Inflation Verbraucherpreise in Großbritannien steigen um 4,4 Prozent

Das Leben in Großbritannien wird deutlich teurer: Die Verbraucherpreise haben im Februar um 4,4 Prozent zugelegt. Das ist der stärkste Anstieg seit zweieinhalb Jahren. Die Zentralbank gerät unter Druck, die Zinsen zu erhöhen - trotz der schleppenden Konjunktur. 


London - Die Inflation in Großbritannien ist auf den höchsten Stand seit 28 Monaten gestiegen. Die Teuerungsrate erreichte im Februar 4,4 Prozent, teilte das Nationale Statistikamt mit. Die Inflation liegt damit weit über der Zwei-Prozent-Marke, bei der Notenbanker von Stabilität sprechen. Die britischen Verbraucher mussten vor allem für die Heizung, aber auch für Nahrung und Bekleidung mehr bezahlen.

Bereits im Januar waren die Verbraucherpreise mit vier Prozent gestiegen. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Inflation zuletzt bei 2,1 Prozent. Die Bank of England dürfte nun zunehmend unter Druck geraten, die Zinsen anzuheben - trotz der schwachen wirtschaftlichen Erholung und nicht absehbarer Folgen der Sparpolitik für die Konjunktur.

Das Pfund gewann nach Veröffentlichung der Inflationsdaten gegenüber dem Euro an Wert. Experten rechnen nun damit, dass die Zinsen bereits im Mai angehoben werden.

Trotz der kräftig anziehenden Teuerung hat die BoE um Gouverneur Mervyn King bislang keine Zinswende gewagt. Sie beließ den Leitzins bei 0,5 Prozent. Damit ist der Schlüsselzins weiterhin nur halb so hoch wie in der Euro-Zone. Die Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht bereits Handlungsbedarf: EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat eine Zinserhöhung für April in Aussicht gestellt.

cte/Reuters



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insgesamt 4 Beiträge
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cebolla 22.03.2011
1. Überschrift ist missverständlich!
Muss das nicht heissen: "Inflation in Großbritannien steigt AUF 4,4 Prozent"? Soll heissen, die Inflation betrug im Monat Februar 4,4%. Sollte die Inflation UM 4,4% steigen, wäre das etwa eine Steigerung von 2,0% auf 2,088%.
avollmer 22.03.2011
2. Zug abgefahren
Damit hat Großbritannien die letzte Chance verspielt in nächster Zeit noch Aufnahme in die Euro-Zone zu bekommen. Damit verschieben sich die Schwergewichte noch mehr Richtung Osten und Süden. Wahrscheinlich schafft es sogar die Türkei schneller in den Kreis der Euro-Staaten zu kommen als das United Kingdom. Die Eurokraten in Brüssel sollten sich mehr Gedanken darüber machen wie man verhindert hier den nächsten Wackelkandidaten heranwachsen zu sehen, der die PIIGS ergänzt.
free_w_l 22.03.2011
3. ...
"...Bereits im Januar waren die Verbraucherpreise mit vier Prozent gestiegen. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Inflation zuletzt bei 2,1 Prozent..." ...alles reine statistik-manipulationen..die inflation liegt viel viel höher, wenn man nicht jeden monat ein neues lcd oder händy kauft...
Alf.Edel 22.03.2011
4. Teuerung: Inflation in Großbritannien steigt um 4,4 Prozent
Na wenigstens sind die Briten ehrlich im Gegensatz zur Euro-Zone...
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