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Inflationsangst: Utah erklärt Gold zum offiziellen Zahlungsmittel

Die Furcht vor Geldentwertung treibt Politiker in den USA zu einem ungewöhnlichen Schritt: Das Parlament des Mormonenstaats Utah hat Gold und Silber als offizielle Zahlungsmittel zugelassen. Auch 13 weitere US-Bundesstaaten planen ähnliche Gesetze.

Goldbarren: Edelmetalle sind in Utah nun offizielle Zahlungsmittel Zur Großansicht
Corbis

Goldbarren: Edelmetalle sind in Utah nun offizielle Zahlungsmittel

Hamburg - Die Schuldenpolitik der US-Regierung schürt bei vielen Amerikanern die Angst vor Hyperinflation. Insbesondere seit Beginn der Finanzkrise hat die US-Zentralbank immense Summen in den Ankauf von Staatsanleihen gesteckt, das Staatsdefizit erreicht ungeahnte Höhen - nun hat der Bundesstaat Utah zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen: Das Parlament hat Gold und Silber als Zahlungsmittel legalisiert, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD").

Utah - auch bekannt als Mormonenstaat - gilt als einer der konservativsten US-Bundesstaaten, die Republikaner dominieren das Parlament. Diesen sind überbordende Staatsausgaben grundsätzlich ein Dorn im Auge. Der republikanische Abgeordnete Brad Galvez begründet das neue Gesetz denn auch mit der Sorge vor weitreichenden Folgen der Geldentwertung: "Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die uns erlaubt, unsere Wirtschaft aufrechtzuerhalten, während der Wert des Dollars weiter sinkt", zitiert die Zeitung den Parlamentarier.

Das Gesetz lässt Gold nicht nur als offizielles Zahlungsmittel zu, sondern begünstigt es zudem entscheidend gegenüber anderen Anlageformen: Gewinne aus Wertsteigerungen unterliegen nicht der Kapitalertragssteuer. Die Kaufkraft von Münzen soll nicht nach ihrem Nennwert, sondern nach ihrem tatsächlichen Materialwert berechnet werden. Nach der Verabschiedung im Parlament müssen Senat und Gouverneur das neue Gesetz noch unterzeichnen.

Der Mormonenstaat steht mit seinem neuen Gold-Rausch nicht allein da: 13 weitere US-Staaten planen ähnliche Gesetze, einige Vertreter der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung fordern laut "FTD" sogar die komplette Abschaffung des Dollars als Währung. Einer von ihnen, Mike Pitts aus South Carolina, zieht einen Vergleich zur Situation in Deutschland während der Weimarer Republik. Damals hätte auch niemand gedacht, dass das System zusammenbrechen könnte. "Aber dann brauchte man eine Schubkarre Geld, um einen Laib Brot zu kaufen."

fdi

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1. ...
Barath 23.03.2011
Zitat von sysopDie Furcht vor Geldentwertung treibt Politiker in den USA zu einem ungewöhnlichen Schritt: Der Mormonenstaat Utah hat Gold und Silber als offizielle Zahlungsmittel zugelassen. Auch 13 weitere US-Bundesstaaten* planen ähnliche Gesetze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,752686,00.html
Ich bin was Wirtschaft angeht ein Laie, aber irgendwie klingt das für mich nach einem... nicht ganz unbedeutendem Ereignis...
2. Mormonenstaat Utah
QuixX, 23.03.2011
Zitat von sysopDie Furcht vor Geldentwertung treibt Politiker in den USA zu einem ungewöhnlichen Schritt: Der Mormonenstaat Utah hat Gold und Silber als offizielle Zahlungsmittel zugelassen. Auch 13 weitere US-Bundesstaaten* planen ähnliche Gesetze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,752686,00.html
Gute Idee, das lässt die Goldpreise derart in die Höhe schnellen, das moderne Technik ganz schnell aus dem Leben verschwindet. Mormonen eben. Darwin war ein Hochstapler. Obama hat zur Zeit doch Bodentruppen übrig? Soll er die dort einmarschieren lassen.
3. Wissen wir laaange schon.
betol 23.03.2011
Zitat von sysopDie Furcht vor Geldentwertung treibt Politiker in den USA zu einem ungewöhnlichen Schritt: Der Mormonenstaat Utah hat Gold und Silber als offizielle Zahlungsmittel zugelassen. Auch 13 weitere US-Bundesstaaten* planen ähnliche Gesetze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,752686,00.html
Das ist doch schon lange her... s. http://tinyurl.com/4fmlr4n
4. unmoralisch
kalumeth 23.03.2011
Zitat von BarathIch bin was Wirtschaft angeht ein Laie, aber irgendwie klingt das für mich nach einem... nicht ganz unbedeutendem Ereignis...
die Hyperschulden des republikanischen Irakkriegs werden sozialisiert, d.h. der Welt aufgebürdet. Man selbst begünstigt dann (steuerlich) ein Parallelzahlungsmittel nach dem Motto "Lass die anderen Staaten wie China, die in Dollar angelegt haben, ruhig an der Hyperinflation pleite gehen". Wo eigentlich bleibt "Wikileaks" mit seinen angekündigten Finanzenthüllungen. Ist der inzwischen von den Reps mundtot gemacht?
5. Noch 2 Jahre ...
Michael KaiRo 23.03.2011
Zitat von sysopDie Furcht vor Geldentwertung treibt Politiker in den USA zu einem ungewöhnlichen Schritt: Der Mormonenstaat Utah hat Gold und Silber als offizielle Zahlungsmittel zugelassen. Auch 13 weitere US-Bundesstaaten* planen ähnliche Gesetze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,752686,00.html
Und wieder fügt sich ein weiteres Mosaikbausteinchen ins finale Ende - noch etwa 2 Jahren, dann ist eh Aus die Maus. Wer heute seine Renten(voraus)bescheide mal prüft (also das, was er so in ein paar Jahren bekommen soll), der fragt sich schon, wofür die jahrzehntelange Malocherei mit zig Hunderttausenden Euro an Renteneinzahlungen schlussendlich gebracht hat.
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