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Internationale Arbeitsorganisation: Krise vernichtet weltweit 20 Millionen Jobs

Die Wirtschaftskrise hat überall tiefe Spuren hinterlassen: Laut Internationaler Arbeitsorganisation haben 20 Millionen Menschen weltweit ihre Jobs verloren. Die Experten warnen vor einer Verdopplung der Zahl, wenn die Staaten ihre Konjunkturprogramme zu schnell beenden.

Ford-Werk in Köln: Deutschland verdaut die Krise besser dank Kurzarbeit Zur Großansicht
ddp

Ford-Werk in Köln: Deutschland verdaut die Krise besser dank Kurzarbeit

Berlin - Die Wirtschaftskrise hat die Welt fest im Griff: Der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge hat sie weltweit mindestens 20 Millionen Jobs vernichtet. Bei einem vorzeitigen Ende staatlicher Konjunkturprogramme könnten bis zu 43 Millionen Arbeitsplätze gefährdet sein - vor allem von Geringqualifizierten, Älteren und Migranten. "Die globale Beschäftigungskrise ist nicht vorbei", sagte ILO-Direktor Raymond Torres am Montag. "Eine wahre wirtschaftliche Erholung ist erst dann möglich, wenn sich auch die Beschäftigung erholt."

In den 51 untersuchten Ländern seien derzeit fünf Millionen weitere Stellen "akut gefährdet". Die Regierungen müssten den Arbeitsmarkt deshalb weiter stützen. Ein schneller Ausstieg aus den Konjunkturprogrammen verschärfe die Beschäftigungskrise nur noch. Das wiederum ziehe einen geringeren Konsum und schwächere Investitionen nach sich.

Deutschland hat die Krise der ILO zufolge besser verdaut als andere Industriestaaten. Das sei vor allem der Kurzarbeit zu verdanken. Allerdings werde die Zahl der Arbeitslosen auch hier bis weit ins nächste Jahr hinein steigen. Der Höhepunkt werde wohl erst im zweiten Halbjahr 2010 erreicht. 2013 werde die Arbeitslosenquote in den Industrieländern wieder auf den Stand vor der Krise sinken. Die Bundesregierung solle deshalb die heimische Nachfrage stärken, indem sie Haushalte mit geringem Einkommen stütze, fordert die Organisation.

Im November hatte die Bundesagentur für Arbeit 3,215 Millionen Erwerbslose gezählt. Das waren 13.000 weniger als im Vormonat, aber 227.000 mehr als ein Jahr zuvor. Experten schließen 2010 einen Anstieg auf vier Millionen nicht aus.

fro/Reuters

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Forum - Wie bekommt man die Krisenfolgen in den Griff?
insgesamt 131 Beiträge
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1.
Hartmut Dresia, 15.10.2009
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Eine Verbesserung der Prognosen sind das eine, man muss bedenken, dass der bisherige Absturz sehr tief war: Produktion um 1,5% gestiegen (gegenüber Juli 2009) und um 18,0% gesunken (gegenüber August 2008) (http://www.plantor.de/). Gefordert ist jetzt entschlossene Wirtschaftspolitik, die das Stabilitätsgesetz wieder ins Zentrum rückt. Ob diese Koalition dazu die Kraft findet, wird man erst sehen.
2.
meslier 15.10.2009
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Ich weiß, wie man sie nicht in den Griff bekommt. Durch Steuer-Milliarden, die man den Banken zum Zocken gab. http://www.wiwo.de/finanzen/wer-den-kursaufschwung-an-den-boersen-antreibt-410451/
3. Super
spax73, 15.10.2009
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Na dann ist doch alles gut, wozu sich aufregen :-) Für die 2% der deutschen Bevölkerung, für die in diesem Lande Politik gemacht wird, ist die Krise also vorüber, für den Rest wird's noch so richtig gemütlich werden. Ich schlage vor, SPO ändert nun nach Krisenticker-->Tagesticker noch Tagesticker in "Boomticker". ...und der Spitzensteuersatz muß auch noch unbedingt auf höchstens 25% gesenkt werden, dann ist die Welt perfekt.
4. Heute in der Stgt. Zeitung....
rempfi, 15.10.2009
Stuttgart - Die Zahlen sind alarmierend: um mehr als 20 Prozent haben die Anfragen in der Schuldnerberatung Stuttgart im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, und dieser Trend hält unvermindert auch noch zum Jahresende an. Deutlich gestiegen ist dabei vor allem der Anteil der Erwerbstätigen, also von Menschen, die eine Arbeit haben - denen das Geld aber dennoch hinten und vorne nicht reicht. Trotz Beschäftigung hilfsbedürftig Arm trotz Arbeit - mit diesem Phänomen müssen sich nicht nur die Stuttgarter Schuldenberater immer öfter auseinandersetzen. Gradmesser sind die sogenannten Hartz-IV-Aufstocker, also Erwerbstätige, die trotz Arbeit hilfsbedürftig bleiben, weil der Lohn nicht zum Leben reicht. Mehr als eine Million Menschen sind bundesweit davon betroffen, in Baden-Württemberg erhalten nach Schätzungen der Wohlfahrtsverbände 100.000 Menschen Sozialleistungen, obwohl sie einer Arbeit nachgehen. Um auf die Situation aufmerksam zu machen, veranstaltet die Liga der Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt am Donnerstag einen landesweiten Aktionstag (siehe "Wohlfahrtsverbände warnen"), der bei seiner sechsten Auflage unter dem Motto "Arm trotz Arbeit" steht. Mehr als 30 Prozent der "Aufstocker" hätten einen Stundenlohn von unter fünf Euro, sagt Ewald Wietschorke vom Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Deutschland sei zum Niedriglohnland mit einer signifikant hohen Entwicklung bei der Einkommenungleichheit geworden. Zahl der Überschuldungen steigt Kritisiert wird von den Verbänden zudem die Höhe der Sozialabgaben, die gerade bei den unteren Einkommen eine immense Abgabenlast darstellten, so Frieder Claus vom Diakonischen Werk Württemberg. Progressive Abgaben, ähnlich der Steuer, könnten kleine Einkommen ganz wesentlich entlasten, betont der Armutsexperte, der die momentane Entwicklung mit Sorgen verfolgt: "Unsere Klientel wechselt vom Wohnsitzlosen zum Normalbürger." Für Schuldenberater Schrankenmüller ist dabei auffallend, wie rasant der soziale Abstieg durch die Krise im Vergleich zu früheren Konjuktureinbrüchen vonstattengeht. Rund 45.000 Menschen, die in die Überschuldung gerutscht sind, wurden 2008 in Stuttgart registriert. "Dieses Jahr steht uns ein deutlicher Anstieg bevor." .... mehr braucht man nicht mehr zu sagen....
5. Nur durch
Albedo4k8, 15.10.2009
radikales Umdenke in unserem Wertesystem und dadurch das die Medien endlich mit ihrer FUD-Taktik aufhoeren.
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