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Geldanlage: Vermögenspreise stiegen 2015 im Rekordtempo

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Corbis

München: Mit Immobilien lässt sich das Vermögen mehren

Wohl dem, der Immobilien, Anteile an Familienfirmen oder Sammlerobjekte besitzt. Die Preise für Vermögenswerte sind 2015 so stark gestiegen wie kaum je zuvor. Schlechter sieht es für Normalsparer aus.

Wer hat, dem wird gegeben. Dieser Spruch war im Jahr 2015 besonders wahr. Selten zuvor konnten die Reichen in Deutschland ihr Vermögen so schnell mehren wie im vergangenen Jahr.

Laut dem Vermögenspreisindex des Flossbach von Storch Research Institutes lagen die Preise für Sach- und Finanzvermögen im vierten Quartal 2015 (Oktober bis Dezember) 7,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist die höchste Steigerungsrate seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005.

Die Zahlen, die SPIEGEL ONLINE vorliegen, sind auch deswegen so bemerkenswert, weil die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr nur sehr langsam zulegten - im Schnitt um 0,3 Prozent. Viele Produkte wie Heizöl, Benzin, Fleisch, Milch, Fernseher oder Computer wurden sogar billiger. Auch die Produzentenpreise, die Unternehmen für Vorprodukte zahlen, gingen mit 2,4 Prozent deutlich zurück (siehe Grafik).

Den Vermögenspreisindex berechnen Institutschef Thomas Mayer und seine Kollegen vier Mal im Jahr aus einer ganzen Reihe verschiedener Einzeldaten. Dabei fließen die Wertentwicklungen von Finanzvermögen wie Aktien, Spareinlagen und Lebensversicherungen mit ein, aber auch die des sogenannten Sachvermögens, wozu neben Immobilien auch Anteile an mittelständischen Familienunternehmen sowie Sammlerobjekte wie Oldtimer, Gemälde oder teure Weine gehören.

Seit rund drei Jahren entwickeln sich Vermögens- und Verbraucherpreise drastisch auseinander. Während die Verbraucherpreise nur sehr langsam stiegen, schossen die Vermögenspreise nach oben.

Im vergangenen Jahr erhöhten sich die Finanzvermögen zwar nur um 0,7 Prozent, bei den Sachvermögen ging es dagegen mit 9,5 Prozent so stark nach oben wie nie zuvor. Während sich Immobilien als wichtigster Wert dieser Kategorie um 5,9 Prozent verteuerten, stiegen Betriebsvermögen sogar um 24,5 Prozent. Die Preise für Sammler- und Spekulationsobjekte legten um 15,4 Prozent zu.

Diese sehr ungleiche Preisentwicklung hat auch soziale Auswirkungen. Wer Immobilien, teure Kunstobjekte oder gar eine eigene Firma besitzt, gehört ohnehin zu den Wohlhabenden und wurde in den vergangenen Jahren immer reicher (siehe Grafik).

Laut Mayers Modellrechnungen sind die Vermögen der obersten zehn Prozent der deutschen Haushalte so seit Ende 2010 um rund 38 Prozent gestiegen. Die untersten 20 Prozent konnten ihr Vermögen dagegen nur um 19 Prozent mehren.

Am schlechtesten schnitt demnach die untere Mittelschicht ab: Ihr Vermögen legte nur um knapp zehn Prozent zu. Grund dafür ist, dass Haushalte in dieser Gruppe nach Annahme der Ökonomen ihr Vermögen vor allem in schlecht verzinsten Sparguthaben bei der Bank halten und nur vergleichsweise wenig Immobilien besitzen. (Lesen Sie zum Thema die Titelgeschichte im aktuellen SPIEGEL).

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insgesamt 147 Beiträge
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1. Kluft zwischen arm und reich?
Kater Bolle 22.02.2016
Da macht keine Partei etwas. Die Armen können sich ja auch keine Lobbyisten leisten. 1/3 der Unterschicht haben die etablierten Parteien "abgeschrieben" zumal dort der größte Teil nicht wählt und damit den etablierten Parteien nicht mehr schadet,
2. Bubble...
decathlone 22.02.2016
... ick hör dir platzen! Man darf gespannt sein, wie das noch weitergeht. Aber überschüssige Liquidität, die verzweifelt nach rentablen Anlagemöglichkeiten sucht, war noch nie ein gutes Zeichen... Das gleiche gilt, wenn überzogene Renditeerwartungen im Spiel sind...
3. Wirklich???
bluestar2000 22.02.2016
Man sollte diese Rechnung nicht all zu Ernst nehmen und als das hinnehmen, was es auf den ersten Blick ist: ein "Sensationsartikel". Die Preise für exakt die genannten Güter sind doch nur imaginär. Wirklich interessant wird es doch erst bei einer wirklich "Versilberung" des Sachwertes. Und dann zeigt sich erst, ob der theoretisch "berechnete" Preis des Familienunternehmens wirklich so hoch ist! Lustig fand ich diese Aussage: "Am schlechtesten schnitt demnach die untere Mittelschicht ab: Ihr Vermögen legte nur um knapp zehn Prozent zu. Grund dafür ist, dass Haushalte in dieser Gruppe nach Annahme der Ökonomen ihr Vermögen vor allem in schlecht verzinsten Sparguthaben bei der Bank halten und nur vergleichsweise wenig Immobilien besitzen." Die untere Mittelschicht hat gar keine Immobilien! Die untere Mittelschicht existiert in Dt. nicht mehr, weil die Kapital- udn Jobschere extreme auseinander gegangen ist!
4. Man könnte es auch so ausdrücken:
dhmo 22.02.2016
Für den Warenkorb der Reichen ist die Inflation deutlich höher als für den des Durchschnittsbürgers
5. Immobilieneigentum in Berlin
eunegin 22.02.2016
Ja, auf dem Papier mag mein Wohneigentum im Wert steigen. Nur hilft das wenig. Ich wohne ja darin. Ob die Berliner Eigentumswohnung nun 250.000 oder 500.000 Euro wert ist, bringt mir im täglichen Leben gar nichts. Da bin ich auf dem Papier nun reich. Kaufen kann ich mir davon nichts und stehe genauso da wie vor 10 Jahren als die Wohnung 40% weniger wert war. Ich finde es aber unsäglich, wie schwer es für Familien auf Wohnungssuche wird. Das Preis-Leistungsverhältnis in Berlin passt nicht mehr. Schrott für viel Geld.
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