Jugendarbeitslosigkeit Investitionsbank stellt Krisenländern Milliarden in Aussicht

40 Prozent mehr Kredite will die Europäische Investitionsbank in den kommenden Jahren vergeben. Geplant seien Darlehen in Höhe von knapp 70 Milliarden Euro, sagt Bank-Chef Hoyer. Mit dem Geld sollen die Krisenstaaten im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit unterstützt werden.

Proteste in Spanien: 55 Prozent der jungen Leute haben keinen Job
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Proteste in Spanien: 55 Prozent der jungen Leute haben keinen Job


Berlin - Die Europäische Investitionsbank (EIB) plant im Kampf gegen die in einigen EU-Ländern extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit ein Milliarden-Programm. "Die EU Bank stellt in diesem und in den kommenden beiden Jahren fast 70 Milliarden Euro jährlich zur Bewältigung der Krise und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zur Verfügung", sagte EIB-Präsident Werner Hoyer der "Bild"-Zeitung.

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Das sei ein Anstieg um mehr als 40 Prozent, sagte Hoyer der Zeitung. Es sei auch ein klares Signal, dass die EU die Mitglieder, die zur Haushaltskonsolidierung und zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit schmerzliche Einsparungen und Reformen vornehmen müssten, nicht im Stich lasse.

Die Vergabe zinsgünstiger Kredite soll Hoyer zufolge an die Schaffung von Lehrstellen gekoppelt werden. "Für die Europäische Investitionsbank spielt die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eine herausragende Rolle", sagte er. Daher sollten unter anderem die Konditionen der EIB-Kredite als Anreiz für Firmen genutzt werden, damit diese Jugendlichen eine Chance böten.

Im krisengeschüttelten Euro-Staat Griechenland liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 70 Prozent. In Spanien haben 55 Prozent der jungen Leute keine Arbeit, in Italien sind es fast 40 Prozent. In Deutschland dagegen beträgt die Jugendarbeitslosigkeit nur 7,6 Prozent.

"Die Idee von Schäuble kommt zu spät"

Die Bundesregierung plant nach SPIEGEL-Informationen zudem ein Sonderhilfsprogramm über die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). "Ich meine, dass wir zusätzlich auch bilaterale deutsche Hilfen anbieten sollten", begründet Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Vorhaben in einem Brief an Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

Die SPD kritisierte Schäubles Pläne am Wochenende. "Die Idee von Schäuble kommt zu spät, außerdem ist ein Globaldarlehen das falsche Instrument", sagte Carsten Schneider, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, SPIEGEL ONLINE. In den vergangenen drei Jahren habe die Bundesregierung von den kriselnden EU-Staaten ausschließliche Haushaltskonsolidierung verlangt. "Die jetzt in Spanien und anderen Ländern grassierende Jugendarbeitslosigkeit war aber von Beginn an abzusehen, weil bei den Strukturreformen in den betroffenen Ländern allein auf Haushaltskürzungen gesetzt wurde."

cte/Reuters



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
publizzard 27.05.2013
1. falsch
Falsch, liebe SPD. Es wurde nicht nur gekürzt. Man hat auch strukturelle Reformen vollzogen. Das diese nicht sofort wirken, muss doch jedem klar sein. Aber die sind nun einmal notwendig, damit die Südländer endlich wieder Wettbewerbsfähig sind.
hr_schmeiss 27.05.2013
2. ..auf in den !!!
Zitat von sysopREUTERS40 Prozent mehr Kredite will die Europäische Investitionsbank in den kommenden Jahren vergeben. Geplant seien Darlehen in Höhe von knapp 70 Milliarden Euro, sagt Bankchef Hoyer. Mit dem Geld sollen die Krisenstaaten im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit unterstützt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/investitionsbank-stellt-krisenlaendern-milliarden-in-aussicht-a-902027.html
...jaja, die xx-losigheit wird bekämpft! Bekämpfen auf allen Seiten, man, was sind wir kriegerisch geworden. Danke, Spon!
denkmal65 27.05.2013
3. und die wissen auch schon wie
"duales Ausbildungssystem". D.h. Unternehmer bekommen Geld vom Staat und die arbeiten dann dort quasi umsonst ohne Aussicht auf Übernahme. Das ist das so'ne richtige win-win Situation, gell? Staat tut so als wenn er was tut. Unternehmen erschließen sich neue finanzielle Einkünfte. Jugendliche durchlaufen eine Ausbildung (und zählen nicht mehr als arbeitslos. Nach der Ausbildung zählen sie nicht mehr zu "Jugendlich").
ibiza61 27.05.2013
4. Ich
Zitat von sysopREUTERS40 Prozent mehr Kredite will die Europäische Investitionsbank in den kommenden Jahren vergeben. Geplant seien Darlehen in Höhe von knapp 70 Milliarden Euro, sagt Bankchef Hoyer. Mit dem Geld sollen die Krisenstaaten im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit unterstützt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/investitionsbank-stellt-krisenlaendern-milliarden-in-aussicht-a-902027.html
frage mich immer, wie das funktionieren soll. Wenn einer etwas produziert, dann will er es auch verkaufen. Wenn einer also mehr verkaufen kann, als er mit seinem bestehenden Personal herstellen kann, stellt er zusätzlich Personal ein. Wenn jetzt aber EU - subventioniertes Personal beschäftigt wird, wird doch mehr produziert als Bedarf da ist.
prince62 27.05.2013
5. Oh Mann, nicht schon wieder dieser Schwachfug!
Zitat von publizzardFalsch, liebe SPD. Es wurde nicht nur gekürzt. Man hat auch strukturelle Reformen vollzogen. Das diese nicht sofort wirken, muss doch jedem klar sein. Aber die sind nun einmal notwendig, damit die Südländer endlich wieder Wettbewerbsfähig sind.
Völlig falsch, werter Mitforist, was sind denn in Ihren Augen die sogenannnten "strukturellen Reformen", wenn damit Lohnabsenkung, Ein-Euro-Jobs und Rentenkürzung bis unter Sozialhilfeniveau gemeint sind, dann müssen Sie sich bald auf soziale Unruhen in neuer Dimension in Europa gefaßt machen, und mit was sollendie Südländer wettbewerbsfähig werden? Maschinenbau, Automobilindustrie usw. das würde unserer Exportwirtschaft aber ganz und gar nicht gefallen, denn wir in Deutschland leben und verarmen doch seit Jahrzehnten im unerschütterlichen Glauben an den Endsieg äh Exportweltmeister! Der deutsche Dummichel läßt es sich gefallen, die heißblütigen Südländer gehen auf die Straße, siehe Franzosen gegen die abartige Homo-Ehe! Im übrigen, Italien, Spanien, Griechenland usw. hatten und haben zwei ganz große Wirtschaftsfelder, nämlich Landwirtschaft und Tourismus, hat früher - also vor Euro - funktioniert und wird zukünftig auch wieder funktionieren müssen, also sparen Sie sich diese neoliberale Dummschwätzerei von wegen Wettbewerbsfähigkeit.
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