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Interaktive Grafik: Sparen Sie Deutschland reich

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SPD und Grüne wollen den Bundeshaushalt sanieren - mit Steuererhöhungen für Besserverdienende. Jetzt können Sie beweisen, dass es auch anders geht: In einer interaktiven Grafik lässt sich aus zahlreichen Sparvorschlägen ein ausgeglichener Haushalt zusammenstellen.

Grünen-Chefin Claudia Roth: Mehr einnehmen statt weniger ausgeben Zur Großansicht
DPA

Grünen-Chefin Claudia Roth: Mehr einnehmen statt weniger ausgeben

Rund 300 Milliarden Euro beträgt der Bundeshaushalt, aufgegliedert in 22 Einzelpläne - einen für jedes Ministerium und acht gesonderte Positionen. Der größte Posten ist für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales reserviert: Ursula von der Leyen kann rund 120 Milliarden Euro ausgeben. Schon an dritter Stelle der Ausgabenliste stehen die deutschen Staatsschulden. Fast 32 Milliarden Euro werden pro Jahr allein für die Zinsen der Bundesschuld fällig - an Rückzahlung ist noch lange nicht zu denken.

Denn auch 2014 nimmt der Bund noch neue Schulden auf, geplant sind 6,4 Milliarden Euro. Viele Bürger fragen sich, warum seit Jahren kein Bundesfinanzminister einen ausgeglichenen Haushalt vorlegt oder gar mit dem Schuldenabbau beginnt. Und warum gleichzeitig Politiker immer wieder auf die bequeme Idee verfallen, die Steuern zu erhöhen statt die Ausgaben zu durchforsten - so wie jetzt wieder SPD und Grüne in ihren Wahlprogrammen.

Wenn Schäubles Plan Wirklichkeit wird, dann nimmt der Staat erstmals 2016 mehr ein als er ausgibt. Es wäre ein historisches Jahr, 40 Jahre lang hat es das nicht mehr gegeben - allerdings mehrfach beinahe. Der Finanzminister der schwarz-roten Bundesregierung Peer Steinbrück (SPD) plante, 2011 keine neuen Schulden mehr aufzunehmen, dann kam ihm die Finanzkrise in die Quere mit einem gewaltigen Wachstumseinbruch, der Steuereinnahmen kostete und die Sozialkosten nach oben trieb. Sein Vorgänger Hans Eichel wollte schon 2006 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Kurz vorher war die Bundestagswahl und die neue Regierungskoalition nahm 2006 fast 28 Milliarden Euro neue Schulden auf.

Von 2016 an gilt in Deutschland die sogenannte Schuldenbremse: Dann darf sich der Bund nur noch mit höchstens 0,35 Prozent des BIP jährlich neu verschulden. Allerdings gibt es Hintertüren: Bei Naturkatastrophen oder einer schweren Rezession lässt das Grundgesetz eine Abweichung von der Regelung zu. Weiterhin gelten aber die Vorschriften des Maastricht-Vertrags, der den Euro-Mitgliedstaaten eine Neuverschuldung von höchstens drei Prozent des BIP erlaubt.

Viele gesellschaftliche Gruppen, politische Parteien und Lobbyisten haben sehr genaue Vorstellungen davon, wofür der Staat seine Steuereinnahmen verwenden soll. Und wofür nicht.

Wir haben Vorschläge für Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zusammengetragen. Sie stammen von politischen Parteien, vom Bund der Steuerzahler, von Ökonomen und Wirtschaftsinstituten.

Nicht alle Konzepte lassen sich ohne weiteres umsetzen, nicht immer sind die Summen, die eingespart werden können, durch harte Fakten gesichert, und in jedem Fall wären die Ausgabenkürzungen und die Steuererhöhungen ein politischer Kraftakt. Insgesamt aber geben sie eine Vorstellung davon, welche Ausgaben gekürzt und auf welche vielleicht ganz verzichtet werden könnte.

Hier geht es zum interaktiven Bundeshaushalt.

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insgesamt 119 Beiträge
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1. optional
unimatrix 02.05.2013
Immer wenn ich auf den nicht verlinkten Text "Hier geht es zum interaktiven Bundeshaushalt." klicke, passiert nix. Der Gerät ist kaputt :)
2. sparen?
xcountzerox 02.05.2013
den link habt ihr auch gleich eingespart ;)
3.
Edelweiß 02.05.2013
Man kann's aber auch übertreiben - das nennt man dann Sparwahn. SPON hat sich schon mal den angekündigten Link gespart ...
4. Toll!
inhabitant001 02.05.2013
Wie wäre es denn mal mit einer interaktiven Grafik Entwicklung des BIP Entwicklung der Steuereinnahmen Entwicklung der Schulden DAS wäre Aufklärung, und nicht die ständige Propaganda das wenn der Staat spart die Schulden sinken. Das ist eine betiebswirtschaftliche Milchmädchenrechnung die seit mittlerweile 25 Jahren nicht aufgeht. Sparhaushalte hat schon Waigel aufgelegt. Und wie Einstein schon wußte: immer dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten ist eine Form von Unzurechnungsfähigkeit.
5. Hausfrau
Inuk 02.05.2013
Zitat von sysopDPASPD und Grüne wollen den Bundeshaushalt sanieren - mit Steuererhöhungen für Besserverdienende. Jetzt können Sie beweisen, dass es auch anders geht: In einer interaktiven Grafik lässt sich aus zahlreichen Sparvorschlägen ein ausgeglichener Haushalt zusammenstellen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/interaktive-grafik-sanieren-sie-den-bundeshaushalt-a-893612.html
Lasst doch mal für eine Regierungsperiode die berühmte schwäbische Hausfrau als Finanzminister agieren. Noch nie gab es in Deutschland so viele Steuereinnahmen. Trotzdem wurden weiterhin Schulden aufgenommen um u. a. Subventionen zu zahlen, die längst schon hätten abgeschafft werden müssen.
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Die Schuldenbremse
Regeln für den Bund
Durch die Föderalismusreform II wurde eine Schuldenbremse ins Grundgesetz aufgenommen. Demnach darf der Bund ab 2016 faktisch keine Kredite mehr aufnehmen und sich nur noch bis zu einer Höhe von maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschulden. Dies sind in absoluten Zahlen rund zehn Milliarden Euro.

Bis 2016 will die Bundesregierung das Defizit in gleichmäßigen Schritten reduzieren, das entspricht Einsparungen in Höhe von acht bis zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Regelung und Hilfen für ärmere Länder
Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Länder ab 2020 keine neuen Schulden mehr machen dürfen. Dafür sollen die finanzschwachen Länder Bremen, Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Zeitraum 2011 bis 2019 beim Abbau ihrer Altschulden mit Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro jährlich unterstützt werden. Diese insgesamt 7,2 Milliarden Euro teilen sich der Bund und die reichen Länder je zur Hälfte.
Ausnahmen
In Konjunkturkrisen und Notsituationen wie Naturkatastrophen sind unter strengen Bedingungen Ausnahmen möglich. In wirtschaftlich guten Jahren müssen Rücklagen gebildet oder Schulden getilgt werden.


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