Inflation Hohe Energiekosten, aber Verbraucherpreise steigen nur langsam

Die Inflationsrate ist in Deutschland im Februar langsamer gestiegen als angenommen. Zu den Dingen, die teurer wurden, zählen Strom, Gas und andere Brennstoffe.

Symbolbild
AP

Symbolbild


Die Inflation in Deutschland hat im Februar wieder etwas angezogen. Die Verbraucherpreise hätten um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Im Januar hatte die Teuerungsrate noch bei 1,4 Prozent gelegen, dem niedrigsten Wert seit einem dreiviertel Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für die Eurozone mittelfristig einen Wert von knapp zwei Prozent an, den sie als ideal für die Konjunktur ansieht.

Auch mit den aktuellen Berechnungen korrigierte das Statistische Bundesamt jüngste vorläufige Angaben nach unten. Zunächst hatte sie eine Inflationsrate von 1,6 Prozent für den Februar ermittelt.

Größter Preistreiber war erneut Energie, die sich mit durchschnittlich 2,9 Prozent wieder stärker verteuerte. Strom, Gas und andere Brennstoffe kosteten 4,3 Prozent mehr. Bei Heizöl gab es sogar ein Plus von 14,2 Prozent, während die Preise für Benzin und andere Brennstoffe nur um 0,1 Prozent zulegten.

Kaufkraft gestärkt

Auch Nahrungsmittelpreise zogen mit 1,4 Prozent kräftiger an als zuletzt. Gemüse kostete 12,2 Prozent mehr, wobei der Preisaufschlag für Kartoffeln nach dem Dürresommer 2018 mit 32,4 Prozent besonders deutlich ausfiel. Für Butter wurden 11,1 Prozent mehr verlangt, während Obst sechs Prozent weniger kostete.

Die vergleichsweise niedrige Teuerung kommt angesichts der trüberen Aussichten für die Wirtschaft wie gerufen, stärkt sie doch die Kaufkraft der Verbraucher. Viele Arbeitnehmer dürften angesichts spürbarer Lohnerhöhungen auch nach Abzug der Inflation real mehr in ihren Taschen haben. Dadurch dürfte der private Konsum erneut wachsen.

Die Exporte stehen dagegen wegen der schwächeren Weltkonjunktur, des Handelskonflikts mit den USA und Risiken wie dem Brexit unter Druck. Die Industriestaaten-Organisation OECD rechnet für dieses Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, was halb so viel wäre wie 2018.

apr/Reuters/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.