lohnenswert halten, sind Sie sehr genügsam. Dann ist H4 sicherlich eine Alternative für Sie.
Calex 30.03.2010
4. Inflation
1,1 %? Ja sicher... die Heizölpreise sind um 35% gestiegen. Hmm.. komisch. 1,1% sind dieser schwachsinnige politisch deklarierte Warenkorb, der je nach Preisschwankungen auch noch angepasst wird und bei dem dann ein Lustzugewinn abgerechnet wird. Wer sich davon noch blenden läßt, sollte sich mal informieren, wie Inflation wirklich berechnet wird. M3 (Geldmengenerhöhung) - Wirtschaftswachstum Nur mal so zur Info. Die Bundesregierung macht gerade 80 Mrd € neue Schulden, das sind bei einer Mindestreserve von 2%, dann in etwa 600 Mrd € neues Geld durch Überzeichnung. Beispiel: Die Geldmenge wurde letztes Jahr um etwa 12% erhöht, das Wirtschaftswachstum lag bei 1% das sind 11% Inflation. Nicht etwa 1,1%!!! Aber wir lassen uns ja weiter verkaspern.
Wolfgang Jung 30.03.2010
5. Konsumstreik, fertig
Zitat von archieIhr wollt die Preise erhöhen? Gut, dann kaufen wir euren Mist nicht mehr. Konsumstreik. Das ist doch ganz einfach. Mal sehen, wie schnell die Preise wieder purzeln.
Simpel auf den entscheidenden Nenner gebracht!
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