Infrastruktur Ausbau der Stromnetze kostet sechs Milliarden Euro

Der Ausbau der Stromnetze kommt nur schleppend voran: Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur fehlen Leitungen in einer Länge von 3500 Kilometern - entsprechend hoch sind die nötigen Investitionen.

Strommast in Dorsten: Rückstand des Ausbaus ist enorm
AP

Strommast in Dorsten: Rückstand des Ausbaus ist enorm


Berlin - Deutschland steht vor gigantischen Investitionen in die Energieinfrastruktur. Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (Dena) fehlen im Stromnetz Hochspannungsleitungen in einer Länge von 3500 Kilometern, schreibt das "Handelsblatt". Um die Lücken bis 2020 zu schließen, seien Investitionen von rund sechs Milliarden Euro erforderlich.

Die Zahlen entstammen der zweiten Dena-Netzstudie, deren Ergebnisse der Zeitung vorliegen. Die Studie soll erst im November vorgestellt werden, die Kernaussagen stehen aber bereits fest.

Der Rückstand beim Ausbau ist enorm: So war die Dena in ihrer ersten Untersuchung aus dem Jahr 2005 von einem Bedarf an neuen Trassen von 850 Kilometern bis 2015 ausgegangen. Von denen sind bislang aber nur 90 Kilometer gebaut worden. Aufgrund des schnellen Ausbaus der erneuerbaren Energien sei dieser Wert überholt, so dass weitere 3500 Kilometer errichtet werden müssten, schreibt das "Handelsblatt".

Neue Netze sind ein Schlüssel für das Ziel der Bundesregierung, den Ökostromanteil bis 2050 auf 80 Prozent zu erhöhen. Die Dena ist ein Tochterunternehmen von Wirtschafts- und Umweltministerium, an der auch Banken beteiligt sind. Sie berät sowohl Regierung als auch Unternehmen und Endverbraucher.

Oettinger will Energieinfrastruktur mit Geld aus EU-Haushalt fördern

Die Energieinfrastruktur ist auch ein Politikschwerpunkt der Europäischen Kommission. Energiekommissar Günther Oettinger kündigte an, den Ausbau in den Mitgliedsländern langfristig mit Geld aus dem EU-Haushalt zu unterstützen. "Wir brauchen 800 Millionen Euro im Jahr für die Co-Finanzierung", sagte Oettinger der "Financial Times Deutschland". Über einen Zeitraum von zehn Jahren könnten damit Projekte im Volumen von 60 bis 100 Milliarden Euro angeschoben werden. Diese würden sich ohne öffentliche Unterstützung nicht rechnen, seien aber unverzichtbar.

Der Kommissar forderte die Mitgliedsländer auf, der Energieinfrastruktur im Planungsrecht Priorität einzuräumen. "Wir brauchen Vorrang des öffentlichen Interesses vor lokalen oder privaten Interessen." Die Projekte müssten in höchstens fünf bis acht statt in 15 bis 20 Jahren verwirklicht werden können.

yes/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 56 Beiträge
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jocurt1 05.10.2010
1. Na und, mehr nicht, dass sind Peanuts
Zitat von sysopDer Ausbau der Stromnetze kommt*nur schleppend voran: Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur fehlen Leitungen in einer Länge von 3500 Kilometern - entsprechend hoch sind die*nötigen Investitionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,721258,00.html
in Relation zu den Gewinnen aus Atomstrom zur Bankenstützerei zu Griechenland. zu Gorleben Folgekosten zu potentiellen Kosten eines GAUS (schon mal "die Wolke" ´gelesen)
Klo, 05.10.2010
2. Billig
Zitat von sysopDer Ausbau der Stromnetze kommt*nur schleppend voran: Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur fehlen Leitungen in einer Länge von 3500 Kilometern - entsprechend hoch sind die*nötigen Investitionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,721258,00.html
6 Milliarden? Das sind angesichts von 80 Milliarden Euro Reingewinn pro Jahr für das Stromkartell doch wahrhaft Peanuts. Das zahlen die doch aus der Portokasse, die von den Stromverbrauchern jeden Tag fett gefüllt wird. Wo ist das Problem?
nitram1 05.10.2010
3. Fatale Ideologie des Ökologismus treibt uns in Ruin!
Eigene Bodenschätze , wie z.B. Kohle bleiben im Boden wegen des bösen, bösen CO2. Aber viel neues Erdgas muss importiert werden für diese vollkommen sinnlose Solar- und Windstromorgie! Während die Finanz- und Energiepolitik Europas vor die Wand läuft präsentiert man sich immer noch gern als „Klimaretter“! Ich befürchte: Erst wenn sie unsere letzten Euros für diese verhängnisvolle Ökoreligion geopfert haben, wird man begreifen, dass es diesmal kein Krieg war der die Zukunft unserer Kinder vernichtet hat!
Seifen 05.10.2010
4. Kosten sollten in einem Unternehmen
in erster Linie nach dem Verursachungsprinzip umgelegt werden. Nur unter ganz bestimmten betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen kann man Kosten auch nach Tragfähigkeit der Produkte verteilen. Verursacher ist in diesem Falle in erster Linie die Erzeugung von Windenergie. Würde man die Erweiterung der Netze auf alle Kostenträger umlegen, ist keine Kostentranzparenz und deshalb kein saubere betriebswirtschaftliche Kostenbeurteilung mehr möglich. Das wäre das Ende einer Kostenbeurteilung der Stromerzeugung und Verteilung, auch für den Verbraucher. Im übrigen sei angemerkt, daß sehr genau zwischen Bürgschaften und Krediten unterschieden werden muß. Gelder zur Bankenrettung wurden als Bürgschaften gegeben. Meines Wissens wurde ein Teil der Bürgschaften nur durch Banken angefordert, die in der Verantwortung der Politiker liegen.
Oberleerer 05.10.2010
5. Infrastruktur ist Aufgabe der öffentlichen Hand
Jetzt sollten die Städte und Gemeinden sich zum Wohle der Bürger zusammentun. Mit solchen Investitionen kann man doch nur Miese machen, wenn die Korruption ausartet.
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