Gemeinsamer Aufruf Westen trommelt für Investitionen in Iran

Auf Sanktionen sollen Geschäfte folgen: Die USA und große EU-Länder ermutigen Investoren nun offiziell zu Deals in Iran. Doch die Haltung der US-Regierung sorgt weiter für Unsicherheit.

Geldwechsler in Teheran
REUTERS/TIMA

Geldwechsler in Teheran


Seitdem die Wirtschaftssanktionen gegen Iran aufgehoben wurden, haben sich westliche Konzerne dort Aufträge im Wert von mindestens 37 Milliarden Dollar gesichert. Nach dem Willen von USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien sollen es jedoch noch mehr werden. Die vier Länder fordern nun gemeinsam mehr Investitionen in dem Land. Ein entsprechender Aufruf wurde nach einem Treffen der Außenminister mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini veröffentlicht.

In der Erklärung wurden Investoren aufgefordert, sich über die Lage zu informieren anstatt sich mögliche Geschäfte entgehen zu lassen. An die Adresse Teherans hieß es, Iran müsse ein unternehmerfreundliches Umfeld schaffen und internationale Standards einhalten, etwa im Kampf gegen Geldwäsche und die Finanzierung terroristischer Aktivitäten.

Die Länder stellten Firmen und Banken auch mehr Klarheit über die Zulässigkeit von Geschäften mit Iran in Aussicht. Offene Fragen und Bedenken zu dem Thema sollten zügig beantwortet werden. Obwohl nach dem Atomdeal vom Juli vergangenen Jahres ein Großteil der Sanktionen gegen Iran wegfällt, herrscht bei vielen Unternehmen offenbar noch Unsicherheit. Denn die USA erhalten nach wie vor Beschränkungen von wirtschaftlichen Kontakten zu Iran aufrecht.

So dürfen US-amerikanische Banken mit der Islamischen Republik keine Geschäfte tätigen, was auch europäische Geldhäuser vorsichtig macht. In dem Aufruf heißt es nun, die neue Lage erlaube auch "das erneute Engagement europäischer Banken und Firmen in Iran".

dab/Reuters/dpa



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