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Inflation: Preisschub plagt China

Die hohe Inflation wird für China zum Problem: Obwohl der Staat gegensteuert, sind die Verbraucherpreise im Mai im Schnitt um 5,5 Prozent gestiegen. Es ist das größte Plus seit zweieinhalb Jahren, Lebensmittel verteuern sich sogar noch stärker - die Gefahr sozialer Unruhen wächst.

Lebensmittelmarkt in Peking: Dürre und andere Katastrophen verschärfen den Trend Zur Großansicht
AFP

Lebensmittelmarkt in Peking: Dürre und andere Katastrophen verschärfen den Trend

Peking - Chinas Regierung bekommt die hohe Inflation nicht in den Griff: Die Verbraucherpreise sind im Mai um 5,5 Prozent gestiegen. Wie das Statistikamt am Dienstag in Peking berichtete, ist das die höchste Rate seit 34 Monaten. Die Regierung strebt eigentlich vier Prozent Inflation für das ganze Jahr an.

Besonders Lebensmittel werden schnell teurer. Den Zahlen zufolge stiegen die Kosten für Nahrungsmittel um 11,7 Prozent. Dafür wurden unter anderem Dürre und andere Naturkatastrophen sowie eine steigende Nachfrage verantwortlich gemacht.

Für die Regierung wird die Inflation zu einem immer größeren Problem. Betroffen sind vor allem arme Familien, die bis zur Hälfte ihres Einkommens für Essen ausgeben - und nun in Bedrängnis geraten. Dem Land drohen soziale Unruhen.

Um dem Inflationstrend entgegenzuwirken, hat Peking seit Oktober viermal die Zinsen erhöht, Unternehmen wurden zur Mäßigung bei Preiserhöhungen angehalten. Bislang waren alle Bemühungen vergeblich.

Am Dienstag straffte die chinesische Notenbank ihre Geldpolitik abermals. Der Mindestreservesatz für Geschäftsbanken wird erneut angehoben. Der Satz steigt um 0,5 Punkte auf nunmehr 21,5 Prozent. Der Mindestreservesatz beschreibt das Guthaben, das die Banken bei der Notenbank hinterlegt haben müssen. Je höher der Satz steigt, desto geringer ist die am Markt verfügbare Geldmenge. Der Mindestreservesatz wurde in diesem Jahr schon fünf Mal erhöht.

Industrieproduktion steigt stärker als erwartet

Die bisherigen Einschnitte konnten den Wirtschaftsboom kaum bremsen. So ist die Industrieproduktion im Mai deutlich höher ausgefallen als erwartet. Sie legte um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie das nationale Statistikbüro am Dienstag in Peking bekanntgab. Schon im April war die Industrieproduktion noch um 13,4 Prozent gestiegen.

Die Konjunkturdaten aus China schoben die Börsen in Fernost an. Der japanische Nikkei Chart zeigenschloss knapp 1,1 Prozent im Plus bei 9547 Punkten. Auch die Märkte in Singapur, Taiwan, Südkorea, Australien, Shanghai und China verzeichneten Gewinne.

Chinas Konjunkturdaten zeigten, dass sich das Wirtschaftswachstum in China in einem langsameren Tempo als befürchtet abschwäche, sagten Analysten. "Die Zahlen stimmten fast mit den Prognosen überein, deswegen waren Anleger erleichtert", sagte der Analyst Tsuyoshi Kawata von SMBC Nikko Securities.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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Noctim 14.06.2011
Auch China ist nicht immun gegen "Allerweltsprobleme". Auch wenn das Wachstum scheinbar keine Grenzen kennt, muss es darauf achten, die Basis nicht zu vernachlässigen. Ansonsten könnte das Land gnadenlos implodieren...
2. super..
fritz_64 14.06.2011
da leidet das letzte kommunistische Grossreich des Planeten unter den klassischen Symptomen einer überhitzten kapitalistischen Wirtschaftspolitik die auf dem Rücken der Bevölkerung eingeführt wurde...wird wohl mal wieder Zeit für einen langen Marsch, man darf gespannt sein wann sich die geknechtete Arbeiterschaft auf den Weg macht...
3. China
Hubert Rudnick, 14.06.2011
Zitat von sysopDie hohe Inflation wird für China zum Problem: Obwohl der Staat gegensteuert,*sind die Verbraucherpreise im Mai im Schnitt um 5,5 Prozent gestiegen. Es ist das größte Plus seit zweieinhalb Jahren, Lebensmittel verteuern sich sogar noch stärker - die Gefahr sozialer Unruhen wächst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,768251,00.html
Auch China kann auf Dauer keine Sonderrolle spielen, sie sind im Weltgeflecht mit eingebunden und sie können nicht nur strahlen. Sie werden mit all den Unannehmlichkeiten der Welt leben müssen. Aber nicht nur die Preise sind es die sie durcheinander wirbeln werden, noch viel schlimmer wird ihnen ihre Missachtung der Umwelt sie noch vor sehr großen Problemen stellen. Die Regeierenden wollen die Welt einholen und denken aber nicht ein bisschen daran, dass sie dann auch alles andere mit in kauf nehmen müssen. Das Erwachen kommt erst noch, aber auch darum hält man eben jegliche Kritiker fest im Griff, man lässt keine Kritik zu, aber wie lange kann sich dann diese angeblichen Kommunisten noch halten? HR
4. China geht es prima
Zorpheus 14.06.2011
Ich vermute mal, dass das 5,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat sind. Damit steht China im Vergleich zu anderen Ländern nicht so schlecht da. In Großbritannien waren es z.B. 4%, nur haben die dort eher 0% statt 10% Wirtschaftswachstum.
5. Mao Hungersnot
Kiesy 14.06.2011
Zitat von fritz_64da leidet das letzte kommunistische Grossreich des Planeten unter den klassischen Symptomen einer überhitzten kapitalistischen Wirtschaftspolitik die auf dem Rücken der Bevölkerung eingeführt wurde...wird wohl mal wieder Zeit für einen langen Marsch, man darf gespannt sein wann sich die geknechtete Arbeiterschaft auf den Weg macht...
Ich bin mir nicht sicher, ob Sie das ernst meinen oder lustig finden. Am Ende des Langen Marsches stand die Macht Maos. Und Mao brachte es zur größten Hungersnot Chinas.
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Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

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