Iran zu US-Ölembargo "Macht es und seht die Folgen"

Die USA wollen Öleinfuhren aus Iran stoppen. Präsident Rohani warnt vor den Konsequenzen. Damit könnte er eine Blockade der Straße von Hormus meinen.

Rohani in Bern
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Rohani in Bern


Der iranische Präsident Hassan Rohani hat die USA vor den Folgen ihres geplanten Ölembargos gewarnt. Dies könne die Ölausfuhren aus der Region insgesamt gefährden, hieß es in einer Mitteilung seines Büros vom Dienstag. "Wenn Ihr könnt, macht es und seht die Folgen", sagte Rohani demnach in Richtung der USA bei einem Treffen mit in der Schweiz lebenden Iranern.

Die USA haben dazu aufgerufen, Öleinfuhren aus Iran bis November weltweit zu stoppen. Damit will Präsident Donald Trump erreichen, dass das Land in einer Nachfolgevereinbarung für das internationale Atomabkommen härtere Bedingungen akzeptiert.

Rohanis Worte könnten als versteckte Drohung gewertet werden, die Ölexporte von Nachbarn zu behindern. Iranische Regierungskreise hatten zuletzt vor einer möglichen Blockade der Straße von Hormus gewarnt, die wegen der Gas- und Öllieferungen aus den Golfstaaten in alle Welt als sehr wichtige Schifffahrtsroute gilt.

Die USA haben das 2015 vereinbarte Atomabkommen mit Iran im Mai einseitig aufgekündigt und schärfere Sanktionen angekündigt, die am 4. November in Kraft treten sollen. Die anderen Mitunterzeichner - Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland - halten dagegen an dem Abkommen fest.

Die Außenminister der fünf Länder werden sich am Freitag mit ihrem iranischen Amtskollegen in Wien treffen, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete. Dabei soll demzufolge über europäische Vorschläge zur Rettung der Vereinbarung gesprochen werden.

Trump hatte am Samstag auf Twitter mitgeteilt, er habe Saudi-Arabien um eine Erhöhung der Ölproduktion gebeten, um Ausfälle infolge "der Turbulenzen und Störungen in Iran und Venezuela" auszugleichen. Der Ölpreis gab als Reaktion auf diese Nachricht nach.

dab/Reuters

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